Das grosse DAB-Swiss Newsarchiv

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01.06.17 - SwissMediaCast wird neu von Energy/Ringier dominiert
An der gestrigen Generalversammlung von SwissMediaCast (SMC) wurden, gemäss den uns jetzt vorliegenden Informationen, alle Anträge genehmigt. Das heisst unter Anderem konkret, dass die Büros von SMC an den Hauptsitz von Energy/Ringier nach Zürich verlegt werden und Dani Büchi, Chef der Energy-Gruppe, Verwaltungsratspräsident der Firma wird. Die befürchtete Machtkonzentration hat also stattgefunden. Nun bleibt zu hoffen, dass das UVEK und das BAKOM diese Entwicklung ebenfalls wahrgenommen haben und SMC nicht noch mehr Macht auf DAB+ zuschreiben!

01.06.17 - Wichtige Entscheide und Zukunftsplanungen für DAB+ in Deutschland
Bei unseren Deutschen Nachbarn geht es nicht nur in Bayern vorwärts mit DAB+ (siehe Bericht vom 17.05.17). Auf dem landesweiten Kanal 11B von DigitalRadioSüdwest (DRS) in Baden-Württemberg, werden nach dem Rückzug von SWR 4 Stuttgart und Schwarzwaldradio gleich drei neue Programme aufgeschaltet: die Antenne 1, welche sich bislang immer gegen DAB+ gesträubt hatte, Radio Regenbogen 2 und die beliebte Rock Antenne aus Bayern, allesamt voraussichtlich mit 72 kbit/s. Die Aufschaltungen erfolgen Ende Jahr 2017. Kanal 11B ist leider in der Schweiz nur in wenigen, grenznahen Gebieten zu empfangen. Es fehlt immer noch die Verbreitung vom Feldberg, welche auch Südbaden mit dem Schwarzwald besser versorgen würde.

antenne 1 logo     radio regenbogen 2 logo     rock antenne logo

Die drei neuen Anbieter auf Baden-Württemberg Kanal 11B.

Am 06. Juni 2017 wird zudem durch die Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten der Entscheid über das zweite bundesweite Ensemble bekanntgegeben. Sollten Media Broadcast und Absolut Radio den Zuschlag bekommen, könnte man innerhalb eines halben Jahres mit 71 Sendeanlagen in ganz Deutschland starten, berichtet Michael Fuhr auf teltraif.de. Eine Kombination aus eigenen Formatprogrammen und Drittanbietern ist hier geplant. Zuerst werden flächendeckend noch verschiedene Kanäle eingesetzt.

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Die Kanalauftailung für den 2. Bundesmuxx, aus dem Deutschen Digitalradioforum zum Vergrössern. Quelle: http://radioforum.foren.mysnip.de/list.php?35326

Nach der Räumung des Kanals 5A vom analogen Polizeifunk, könnte das Ensemble dann bundesweit auf diesem einheitlichen Kanal senden. Wer die Übertragungsrechte jedoch wirklich erhält, wird erst an besagtem Termin im Juni offiziell bekannt.

Aufgrund der grossen Nachfrage nach DAB+ Übertragungskapazitäten überlegt man sich in Deutschland jetzt auch die Koordinierung des Kanals 13 (A-F). Dieser befindet sich im Frequenzbereich zwischen 230.784 und 239.200 MHz. Sämtliche DAB-Empfangsgeräte auf dem Markt können diesen Kanal problemlos empfangen, er wird jedoch momentan bei den nördlichen Nachbarn noch von der Bundeswehr benutzt. In der Schweiz und in Deutschland haben bislang keine DAB-Übertragungen auf Kanal 13 stattgefunden. Auf jeden Fall wären diese Überlegungen auch für unser Land prüfenswert. Das früher genutzte, ausbreitungstechnisch eher begrenzte L-Band möchte das BAKOM in der Schweiz übrigens gerne dem Mobilfunk zuschreiben.

30.05.17 - Viele offene Fragen vor der Generalversammlung von SwissMediaCast

Eine Situationsanalyse von Stefan Grünig.

Gemäss Informationen des Branchenportals persoenlich.com, stehen beim Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) grössere Änderungen bevor. Nicht nur, dass Ende Jahr die Geschäftsführung wechselt und Rolf Schurter damit seine Arbeit abgibt; auch die diversen Neubesetzungen im Verwaltungsrat, geben zu reden. Fünf von sieben Verwaltungsräten aus der Branche werfen das Handtuch, weil sie offensichtlich teilweise mit der Weiterentwicklung von SMC und DAB+ nicht mehr einverstanden sind. Nun soll möglicherweise an der morgigen Generalversammlung Energy-Chef Dani Büchi den Vorsitz des Verwaltungsrates übernehmen und der Firmensitz vom Kanton Schwyz an den Hauptsitz der Energy-Gruppe (Ringier) in Zürich verlegt werden. Gegen diese «Machtkonzentration» wehrt sich jetzt, unter anderen, ausgerechnet DAB-Verweigerer Roger Schawinski (Radio 1 und Planet 105), welcher sich noch vor nicht allzu langer Zeit mit seinem Radio 1 lautstark vom Digitalradio zurückgezogen hat und nichts mehr von dieser Technologie wissen wollte. Zwar ist er danach wieder auf das Nordschweiz-Ensemble von SMC zurückgekehrt, aber als DAB-Förderer darf man ihn mitnichten bezeichnen und schon gar nicht als Freund des mächtigen Netzbetreibers. Dani Büchi seinerseits, wiegelt die Sache ab und erklärt keine bösen Absichten: “Wir müssen gemeinsam DAB+ vorwärtsbringen. Politische Störfeuer bringen uns nicht wirklich weiter”, sagt er in seiner Funktion als  SMC-Verwaltungsrat auf Anfrage von persoenlich.com.
Kommt dazu, dass es künftig vom BAKOM geschaffene Probleme mit der Konzessionierung der Schweizer Privatradios geben könnte. Persoenlich.com schreibt dazu wie folgt: «Ab 2020 sollen regionale Radioveranstalter in den städtischen Agglomerationen mehr Autonomie erhalten. Dann unterliegen sie keiner Konzessionspflicht mit Leistungsauftrag mehr. Dieser Vorschlag ist Teil des Revisionsentwurfs der Radio- und Fernsehverordnung RTVV. Gleichzeitig wird ab 2020 das Digitalradio DAB+ die analoge UKW-Verbreitung in der Schweiz schrittweise ablösen. Die Radiosender müssen sich dabei selber um einen Platz auf einem DAB+-Netz bemühen. In der Schweiz gibt es derzeit drei grosse Netzanbieter: SRG, digris und SMC. Die SRG benötigt ihr Netz für die eigenen Sender und digris ist nicht flächendeckend, womit faktisch für kommerzielle Radiosender nur das Netz von SMC infrage kommt. Das alles führt bei den Privatradios zu Sorge oder sogar zu Existenzängsten.»

smc logo

All diese Entwicklungen bergen durchaus Konfliktpotenzial und verursachen vielschichtige Probleme:

- Zwar hat sich die Energy-Gruppe immer für DAB+ stark gemacht, aber die momentane Machtkonzentration und die Belegung von zahlreichen DAB-Sendeplätzen mit ziemlich lieblos zusammengestellten Nonstop-Musikprogrammen, kann für andere private Anbieter tatsächlich problematisch werden. Bereits belegt Ringier acht Programmplätze mit seinen Angeboten (3x Energy / 5x Musikprogramm).

- Netzbetreiber SMC (Konsortium aus SRG und Privaten) kann sich auch künftig beinahe alles erlauben, denn ihm fehlt es eindeutig an Konkurrenz. Damit werden die Verbreitungskosten künstlich hochgehalten.

- Das BAKOM stiehlt sich seinerseits aus der Konzessionsverantwortung und überlässt die Schweizer Radiolandschaft einfach dem freien Wirtschaftsmarkt, ganz nach dem Prinzip: jeder kann dann programmlich machen was er will und ist an kein fixes Konzessionsgebiet mehr gebunden. Da ist ein weiterer Qualitätszerfall der Programminhalte bereits vorprogrammiert. Oder löschen sich die vielen gleichklingenden Programme in denselben Sendegebieten am Ende sogar gegenseitig aus? Wenigstens bleiben die ländlichen Anbieter, welche schon heute von Gebührengeldern profitieren, noch einigermassen geschützt.

bakom

- Gestärkt werden künftig die Anbieter, welche sowieso schon einen grossen, finanzstarken Partner im Rücken haben (siehe Bericht vom 20.03.17). Sie werden wohl auch ohne die Subventionen des Bundes existieren können. Für die anderen Anbieter kommt ab 2020 das böse Erwachen, wenn die Verbreitungskosten wieder selbstständig getragen werden müssen.

- Kleinere, innovative Anbieter, wie beispielsweise James FM, Iischers Radio oder Radio Kaiseregg, bleiben auf den räumlich sehr begrenzten DAB-Inseln von digris sitzen, welche teilweise wesentliche Versorgungsdefizite aufweisen. Der Zugang zu den teuren Netzen von SRG und SMC wird ihnen aus finanziellen Gründen wohl immer verwehrt bleiben.

So bleibt die Krux, wie man die Vielfalt und Qualität der Schweizer Privatradiolandschaft künftig, nach dem Umstieg auf DAB+, hochhalten kann. Ein Problem, welches nur das UVEK zusammen mit dem BAKOM lösen kann. Wobei angezweifelt werden darf, ob sich diese Behörden dem Ernst der Lage wirklich bewusst sind. Wenn sich der Markt alleine reguliert, wird der Einheitsbrei künftig noch krasser und werden kleine Nischenprogramme wohl über die Klinge springen, oder ein Schattendasein auf den digris DAB-Inseln fristen müssen. Sollte sich die Machtkonzentration bei SMC und Ringier noch weiter zuspitzen, dann stehen uns einmal mehr monopolistische Zustände ins Haus.

Eine kleine Hoffnung bleibt: vielleicht wird nach all den Wechseln an der Spitze von SMC die Kommunikationspolitik des Unternehmens etwas innovativer und professioneller weitergeführt. Bei diesem Thema liegt nämlich aktuell so Einiges im Argen und kann man sich nicht gerade mit Lorbeeren schmücken! Momentan gleicht SMC eher einem schwerfälligen Koloss, als einem innovativen Unternehmen, welches Transparenz schafft und Möglichkeiten für alle Interessierten anbietet.

18.05.17 - Neue digris DAB-Inseln in den Startlöchern
Ursprünglich für Ende 2016 vorgesehen, erfolgt die Inbetriebnahme der digris DAB-Inseln Sopra- und Sottoceneri im Tessin nun definitiv im Verlaufe des kommenden Junis. Verzögerungen haben sich mit dem italienischen Partner ergeben. Thomas Gilgen, Geschäftsführer von digris, bestätigte gegenüber DAB-Swiss den Sendermontagetermin von 12. bis 16. Juni 2017. Auf Kanal 10C werden also demnächst die auf Italienischem Staatsgebiet stehenden Sender San Bartololmeo (Sopraceneri) und Monte St. Marzio (Sottoceneri) on Air gehen. Über die Programmbelegung der beiden Ensembles sind momentan leider noch keine Details bekannt.

agglomeration lugano     agglomeration locarno

Ausblick auf die Agglomerationen Lugano und Locarno. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Wahrscheinlich im Verlaufe des Julis und Augusts, werden wohl die drei DAB-Inseln im Kanton Bern starten. Berner Oberland (Kanal 6A), Bern Kanal 10A und Biel-Solothurn (Kanal 10A). Da steht man unmittelbar vor der Erteilung der nötigen Baubewilligungen, meldet Thomas Gilgen. Wenn diese eingegangen sind: «…dann legen wir in Bern los!». Siehe auch unsere Berichterstattung vom 10.05.17. DAB-Swiss nimmt an, dass dann zwischen August und Oktober die Inseln St. Gallen, Chur-Sarganserland, Neuchâtel-Yverdon und Glarus starten könnten. Verzögerungen und Änderungen in der Netzplanung sind jedoch jederzeit möglich.

Internet: http://www.digris.ch

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

17.05.17 - Tiefgreifende DAB-Netzumgestaltung in Bayern
In diesem Sommer wird sich die DAB-Landschaft bei unseren Deutschen Nachbarn, in Bayern, tiefgreifend verändern. Diverse Sendernetze werden neu geordnet und das bisher bundeslandweit sendende Ensemble auf Kanal 10D wird voraussichtlich aufgegeben. Wie bereits in der Schweiz gang und gäbe, arbeitet der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Freistaat künftig Sendernetechnisch enger mit den privaten Anbietern zusammen. Dabei wechselt die Antenne Bayern am 01. Juli 2017 auf den Bayern-Kanal 11D des Bayerischen Rundfunks (BR). Gleichzeitig werden die drei bestehenden, regionalen Ensembles für die privaten Anbieter geöffnet. Es handelt sich dabei um Unterfranken (Kanal 10A), Oberfranken (Kanal 10B), Mittelfranken (Kanal 8C). Neu dazu kommen die Ensembles Oberpfalz-Niederbayern (Kanal 12D) und Oberbayern-Schwaben (Kanal 10A), ab dem 01. September 2017. Letzteres Ensemble kann dann auch in Teilen der Ostschweiz gehört werden. Der Bayerische Rundfunk (BR) wird mit seinen Regionalprogrammen ebenfalls auf den diversen Ensembles vertreten sein.
Das bisher im ganzen Bundesland verbreitete Radio Galaxy wird zu Gunsten von Regionalversionen eingestellt. Die Rock Antenne, Kultradio und Absolut Hot wechseln ab dem 01. September in die regionalen Ensembles. Für die verschieden Netze können sich nun auch noch weitere Anbieter bewerben, landesweit (1x) und regional (mehrere).

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Die neue DAB-Kanalaufteilung in Bayern ab Herbst 2017, zum Vergrössern. Grafik: bayern.de

Im Radioforum wird zudem noch über die folgende Entwicklung spekuliert. Zitat: «2018 starten wohl noch zusätzlich zwei kleinräumigere Netze der Bayern Digitalradio für das Allgäu und das Oberland, wo vermutlich die UKW-Lokalradios landen werden. Das dürfte dann Kanal 8B für das Allgäu werden (Grünten mit 10kW in Koordinierung, sowie Kanal 7D für das Oberland.»

Diese Umgestaltung der DAB-Netze ist übrigens bisher in Deutschland einmalig und wird Vorteile für den ganzen Freistaat Bayern bringen. Sie basiert auf einer Infrastrukturvereinbarung zwischen dem Bayerischen Rundfunk (BR), der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und der Bayern Digital Radio GmbH (BDR).

Internet: https://www.blm.de/infothek/aktuell.cfm

11.05.17 - Aus Radio Industrie wird Jam on Radio
Am 17. Mai 2017 wird sich Radio Industrie aus dem Kanton Zug zu Jam on Radio umwandeln. Das Programm ist auf den digris DAB-Inseln Zürich, Aarau, Basel, Luzern-Zug-Nidwalden zu empfangen und eine Aufschaltung in Bern ist ebenfalls geplant. Als neue, musikalische Inhalte geben die Veranstalter folgendes an: «Ob Rap und fette Bässe, feinster R'n'B, gemütlicher Reggae oder dann doch explosive Dancehall, Soca und Jungle Musik - für all diese Richtungen gab es bisher keine explizite Radiostation.»

jam on radio logo

Der Name von Radio Industrie wird voraussichtlich nicht ganz verschwinden, sondern am Sonntag jeweils wieder bei Jam on Radio auftauchen. Auch in Zukunft wird man jedoch an jungen Moderatoren festhalten, Praktikanten ausbilden und sein Programm auf die jüngere Zielgruppe ausrichten.

Internet: http://www.jam-on.ch

 

10.05.17 - Neue Beantragungen für Sendestandorte
In den vergangenen Wochen wurden bei der Deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA), welche die DAB-Frequenzen auch für die Schweiz koordiniert, wiederum zahlreiche neue Eintragungen vorgenommen, welche auf den künftigen Sendernetzausbau in unserem Land schliessen lassen. Da die Netzbetreiber die Öffentlichkeit meistens nicht über ihre Ausbaupläne informieren, verraten diese Daten doch Einiges über die Planungsarbeiten im Hintergrund und die weitere Entwicklung. Es handelt sich dabei vorderhand um Anfragen an die BNetzA, welche noch nicht definitiv koordiniert wurden.

SMC Kanäle

Kanal 7A (Nordschweiz)
Andermatt Bäzberg, 800 W, vertikal
Bülach Eschenmosen, 1'290 W, vertikal
Einsiedeln Chummweid, 550 W, vertikal
Gurtnellen unter Axeli, 650 W, vertikal
Oberiberg, 600 W, vertikal
Schüpfheim Voglisbergegg, 510 W, vertikal
Wolfenschiessen Stöck, 850 W, vertikal

Kanal 7D (Deutschschweiz)
Andermatt Bäzberg, 800 W, vertikal
Alt St. Johann Strichboden, 1'000 W, vertikal
Bülach Eschenmosen, 1'290 W, vertikal
Einsiedeln Chummweid, 550 W, vertikal
Gurtnellen unter Axeli, 650 W, vertikal
Oberiberg, 600 W, vertikal
Schüpfheim Voglisbergegg, 510 W, vertikal
Wolfenschiessen Stöck, 850 W, vertikal

Kanal 9B (Ostschweiz)
Bregenz Pfänder, 8'000 W, vertikal > Leistungserhöhung!
Alt St. Johann Strichboden, 1'000 W, vertikal
Altstätten Hoher Kasten, 4'260 W, vertikal
Ottenberg, 5'000 W, vertikal > Leistungserhöhung!

Karte vergrössern!

Die Abdeckungskarte des Ensembles Ostschweiz zeigt deutlich die kompakte Abdeckung mit den neuen Standorten.

digris Kanäle

Kanal 6A (Thun-Interlaken)
> Leistungserhöhungen!
Hofstetten b. Brienz Breiten, 500 W, horizontal
Thun KVA, 500 W, vertikal
Unterseen Harderkulm, 500 W, vertikal

Kartre vergrössern!l     Karte vergrössern!

Ungefähre Abdeckungskarten der digris-Inseln Berner Oberland  und Chur-Sarganserland zum Vergrössern.

Kanal 8B (Chur Sarganserland)
Chur Känzeli, 1'000 W, horizontal
Vilters Maienberg, 1'000 W, mixed

Kanal 10A (Biel-Bienne)
Port Jäissberg, 600 W, vertikal
Solothurn Spital, 300 W, vertikal

Kanal 10A (Bern)
Bern Forsthaus, 1’000 W, vertikal (wahrscheinlich KVA)

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Deutlich zeigen sich die unglücklichen Überschneidungsgebiete der digris-Inseln Bern und Biel-Solothurn.

Demnächst sollte nun auch die Aufschaltung von SRG-Kanal 12C und RMS-Kanal 10B auf den Sender Fribourg Lorette erfolgen, wobei das RMS-Ensemble mit deutlich weniger Leistung senden wird als die SRG (50 W / 630 W). Zudem wurden von der BNetzA auch die diversen, markanten Leistungserhöhungen auf den Hauptsendern bewilligt, welche im Agglomerationsbereich eine bessere Mauerdurchdringung der DAB-Signale von SRG-Kanal 12C bringen werden.

Einmal mehr fällt die wiederum unglückliche Frequenzverteilung von digris im Raum Biel-Solothurn-Bern auf. Aufgrund der auf unseren Abdeckungskarten deutlich sichtbaren Überschneidungen (Antennenrichtdiagramme nicht berücksichtigt), werden sich diese Kanäle in grossen Gebieten gegenseitig auslöschen. Will heissen: im Radio wird von beiden Ensembles einfach nichts zu hören sein. Auf demselben Kanal sendet ja auch noch die digris Insel Basel, ab dem gut gelegenen Standort St. Chrischona, welcher im Mittelland ebenfalls noch dazwischen funken kann. Diese Gleichkanalbelegungen sind wirklich eine sehr ärgerliche Sache, zumal immer noch nicht bekannt ist, ob dies von digris so gewollt ist oder dem Netzbetr.eiber aufgebürdet wurde. Erstmals taucht nun auch die Koordinierung der digris-Insel Chur Sarganserland auf Kanal 8B auf.

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Ausblick auf das Churer Rheintal. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Bei SMC ist deutlich die Netzverdichtung zu erkennen, welche die Kanäle 7A, 7D und 9B betrifft. Besonders der Ostschweizkanal wird dank den neuen Standorten Strichboden und Hoher Kasten und der Leistungserhöhung auf dem Pfänder und Ottenberg deutlich an Versorgungsqualität und Reichweite gewinnen. Aber auch das Entlebuch und die Innerschweiz, inklusive der wichtigen Verkehrsachsen durch den Kanton Uri, kommen künftig in besseren Genuss des Deutsch- und Nordschweizkanals.

Wichtig auch diesmal die folgende Bemerkung: bei all den Angaben handelt es sich nur um bewilligte Eintragungen zur internationalen Frequenzkoordination. Die Einträge bedeuten nicht, dass auf den genannten Kanälen und Sendern dereinst auch wirklich so wie geplant gesendet wird. Änderungen können kurzfristig immer wieder vorgenommen werden. Für eine ungefähre Entwicklungsprognose taugen die Angaben jedoch alleweil.

04.05.17 - Verein Digitalradio Deutschland: Gemeinsam für neues DAB+ Logo
Der Verein Digitalradio Deutschland setzt sich aktiv für das neue DAB+ Logo ein und begrüßt den Start einer DAB+ Kampagne. Im April ist das neue Logo offiziell vorgestellt worden, das die ARD im Einvernehmen mit dem Verein entwickelt hatte. Der bundesweite Einsatz der neuen Gestaltungselemente inklusive Radiospots wird seit dem 2. Mai 2017 konsequent umgesetzt. Teilnehmer sind ARD, Deutschlandradio, private Anbieter, DAB+ Radiohersteller und ein Netzbetreiber.

„Alle Marktteilnehmer sind herzlich eingeladen, sich an der neuen Markenführung zu beteiligen. Sie ist eine Riesenchance für DAB+“, so Dr. Willi Steul, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland und Intendant von Deutschlandradio.

dab logo mehr radio deutschland farbig

„Das neue Logo überzeugt und hat die Kraft, DAB+ bundesweit einheitlich und stringent über alle Kommunikationskanäle zu bewerben. Die ARD hat Gestaltungselemente entwickelt, die nun auch über das Büro des Vereins abgerufen werden können und allen Marktteilnehmern kostenlos zur Verfügung stehen. Der Verein Digitalradio Deutschland begrüßt das neue Design als wichtigen strategischen Schritt für die weitere Marktentwicklung pro DAB+.“

Die Vereinsmitglieder werden sich an der Markteinführung beteiligen, sei es über Spotschaltungen im öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk, oder im Netz, auf Events und im Handel am Point of Sale. Die Einführung des neuen Logos wird gestützt von vielfältigen Kommunikationsmaßnahmen des Vereinsbüros in Richtung Handel und Industrie, über Branchenverbände und den Einzelhandel.

dab logo mehr radio deutschland werbung

Die neu geschaffene, ikonographische Wort-Bild-Marke in Form eines Radios erklärt zusammen mit dem Claim „Mehr Radio“ universell verständlich und einfach erkennbar, wofür der technische Standard DAB+ steht. Zusammen mit ausdrucksstarker Typografie und einem Farbverlauf, entsteht für die Marke ein prägnantes Gestaltungsprinzip über alle Kommunikationskanäle.

Das neue Logo aus Deutschland würde sich auch für die Schweiz ganz gut machen. DAB-Swiss setzt sich deshalb mit dem Gedanken auseinander, künftig ebenfalls dieses Logo als Erkennungsmal für das Digitalradio einzusetzen.

Internet: http://digitalradio.de/index.php/de/haendlerbereich

01.05.17 - Valcava: Ein Sendestandort der Superlative in Norditalien
Eine der wohl imposantesten und leistungsstärksten Sendeanlagen Italiens befindet sich auf dem Pass Valcava, in der Provinz Lecco, welcher sonst vorwiegend in Radfahrerkreisen bekannt ist. Von diesem Standort werden Radio- und digitale TV-Programme teilweise mit einer Sendeleistung von bis zu sagenhaften 200'000 Watt (200 kW) ausgestrahlt. Man versorgt damit nebst der Agglomeration Milano auch gleich die ganze Poebene, zwischen Turin, Bologna und Venedig. Die Sendeleistungen sind dermassen stark, dass einzelne UKW-Programme von diesem Standort sogar auf der Alpennordseite gehört werden können. Dies dank Reflektionen an den Bergen. Interessantestes Beispiel dafür ist Radio Zeta auf 102,8 MHz, welches dank den Reflektionen von Finsteraar- und Schreckhorn zwischen Spiez, Thun und Bern teilweise sogar störungsfrei gehört werden kann. Die Frequenz wird mit 100'000 Watt abgestrahlt.

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Die mit “nur” 40kW gerechnete DAB-Abdeckungskarte, da das Programm keine höheren Sendeleistungen (wie 100 oder gar 200 kW) zulässt und der westliche Turm der Firma sogepotel s.r.l. Grafik und Foto zum Vergrössern. (Foto: S. Günig, Krattigen)

DAB-Swiss hat sich auf der Durchreise diesem interessanten Standort fotografisch gewidmet, welcher bereits im Jahr 1975 operativ wurde. Mittlerweile stehen auf rund 1'350 Meter über Meer sieben Sendetürme, wobei sich einer davon momentan noch gerade in Bau befindet. Aus Sicht des Digitalradios DAB+ sind die folgenden zwei Ensembles interessant:

Kanal 12D, EuroDAB Italia, 200'000 Watt, vertikal, 12 Programme
Kanal 12C, DAB Italia, 100'000 Watt, vertikal, 18 Programme

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Panoramaansicht der östlichen sechs Sendetürme. Ganz links der neue, sich noch in Bau befindliche, Turm. (Fotos: S. Grünig, Krattigen)

Vor Ort fallen sofort die stark gebündelten, gestapelten Antennenpakete auf, welche allesamt gegen streng gegen Süden ausgerichtet sind. Der höchste Turm steht etwas abgegrenzt von den anderen, alleine in westlicher Richtung. Die restlichen sechs Türme befinden sich gruppiert auf dem ausgesetzten Bergkamm. Am westlichsten davon, werden momentan gerade die neuen Sendeantennen montiert. Auf dem Pass selbst ist kein digitaler Radioempfang möglich, da die starken Sendeleistungen sich gegenseitig auslöschen. Dafür aber kann die Reichweite von Valcava-Torre de Busi jedoch in der Ferne sehr gut getestet werden, da EuroDAB Italia ausschliesslich hier den Kanal 12D einsetzt. So verwundert es nicht, dass die Signale auf der Strecke Milano, Piacenza, Parma bis hinein in die Hügelzüge der Abruzzen problemlos empfangen werden. In Richtung Schweiz ist der Standort Valcava durch die Berghänge doch recht stark abgeschattet. So funktioniert der Empfang hier nur gerade bis etwas nach Mendrisio.

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Einige Impressionen vom «Senderberg» Valcava. Man beachte die gestapelten, nach Süden gerichteten Antennenpakete. Fotos zum Vergrössern. (Fotos: S. Grünig, Krattigen)

Dermassen starke Sendeleistungen wären hierzulande schlicht undenkbar und im Berggebiet auch nicht nötig. Um die ganze Poebene jedoch mit einem einzigen Sendestandort zu versorgen und in dicht bebauten Städten wie Milano eine gute Mauerdurchdringung zu erreichen, machen die hohen Leistungen von Valcava durchaus Sinn. Zum Glück sind sämtliche Ortschaften nahe das Standorts durch Geländestufen abgedeckt, ansonsten würden sich die starken Leistungen wohl nicht gerade gesundheitsfördernd auf die Bewohner auswirken. Seit jeher ist Italien jedoch in Sachen Rundfunktechnologie ein hochinteressantes Land, wenn auch mit einem gewissen Wildwuchs und technischen Einrichtungen, bei welchen man nicht allzu genau hinsehen darf (siehe auch die Story von Radio 24 mit dem Pizzo Groppera).

DAB-Swiss interessiert sich ebenfalls für Ihre eigenen Erfahrungen mit DAB+ bei unserem südlichen Nachbarn. Hat jemand eventuell auch schon Digitalradiosignale vom Standort Valcava auf der Alpennordseite empfangen können? Kontaktieren Sie uns über das Gästebuch, facebook oder per Mail und berichten Sie über Ihre Beobachtungen.

30.04.17 - Aktuelle Infos von Netzbetreiber digris
Im vergangenen Monat hat sich bei Netzbetreiber dirgis so einiges getan. Zuerst sei an dieser Stelle der ohne Vorankündigung durchgeführte Kanalwechsel der DAB-Insel Zürich, von 9A auf 9D, erwähnt. Dieser Frequenzwechsel erfolgte offensichtlich in Absprache mit dem Deutschen Bundesland Baden-Württemberg, wo Kanal 9A künftig für ein anderes Angebot genutzt werden soll.

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Urwaldverhältnisse für den auf Italienischem Boden stehenden Sender San Bartolomeo (Sopraceneri) und Besprechung beim Sender Monte St. Marzio (Sottoceneri). (Fotos: digris, facebook)

Aktuell steht man in den Startlöchern mit den DAB-Inseln «Sopraceneri» (oberhalb des Monte Ceneri, also das Locarnese, Bellinzonese) und Sottoceneri (unterhalb des Mone Ceneris, also Luganese) beide auf Kanal 10C. Die technischen Anlagen sind gemäss Facebookpost von digris soweit bereit und die Inbetriebnahme kann in Kürze erfolgen. Welche Programme auf die Inseln geschaltet werden, steht jedoch noch in den Sternen. Ziemlich klar ist aber, dass Radio Italia solo Musica Italiana (RISMI) mit von der Partie sein wird und dass sich die beiden identischen Kanäle in den Überschneidungsgebieten gegenseitig auslöschen werden, es sei denn, man plant nun doch nur eine einzige Tessiner DAB-Insel im SFN-Betrieb.

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Die Versorgungskarten für die digris DAB-Inseln Sotto- und Sopraceneri zum Vergrössern!

Weiter hat man bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) diverse, neue Frequenzen für die kommenden digris Ensembles beantragt. Für die Insel Chur-Sarganserland wurden auf Kanal 8B die Sender Chur-Känzeli mit einer Sendeleistung von 1'000 Watt, horizontal und Vilters-Maienberg, mit ebenfalls 1'000 Watt, aber gemischter Polarisation koordiniert. Die Insel soll voraussichtlich im Juni 2017 auf Sendung gehen.
Für die Insel Berner Oberland, auf Kanal 6A, ist nebst den Sendern Thun KVA und Unterseen-Harderkulm noch der Standort Hofstetten bei Brienz-Breiten mit 500 Watt, horizontal dazugekommen. Start müsste hier gemäss aktuellen Angaben im Verlaufe des Mais sein. Eine Verzögerung ist jedoch ziemlich sicher.

DAB-Swiss Informiert umgehend, sobald konkrete Schritte erfolgen.

Internet: http://www.digris.ch

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

31.03.17 - Unsichere DAB-Weiterentwicklung ab 2020
Bis Ende April sollte sich nun definitiv entscheiden, ob das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) weitere DAB-Kapazitäten frei gibt, wir haben ausführlich berichtet. Unter anderem geht es auch um ein weiteres Netz für die Deutschschweiz, das sogenannte 5. Layer. Hierfür hat sich beispielsweise der Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) beworben. Es ist noch offen, welche Abdeckungsvoraussetzungen das Netz zu erfüllen hat (evtl. inklusive Wallis und Graubünden). Bei den lokalen Netzen ist bisher nur das Projekt Digital Oberland von Radio BeO bekannt.

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Sender Martigny-Ravoire und Symbolbild Mischpult. Fotos: S. Grünig, Krattigen / Pixabay.

Es darf angenommen werden, dass sich die Verantwortlichen des BAKOM eingehende Gedanken darüber machen, wie sich die Radiolandschaft in der Schweiz ab dem Jahr 2020 gestalten wird. Ab dann dürften nämlich die vom Bund beschlossenen Technologiefördergelder wegfallen und die Anbieter müssen die Kosten für die digitalterrestrische Verbreitung wieder vorwiegend selbst stemmen (ausser in bergigen Randgebieten). Natürlich fallen dann nach und nach die Kosten für die UKW-Versorgung weg, aber dennoch ist eine deutschschweizweite DAB-Abdeckung alles andere als günstig. Bei SMC muss ein Anbieter dafür jährlich mehrere hunderttausend Franken berappen. Dieses Geld muss zuerst mal verdient werden! Auch bei dirgis könnten sich die Preise möglicherweise gegen oben entwickeln. So wird sicherlich momentan beim BAKOM darüber sinniert, wie viele und welche Anbieter nach 2020 noch überleben können und vom Markt getragen werden. Irgendein Spartenprogramm ohne Werbung ist zwar günstig in der Produktion, kostet aber in Sachen Verbreitung genau gleich viel wie ein von Werbung und Sponsoring getragenes Angebot. Da wird es Medienhäuser geben, welche in Sachen DAB+ wieder zurückkrebsen werden und einzelne Angebote einstellen müssen. Insofern ist es fraglich, ob der Markt tatsächlich genügend stark für ein 2. Deutschschweiz-Ensemble sein wird. Bereits heute ist ja eine gewisse Marktsättigung unübersehbar. Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass ab 2020 diverse Verbreitungskapazitäten in den Netzen von SMC und digris wieder frei werden. Ist es da sinnvoll, wenn man danach zwei halbleere Deutschschweiz-Ensembles on Air hat?

Aufgrund der hohen Netzkosten ist es auch eher unwahrscheinlich, dass die Firma SwissMediaCast künftig auf mehr Qualität als Quantität setzen wird. Man wird auf Biegen und Brechen versuchen, 18 Anbieter auf ein Ensemble zu quetschen, anstatt vielleicht nur mit 12-14 Angeboten und besserer Übertragungsrate inklusive Zusatzdiensten zu senden. Für die einzelnen Anbieter würden dann die Kosten zu hoch, das zeichnet sich leider bereits jetzt ab.

Man darf also wirklich gespannt sein, wie sich BAKOM und UVEK Ende April entscheiden und welche Lösung sie vorlegen werden. Sicherlich wird es nichts Unüberlegtes sein, sondern eine Strategie, welche auch nach den grossen Umwälzungen ab 2020 Bestand haben wird. Bei dieser Strategiebekanntgabe ist nicht zu erwarten, dass die Kapazitäten bereits endgültig für einen Anbieter freigegeben werden. Vielmehr können sich danach noch weitere Netzbetreiber auf die Kapazitäten des 5. Layers bewerben, so diese auch wirklich zur Verfügung gestellt werden, vermuten wir.

31.03.17 - Zusätzlicher Sender für die Kanäle 7D und 8B
Heute ging, gemäss Ankündigung von SwissMediaCast, der geplante SMC-Sender Fribourg-Hôpital für die Kanäle 7D (Deutschschweiz) und 8B (Bern-Freiburg-Solothurn) im Testbetrieb mit einer Leistung von 477 Watt, vertikal auf Sendung. Der Regelbetrieb folgt dann ab 01. Mai 2017.

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Abdeckungskarte des Senders Fribourg-Hôpital zum Vergrössern!

Schon jetzt sind diese beiden Kanäle, unterwegs im Auto, dank dem Standort Chasseral bis weit hinunter an den Genfersee und ins Unterwallis empfangbar. Dank dem neuen Sender wird sich der bisher kritische Indoorempfang in der zweisprachigen Agglomeration Freiburg noch einmal deutlich verbessern. Es folgen in Kürze noch die Standorte Bülach Eschenmosen, Einsiedeln-Chummenweid, Oberiberg für Kanal 7D (Deutschschweiz) und Fiesch-Eggishorn für Kanal 11C (Oberwallis).

Internet: http://www.swissmediacast.ch

 

28.03.17 - Erste Sendeleistungserhöhungen abgesegnet
Wie bereits angekündigt, wurden bei der Bundesnetzagentur diverse massive Sendeleistungserhöhungen für DAB+ auf Schweizer Höhenstandorten beantragt. Nun sind die ersten Einträge für den SRG-Kanal 12C in die Kategorie 4 umgewandelt worden, was heissen will, dass die Erhöhungen international bewilligt wurden und entsprechend ausgeführt werden können. Die folgenden drei Sendestandorte sind davon in einer ersten Etappe betroffen:

Wildhaus Säntis von heute 15’849 auf 20’893Watt
Arth Rigi Kulm von heute 8’710 auf nun 35481 Watt
Zürich Uetliberg von heute 1’995 auf 31’623 Watt

Die allfälligen Antennenabsenkungen (Downtilt), welche sich auf die Ausbreitungsdistanz auswirken, sind dabei jedoch nicht berücksichtigt.

Grafik vergrössern!     Grafik vergrössern!

Anhand des Senders Rigi wird die Ausbreitung mit 8'710, bzw. 35'481 Watt ersichtlich (Grafiken zum Vergrössern!).

Von diesen wirklich massiven Erhöhungen, wird sicherlich auch das grenznahe Ausland profitieren, welches den SRG-Deutschschweizkanal künftig besser empfangen kann. Landesintern hat der Leistungsausbau einerseits eine bessere Durchdringung von dicken Wänden (z.B. in Kellern oder Städten) zur Folge, aber auch zunehmende Probleme mit dem Gleichwellennetz (SFN), welches von den Technikern gut im Auge behalten werden muss.

Weitere Sendeleistungserhöhungen sollen folgen.

23.03.17 - Bekanntgabe von neuen DAB-Übertragungskapazitäten noch im Frühjahr
Auf abermalige Nachfrage von DAB-Swiss beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), gibt René Wehrlin zur Neuausschreibung von DAB-Übertragungskapazitäten bekannt, dass mit einer Veröffentlichung der Resultate im Verlaufe des Frühjahrs 2017 zu rechnen sei. Dies nachdem es zuerst «Anfang 2017» geheissen hatte. Unter anderem geht es dabei um die Bewilligung eines zweiten Deutschschweiz-Ensembles von SwissMediaCast (SMC), um das Projekt Digital Oberland von Radio BeO und allfällige weitere Anträge auf DAB-Netze.

Grafik vergrössern!    bakom

DAB-Bedeckungsplanung in der Schweiz zum Vergrössern.

Ursprünglich hätte die Bekanntgabe bereits im August/September 2016 stattfinden sollen. UVEK und BAKOM wollen die Sache jedoch sehr genau prüfen, damit keine Präzedenzfälle geschaffen werden, sorgfältig mit den Übertragungsreserven umgegangen wird und nicht plötzlich jeder Anbieter den Bedarf für ein eigenes DAB-Netz anmeldet.

20.03.17 - Beteiligungen und Zukunft von Schweizer Privatradios: eine kritische Betrachtung
Die meisten Privatradios in der Schweiz werden heute von grösseren Medienhäusern dominiert, welche bei der Netzbetreiberfirma SwissMediaCast (SMC), nebst der öffentlich-rechtlichen SRG, federführend sind. So verwundert es auch nicht, dass sich kleinere, ländliche Radiostationen lange schwer mit dem Umstieg auf das Digitalradio DAB+ getan haben. Für die eigenständigen Sender, wie Radio BeO oder neo1, hätte der unsubventionierte Umstieg auf die neue Technologie durchaus existenzielle Probleme verursachen können. Aus diesem Grunde sind die DAB-Fördergelder und die Roadmap des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) berechtigt und überaus wichtig für die Zukunft und die Vielfalt des Rundfunks in der Schweiz. Kleinere Anbieter wären sonst von der finanzstarken Konkurrenz einfach an die Wand gedrückt worden. Das Wichtigste dabei ist jedoch, dass wenn die Fördergelder auslaufen, wirklich das UKW Band abgeschaltet wird und wieder für alle gleich lange Spiesse gelten.

Nachfolgend haben wir einmal aufgelistet, wie es um die Beteiligungen und die Einflussnahme von Verlagen und Medienhäusern in der Schweizer Radioszene steht. Dabei ist sofort festzustellen, dass es doch einige sehr dominante Medienhäuser gibt, welche über finanzielle Ressourcen verfügen, die kleineren Anbietern schlichtweg verschlossen bleiben:

ringier logo 2017Ringier
Energy Zürich
Energy Basel
Energy Bern
Luna Radio
Vintage Radio
Classix Radio
Rockit Radio
Radio del Mar

BT Holding (AZ Mediengruppe)
Radio 24
Radio Argovia
Radio 32 (mit Zofinger Tagblatt und Netbasket AG)

nzz logo 2017NZZ Mediengruppe
FM 1
Radio Melody
Radio Pilatus

Top Medien (Günter Heuberger)
Radio Top
Top Two

Zürichsee Medien AG
Radio Bern 1
Radio Zürisee

SO Media
Radio Südostschweiz

Matthias Hagemann
Radio Basilisk

Neue Medien Zentralschweiz (Alfonso Spirig)
Radio Central
Radio Eviva
Sunshine Radio

zofinger tagblatt logo 2017Zofinger Tagblatt AG
Radio 32
Radio Inside

Roger Schawinski
Radio 1
Planet 105

Rotten Multimedia (Mengis AG)
rro
rro müsg pur
rro swiss melody

Meier + Cie AG (Verlag)
Radio Munot

Radio Berner Oberland AG
Radio BeO

gassmann ag logo 2017Gassmann AG, Büro Cortesi, Biel
Canal 3 D
Canal 3 F

Radio Emme AG
neo1

Pierre Steulet
RFJ
RJB
RTN
GRIFF

Groupe Rouge
Rouge FM
Yes FM

Durch solche Bündnisse und Beteiligungen kann man es sich in der Schweiz auch leisten, dass beinahe sämtliche kommerziellen Privatradios den genau gleichen Mainstreamsound auf und ab leiern. Auch die Qualität der Sendegefässe und moderierten Beiträge ist teilweise wirklich fraglich, wenn nicht sogar bedenklich.

Spätestens wenn ab dem Jahr 2020 die DAB-Technologiebeiträge wieder wegzufallen beginnen und 2024 UKW abgeschaltet wird, könnte es in der Schweizer Privatradioszene ein böses Erwachen geben, ohne schwarz zu malen. Warum diese Annahme? Auf dem UKW-Band waren die Sendegebiete bislang ziemlich konkret zugeteilt und abgegrenzt. So konnte sich jede Region ihren eigenen «08:15 Anbieter» leisten. Mit DAB+ fallen diese Grenzen weitgehend weg und werden keine lokalen Konzessionen wie früher mehr verteilt. Schon jetzt senden die meisten Privatradios sprachregional oder zumindest in einem grösseren regionalen Layer. Dabei fällt wie erwähnt auf, dass beinahe jedes Programm gleich klingt, mit einer minimalen Rotation von aktuellen Hitparadensongs und einzelnen Evergreens. «Adult Contemporary», nennt man diese Programmgestaltung in der Branche wohlklingend. So kommt es, dass wenn der Hörer nicht auf’s Display blickt, er oftmals gar nicht mehr merkt ober er jetzt beispielsweise Radio Südostschweiz, Energy, Argovia, Sunshine oder Pilatus hört. Da kein Mensch auf längere Zeit dutzende von identisch klingenden Programmen konsumieren kann und will, könnte dies nach Abschaltung von UKW durchaus zu einem Problem werden, von welchem dann hoffentlich die kleineren Anbieter profitieren werden, welche sich durch Programmvielfalt, Themensendungen und hohe Moderationsqualität profilieren.

Karte vergössern!

Das grossflächige, aktuelle Versorgungsgebiet der Anbieter auf SMC-Nordschweizkanal 7A (zum Vergrössern).

Ein mutiger Schritt wäre es beispielsweise, sein Programm bereits heute etwas nationaler auszurichten, ohne dass jedoch der lokale Bezug vernachlässigt wird. Einfach umzusetzen, mit nationalen Wetterberichten, grossflächigeren Verkehrsmeldungen oder Veranstaltungshinweisen für das neue, grössere Sendegebiet. Nehmen wir noch einmal das bisher eher kleine Radio BeO, welches neu bis weit in den Aargau oder zum Jurasüdfuss gehört werden kann: mit kleinem Aufwand könnte sich das Programm nun auf das neue Versorgungsgebiet ausrichten, dies entsprechend kommunizieren und in einem Wisch zahlreiche neuen Hörer abholen, welche bislang keine terrestrische Empfangschance hatten. Das geht aber nur, wenn man DAB+ auch wirklich ansprechend und aktiv vermarktet, nicht wie Canal 3, welches im Digitalradio buchstäblich unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf Sendung ging. Das Deutsche Schwarzwaldradio macht’s mit seinem Evergreen-Programm eindrücklich vor, wie eine Erweiterung von einem lokalen auf ein nationales Sendegebiet unter Einbezug der Hörerschaft erfolgreich umgesetzt wird!

schwarzwaldradio dab-verbreitung

Hinweis auf die bundesweite DAB-Verbreitung von Schwarzwaldradio.

Man darf also durchaus gespannt sein, auf die Weiterentwicklung der Schweizer Privatradioszene, welche momentan ganz sicher noch grosses, qualitatives Entwicklungspotenzial aufweist. Ansonsten werden ab 2020 einzelne Anbieter still aus dem Äther verschwinden oder Fusionieren, ohne dass es überhaupt jemanden stört oder dass es bemerkt wird.

12.03.17 - Weitere DAB+ Aufschaltungen in den Nationalstrassentunnels
In den vergangenen Wochen wurden wiederum zahlreiche, neue Strassentunnels und Galerien mit DAB+ ausgerüstet, wie die Frequenzlisten des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) verraten. Dabei konzentrieren sich die Aufschaltungen auf die Agglomeration Genf und die A2 am Gotthard, auf Urner Seite. Folgende Neuaufschaltungen können verzeichnet werden:

Agglomeration Genf (Kanal 12A)
Confignon (A1)
Vernier (A1)
Bachet de Pesay (A1a)
Saconnex d’ Arve (A1a)
Arare (A1a)
Des Palettes (A1a)

Urner Haupttal (Kanal 12C)
Galerie Gurtnellen Güetli (A2)
Galerie Gurtnellen Rippistal (A2)
Galerie Gurtnellen Wilerplanggen (A2)
Galerie Pfaffensprung (A2)
Intschi (A2)

Misox (Kanal 12A / 12D)
San Fedele (A13)

Axenstrasse (Kanal 12C)
Tellsplatte (A4)

agglomeration genf     Grafik vergrössern!

Die Lichter der Agglomeration Genf im Winter (Foto: S. Grünig, Krattigen) und die aktuelle Tunnelversorgungskarte zum Vergrössern.

Damit ist der Kanton Genf der erste Schweizer Kanton, in welchem sämtliche Nationalstrassentunnels mit DAB+ ausgerüstet sind. Erstaunlich ist jedoch, dass bei diesen Neuaufschaltungen nur die Ensembles der SRG berücksichtigt wurden. Aus den BAKOM-Listen ist zu entnehmen, dass die Kanäle von SwissMediaCast (SMC) und Romandie Médias SA (RMS) in den oben erwähnten Tunnels und Galerien noch nicht ausgestrahlt werden. Oftmals ist dabei jedoch mit gutem Equipment ein Empfang von aussen möglich.

In Kürze werden, bei ihrer Eröffnung, auch die zahlreichen neuen Tunnels der Transjurassienne (A16) im Vallée de Tavannes mit DAB+ verfügbar sein.

Gegenwärtig sind in der Schweiz nun also 54 von 206 Nationalstrassentunnels, welche länger als 300m sind, mit dem Digitalradio DAB+ ausgerüstet. Dies entspricht einer Quote von 26%. Es gibt in den kommenden Monaten noch viel zu tun für das ASTRA.

Mehr dazu jetzt auch in unserem aktuellen Tunnelverzeichnis auf der Seite Empfangsgebiete.

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

09.03.17 - Kanal 7A nun auch im Baselland besser empfangbar
Gemäss der Senderliste auf map.geo ist jetzt der SMC-Kanal 7A (Nordschweiz) auch im Baselland aufgeschaltet. Folgende Sender laufen neu, vertikal polarisiert:

- Läufelfingen (724W)
- Waldenburg Richtifluh (380W)
- Ziefen-Köpfli (589W)

Damit setzt SwissMediaCast die im Januar angekündigten Aufschaltungen nun wirklich recht zügig um.

abdeckungskarte kanal 7a baselland kl

Die Karte (zum Vergrössern) zeigt das Versorgungsgebiet der neuen drei Sender, ohne Berücksichtigung von Antennendiagrammen oder Reflektionen.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

01.03.17 - Neue digris-Starttermine und Ensemble-Bezeichnungen
Einmal mehr hat Netzbetreiber digris den Zeitplan für den Start seiner weiteren DAB-Inseln angepasst und Verschiebungen nach hinten vorgenommen. Im Tessin scheint es gewaltig zu "harzen", denn die zwei Südschweizer-Ensembles wurden nun bereits auf April 2017 verschoben. Wahrscheinlich werden sie dann tatsächlich erst im Sommer starten.

Weiter fällt auf, dass die Insel "Thun" in "Berner Oberland" und "Biel-Bienne" in "Biel-Solothurn" umbenannt wurde. Wie digris jedoch gedenkt, das bergige Berner Oberland sauber abzudecken, bleibt noch offen. Eventuell entwickelt sich da tatsächlich eine Kooperation mit dem Projekt "Digital Oberland" von Radio BeO. Auch hier ist aber nicht sicher, ob als Startmonat der Mai gehalten werden kann.

01.03.17 - Neuer SMC DAB+ Sender im Wallis gestartet
Für den SwissMediaCast-Kanal 11C, Oberwallis, startete über das vergangene Wochenende nun auch der seit einiger Zeit geplante Sender Savièse, bei Sion, mit einer Leistung von 200 Watt, vertikal. Damit ist gemäss Beobachtungen von Julien Schroeter nun auch das Unterwallis, besonders die Agglomeration Sion, indoor sauber mit diesem Kanal abgedeckt.

sender saviese quer     Karte vergrössern!

Der Sender Savièse bei Sion und die Abdeckungskarte des Senders zum Vergrössern. (Foto: S. Grünig)

Der Sendemast wurde früher für Mittelwellenausstrahlungen verwendet und beherbergte seither keine Rundfunkantennen mehr. Gemäss Julien Schroeter ist die Region um Sion nun mit vier DAB-Ensembles einwandfrei versorgt, welche dort allesamt eine Signalqualität von 100% aufweisen. Als nächstes folgt in diesem Ensemble der Sender Fiesch-Eggishorn.

28.02.17 - Vier Bewerber für den zweiten Deutschen Bundesmux
Interessante News wiederum aus unserem Deutschen Nachbarland. Für das zweite, bundesweite DAB-Ensemble haben sich bis am vergangenen Freitag diverse, mögliche Plattformbetreiber gemeldet, wie die folgende Pressemeldung bestätigt: «Bis heute (Freitag) um 12 Uhr sind insgesamt vier Bewerbungen von Plattformanbietern bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die als zuständige Landesmedienanstalt bestimmt wurde, eingegangen.

Bei den Bewerbern handelt es sich um die

- Digital Audio Broadcasting Plattform DABP GmbH, vertreten durch  die Geschäftsführer Dr. René Laier und Florian Schuck, Leipzig
- Absolut Digital GmbH & Co. KG, vertreten durch den Geschäftsführer Willi Schreiner, Nürnberg
- MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Wolfgang Breuer, Köln
- Radi/o digital GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Caspar Schilgen, München.

Der Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten wird sich am 7. März mit den Bewerbungen befassen und eine erste Bewertung in Bezug auf die Zulässigkeit und Qualität der Anträge vornehmen. Es ist vorgesehen, die Bewerber zu dieser Sitzung einzuladen. Danach werden der weitere Ablauf und der Zeitplan bis zur Zuweisungsentscheidung konkretisiert. Noch in der ersten Jahreshälfte 2017 könnte dann die Zuweisung durch ZAK oder – im Fall einer Auswahlentscheidung – durch die GVK erfolgen. Die Ausschreibung hatte sich ausschliesslich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot gerichtet. Eine Regionalisierung war nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen.»

Besonders interessant und überraschend ist die Bewerbung der Absolut Digital GmbH & Co. KG, welche offensichtlich die Stärke von DAB+ erkannt hat und anstatt auf Mainstream, mit 16 verschiedenen Spartenprogrammen auf Vielfalt und Abwechslung setzen will. Die folgenden Kanäle sind in diesem Projekt geplant:

absolut spartenprogramme dab

Grafik: radioszene.de

Absolut Radio (Album Hits) / Absolut Hot Hits (Newcomer) / Absolut 70er / Absolut 80er / Absolut 90er / Absolut 2000er / Absolut Bella (Italo Hits) / Absolut Country / Absolut Rock / Absolut Disco Classics / Absolut Jazz / Absolut Magic (Lounge Music) / Absolut Oldies (50er/60er) / Absolut Melodie (ehemals Radio Melodie, Volksmusik) / Absolut Holiday (Urlaubshits) / Absolut Live (Livemusik)

Mit seinen Programmen Absolut Relax und Absolut Radio ist das Unternehmen ja bereits heute auf DAB+ aktiv. Es könnte aber durchaus auch sein, dass sich für die definitive Vergabe noch Allianzen bilden und gemeinsame Synergien genutzt werden.

Der Kommentar:
Bei all diesen Interessenten und Entwicklungen darf man getrost darüber spekulieren, wann wohl in Deutschland sogar ein dritter Bundesmux ausgeschrieben wird, solange noch genügend Frequenzen zur Verfügung stehen. Einmal mehr zeigt sich auch, dass auf UKW starke Anbieter wie RTL Radio absolut kein Interesse am Digitalradio DAB+ zeigen, da sie den Verlust von eigenen Marktanteilen fürchten. Dieser Schuss geht nun aber doch langsam gegen hinten los, da die digitale Migration beim Medium Radio auch in Deutschland zunehmend deutlicher wird. Nach wie vor sind die webbasierten Dienste eine ungenügende Alternative zum terrestrischen Hörfunk. Bleibt nur zu hoffen, dass diese zweite, neue Plattform auch im Süden rasch ausgebaut wird, damit wir in der Schweiz doch auch ein Wenig von der Vielfalt profitieren könnten. Standorte wie der Feldberg im Schwarzwald oder der Hochrhein wären attraktiv dafür.

22.02.17 - Wie weiter bei dirgis?
Bereits ist wieder einige Zeit vergangen, seit den letzten News von digris. Die Problematik mit dem SFN-Betrieb (Verbund mehrerer Sender im Gleichwellennetz) innerhalb der DAB-Insel Luzern-Zug-Nidwalden, scheint immer noch nicht gelöst zu sein. Offensichtlich konnte der Senderhersteller das Problem nicht wie gewünscht beheben. Abwarten und hoffen, ist hier also angesagt. Gemäss der Webseite des Netzbetreibers, müssten nun im Verlaufe des Monats März endlich die zwei DAB-Inseln im Tessin starten.

panorama sottoceneri

Panorama des Sottoceneri vom Monte San Salvatore (Tessin). Foto: S. Grünig, Krattigen.

Koordiniert dafür sind gemäss Bundesnetzagentur (BNetzA) zwei Senderstandorte auf Italienischem Staatsgebiet: San Bartololmeo (Sopraceneri) und Monte St. Marzio (Sottoceneri), komischerweise beide für Kanal 10C. Die nachfolgenden Abdeckungskarten zeigen eine mögliche Versorgung mit den beiden digris DAB-Inseln. Dabei sind, wie gewohnt, keine Antennendiagramme und Signalreflektionen berücksichtigt. Beim Sottoceneri-Ensemble fällt besonders der starke Spot genau gegen Milano auf. Schade, dass hier durch das Massiv des Monte San Salvatore grosse Gebiete des südlichen Tessins verdeckt werden. Auch Chiasso ist mit diesem Standort suboptimal versorgt. Im Sopraceneri könnte sich mit der geplanten Versorgung der Empfang in Richtung Bellinzona schwierig gestalten. Doch nur die Realität wird die Versorgungsqualität auch wirklich aufzeigen.

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Die Versorgungskarten für die digris DAB-Inseln Sotto- und Sopraceneri zum Vergrössern!

Die Termine für den Start in der Südschweiz wurden bislang leider immer wieder hinausgeschoben und auch über eine definitive Programmbelegung ist nichts bekannt. Vieles hängt vom Italienisches digris-Partner ab.

Für den Monat Mai sind danach gleich vier weitere DAB-Inseln geplant und können hoffentlich termingerecht on Air gehen. Thun-Interlaken, auf Kanal 6A (Sender: Thun KVA), Bern, auf Kanal 10A (Sender: Bern-Forsthaus), Neuchâtel-Yverdon, wahrscheinlich auf Kanal 10A, und Rheintal, voraussichtlich auf Kanal 5D. Auch hier darf man auf die Kanalbelegungen gespannt sein. Die Inbetriebnahme im angegebenen Monat kann sich jedoch aus Erfahrung wesentlich gegen hinten verschieben. Die Problematik ist, dass Netzbetreiber digris nur sehr spärlich über die laufenden Prozesse orientiert. Auf neue Programme freuen, darf man sich aber alleweil.

Internet: http://www.digris.ch

17.02.17 - Der Sender Valzeina wird endlich umgeschaltet
Gemäss Informationen im Schweizer Radioforum, wird nun der Sender Valzeina-Mittagplatte (GR), am Mittwoch, 22. Februar nach dem Mittag, endlich umgeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt wird Kanal 9D endgültig verstummen.

sender valzeina mittagplatte

Der elegante Sender Valzeina-Mittagplatte. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Das SMC-Ensemble für die Ostschweiz ist dann, wie ab allen anderen Sendern, auf Kanal 9B zu hören. Zusätzlich wird auch noch SMC Kanal 7A für die Nordschweiz aufgeschaltet. Damit löst SwissMediaCast ein bereits seit längerer Zeit bestehendes Versorgungsproblem und schafft im Rheintal gleichzeitig eine attraktive Radiovielfalt.

Quelle: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?11947,1002017,page=44

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

17.02.17 - Politiker bringen die beliebten SRG-Spartensender in Gefahr
Die nationalrätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) beantragt dem Bundesrat die Schliessung der SRG-Spartenprogramme Swiss Pop, Swiss Classic, Swiss Jazz, SRF Musigwälle, SRF Virus und RTS Option Musique. Vordergründig wird mit der unnötigen Verschleuderung von Gebührengeldern argumentiert, hintergründig geht es den vorwiegend bürgerlichen Politikern jedoch viel mehr um einen politischen Schlagabtausch und um die Wahrung von Eigeninteressen. Das Spiel ist jedoch recht einfach zu durchschauen und stösst bei Behörden und Bevölkerung zugunsten der Programmvielfalt im Äther hoffentlich auf breite Ablehnung. Die sechs betroffenen SRG-Angebote haben alle eine eigene Geschichte und eine begeisterte Stammhörerschaft.

srg spartensender

Es ist fraglich, ob die Privatradios nach einer allfälligen Einstellung der SRG Angebote tatsächlich in diese Presche springen würden. Nischenprogramme sind auf dem Werbemarkt nach wie vor weitgehend uninteressant. Die ausführliche, persönliche Betrachtung dieses politischen Hickhacks hat DAB-Swiss-Betreiber, Stefan Grünig, für die Radioszene zusammengestellt, sie ist unter: http://www.radioszene.de/101384/srg-bashing-schweiz-virus-swiss-pop-jazz-musikwelle.html zu finden. Nicht zuletzt stellen die SRG-Spartenprogramme erstklassige Zugpferde für den Umstieg auf DAB+ dar. Bewährtes sollte von einer starken Gemeinschaft getragen werden, denn nicht immer führt mehr Wettbewerb auch wirklich zu einem Gewinn für das Publikum.

15.02.17 - Radio BeO startet den DAB-Regelbetrieb
Im Zuge der digitalen Migration verbreitet Radio Berner Oberland (BeO) überraschenderweise seit heute sein Programm auch über das Digitalradio, DAB+. Der Anbieter aus Interlaken ist neu auf Kanal 8B (Bern-Freiburg-Solothurn) von SwissMediaCast (SMC) zu hören, wie uns der Chef Technik, Patric Perret, heute exklusiv am Telefon verriet. Die Kennung lautet: «B E O+ / Radio BeO - vo hie für hie». Einziger Wehmutstropfen: da SMC generell mehr auf Quantität als Qualität setzt (momentan befinden sich 18 Programme zusammengequetscht auf Kanal 8B), wird momentan mit einer Übertragungsrate von nur gerade 64kbit/s gesendet. Mit der eventuellen Aufschaltung eines 2. Deutschschweiz-Ensembles könnte hier jedoch vielleicht in absehbarer Zeit Besserung zu erwarten sein. Momentan wird das Signal von Radio BeO noch ab Webstream zugeführt, in Kürze wechselt man jedoch auf eine Standleitung, um die nötige Qualität zu gewährleisten. Auch möchte man mit SMC den zügigen Ausbau in Richtung Simmental, Kandertal, Saanenland und Jungfrauregion verhandeln.

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Das neue, riesige, digitale Versorgungsgebiet von Radio BeO (Karte zum vergrössern).

Im bergigen Gebiet profitiert Radio BeO sehr stark von den Reflektionen des Kanals 8B. So ist das Programm mit gutem Autoequipment im Simmental bis nach Grubenwald vor Zweisimmen, im Diemtigtal bis nach Tiermatten, im Kandertal bis kurz vor Adelboden und bis nach Kandersteg, in der Jungfrauregion bis nach Grindelwald, bzw. Lauterbrunnen und am Brünigpass bis nach Sarnen (OW) praktisch lückenlos zu empfangen. Diese Empfangsmöglichkeiten wurden von uns bereits eingehend getestet, gelten jedoch nur für den mobilen und nicht für den stationären Indoorempfang.

radio beo patric perret     radio beo studio

Radio BeO Techniker Patric Perret, mit einem DAB-Radio und der Blick ins BeO Studio. Fotos: Radio BeO.

Der Aufschaltung sind zahlreiche tiefgreifende Abklärungen und Abwägungen vorausgegangen, ist doch beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) immer noch der Antrag für ein eigenes DAB-Netz hängig. Doch offensichtlich wollte man nun vorwärts machen, im Berner Oberland, um den Anschluss nicht zu verlieren. Kommt dazu: «…dass uns das BAKOM eine Zusammenarbeit mit SMC nahegelegt hat.», so Patric Perret weiter. Der Entscheid, auf das im Kerngebiet von Radio BeO noch schlecht ausgebaute SMC-Ensemble zu setzen, bedeutet jedoch nicht, dass das Projekt «Digital Oberland» damit gestorben ist. Es ist jedoch offensichtlich, dass das BAKOM lieber keinen Präzedenzfall für ein privat betriebenes DAB-Netz schaffen möchte, im Hinblick darauf, dass dies auch bei anderen Anbietern Begierden auslösen könnte. Ebenfalls steht man immer noch in Verhandlungen mit Netzbetreiber digris, mit welchem eine Zusammenarbeit ebenfalls möglich wäre. Gerade für kleinere Anbieter, ohne grosse Verlagshäuser im Rücken, ist die digitale Migration eine riesige, finanzielle Herausforderung, zudem die bisherigen Konzessionsgebiete noch nicht durchwegs versorgt werden können. Dafür ist man jedoch in den Entscheiden und in der Programmgestaltung weitgehend unabhängig und kann es sich leisten, den Mainstream zu verlassen um auf die spezifischen Hörerbedürftnisse einzugehen. Das beweist Radio BeO seit Jahren eindrücklich und erfolgreich.

radio beo radioplayer

Screenshot aus Andis DAB Player, mit dem Empfangsdaten von Radio BeO, auf Kanal 8B.

Internet: http://www.radiobeo.ch

Der Kommentar:
Mit dem regulären Start von Radio BeO auf DAB+, verbleibt nun nur noch ein einziger, kommerzieller Privatsender ausschliesslich auf UKW: neo1 aus dem Emmental, welches ebenfalls ein noch unvollständig ausgebautes Konzessionsgebiet zu versorgen hat. Doch gemäss Informationen aus Langnau, befindet sich auch neo1 bereits in Verhandlungen um eine Lösung. Diese Tatsache zeigt auf eindrückliche Weise, dass die Schweiz auch in Sachen Digitalradio weltweit führend ist. Im Gegensatz zu den anderen Europäischen Staaten, werden hierzulande in Kürze restlos alle kommerziellen Privatradios im neuen Übertragungsstandard angeboten. Dazu kommen natürlich noch all die Sparten-, Alternativ- und Kleinstanbieter, welche heute schon über DAB+ zu hören sind. Eine wahrlich attraktive Auswahl, welche dem Internet durchaus starke Paroli bieten kann.
Was Radio BeO anbelangt, so ist es für die Radiomacher aus Interlaken wirklich ein gut durchdachter, wichtiger Schritt in die digitale Zukunft. Es ist jedoch trotzdem ratsam, die Pläne von Digital Oberland nicht ganz aufzugeben. Das auf das gebirgige Berner Oberland zugeschnittene DAB-Ensemble wäre ein Musterstück für die Versorgung einer topografisch schwierigen Region mit einem attraktiven Angebot. Ganz im Sinne der Programmvielfalt, der Unabhängigkeit und des Versorgungsauftrages der Konzessionsnehmer, sind solche Projekte in Zukunft wohl kaum verhinderbar. Es könnte jedoch durchaus auch Sinn machen, dass sich digris und Radio BeO auf ein gemeinsames Netz «Berner Oberland» einigen würden. Dabei könnte man gemeinsame Synergien nutzen und gleichzeitig eine wirtschaftlich tragbare Lösung anbieten. Bedingung dafür wäre jedoch der saubere Ausbau im gesamten, bisherigen Konzessionsgebiet, zu welchem man vielleicht tatsächlich noch das Emmental nehmen könnte. Ein Netz Berner Oberland-Emmental wäre für alle Beteiligten ein Gewinn und böte vielleicht sogar eine Plattform für einige Spartenprogramme aus den jeweiligen Radiohäusern. Doch lassen wir nun vorerst einmal die Spekulationen beiseite und freuen uns darüber, dass es wieder ein ländlicher Sender mehr zum DAB-Regelbetrieb geschafft hat. Herzliche Gratulation und «let’s go digital!»

 

14.02.17 - Radio wird in der Schweiz zunehmend digital gehört
Der Trend zur Digitalisierung setzt sich gemäss Medienmitteilung weiter fort: demnach wird Radio in der Schweiz bereits heute zu 54 Prozent auf digitalem Weg konsumiert. Das zeigt eine Befragung von GfK Switzerland zur Radionutzung in der Schweiz, die anlässlich des Atelier Radiophonique Romand in Neuenburg vorgestellt worden ist. Die Einwohner der Schweiz haben im zweiten Halbjahr 2016 von 100 Radiominuten durchschnittlich 54 Minuten auf digitalem Weg gehört, also per DAB+ oder IP-Radio (Internetradio). Das ist 1 Minute mehr als noch im ersten Semester 2016.

Seit der Befragung zur digitalen Radionutzung im Herbst 2015, hat das digitale Radio um 5 Prozent auf 54 Prozent zugelegt - auf Kosten des analogen Radios, das via UKW-Frequenz übertragen wird. Die Geschwindigkeit der Digitalisierung wurde im letzten Halbjahr leicht gebremst, der Trend geht aber klar hin zur digitalen Nutzung. Das digitale Radio konnte bei allen Altersgruppen zulegen: die älteren Radionutzer steigen dabei eher auf DAB+ um, bei den Hörern zwischen 15 und 34 Jahren wachsen die Nutzeranteile des Internetradios prozentual am stärksten. Von Herbst 2015 bis Herbst 2016 stieg der Anteil des IP-Radios dort um 8 Prozent.

dab empfänger mediamarkt 2017-1     dab empfänger und programmliste 2017-1

Symbolbilder: Digitalradioangebot im Mediamarkt und DAB-Programmliste mit Heimempfänger. Fotos: S. Grünig, Krattigen.

Mit 28 Prozent wird in der Deutschschweiz weiterhin mehr DAB+ gehört als in den anderen Sprachregionen. Im letzten Halbjahr hat die Westschweiz um 2 Prozent zugelegt - auf 25 Prozent. Der Löwenanteil der DAB+ Nutzung insgesamt passiert auf stationären Radiogeräten, dort ist im letzten Halbjahr ein zweiprozentiges Wachstum der DAB+ Nutzung zu verzeichnen. Auch bei Autoradios wächst DAB+: Innerhalb des letzten Jahres um 4 auf 21 Prozent. Dennoch geschieht hier 73 Prozent der Nutzung im Auto analog mit UKW-Radio. Hier wird sich künftig sicher der laufende Nationalstrassen-Tunnelausbau positiv auswirken.

Seit Frühling 2015 ermittelt GfK Switzerland im Auftrag der Arbeitsgruppe DigiMig mit einer Online-Befragung und telefonischen Interviews halbjährlich den Stand der digitalen Radionutzung in der Schweiz: Im zweiten Semester 2016 wurden dazu 2530 Personen ab 15 Jahren befragt.

dab ja mi

Die positive Entwicklung bei DAB+ ist sicher auch der rasant ansteigenden Programmvielfalt und der guten, flächendeckenden Versorgung zuzuschreiben. Gespannt sein darf man indies auf die Folgen der vom BAKOM beauftragten, grossangelegten Werbekampagnen, welche nun im Verlaufe des Jahres ins Rollen gebracht werden. Auch die mögliche Aufschaltung eines 2. Deutschschweiz-Ensembles von SwissMediaCast (SMC) und von weiteren digris DAB-Inseln dürfte DAB+ weiter beflügeln.

08.02.17 - Das grosse Rätselraten über ein 2. Deutschschweiz-Ensemble von SMC
Auch wenn sich BAKOM und UVEK ausserordentlich viel Zeit mit der Bekanntgabe neuer DAB-Netze lassen (ursprünglich war die Bekanntgabe von Resultaten der Interessensabklärung für August 2016 geplant), darf heute schon über die möglichen Anbieter im 2. Deutschschweiz-Ensemble von SwissMediaCast (SMC) spekuliert werden, so dieses denn auch wirklich bewilligt wird. Aber eben, es handelt sich dabei um reine Annahmen ohne jegliche, offizielle Bestätigung. Einige Programme sind jedoch ganz heisse Kandidaten für dieses Ensemble, welches theoretisch noch im Verlaufe des Jahres 2017 auf Sendung gehen könnte:

  • Radio Melody, aus dem Hause FM1, mit Schlagern und Oldies, gilt bereits als gesetzt. Dabei würde ein Platz im Ostschweiz-Ensemble frei.
  • Sunshine Radio, aus dem Hause Radio Central, wechselt ziemlich sicher von den Regionallayern auf einen 2. Deutschschweizlayer.
  • Radio 32 Goldies, mit seinem attraktiven Oldiesprogramm, wäre ein gerne gesehenes Programm für eine deutschschweizweite Verbreitung. Radio 32 hält sich jedoch nach wie vor bedeckt.
  • Radio Italia solo Musica Italiana und Radio Onyx wären zwei heisse, italienischsprachige Kandidaten für eine Verbreitung in der Deutschschweiz.
  • Radio 1 von Roger Schawinski, das einzige Schweizer Privatradio für Erwachsene, wäre in der gesamten Deutschschweiz eine Bereicherung und würde so seinen Platz im Nordschweiz-Ensemble freigeben.
  • Die vier neuen Spartenprogramme von Energy/Ringier (Vintage, Radio del Mar, Rockit und Classix) könnten allesamt aus den Regionallayern verschoben werden und sich zu Luna Radio (ehemals LandLiebe Radio) gesellen.
  • Gibt es eventuell sogar Anbieter, welche momentan bei digris senden (Bsp: James FM, Spoon Radio oder Country Radio Switzerland), welche sich für eine deutschschweizweite Ausstrahlung interessieren und sich diese auch leisten könnten?
  • Könnten sich einzelne Anbieter aus der Romandie (Bsp: Rouge FM, LFM oder GRIFF) vielleicht sogar eine zusätzliche Ausstrahlung in der Deutschschweiz vorstellen?
  • Lounge, Iischers, diis, DJ Radio oder Radio Smash wären auch deutschschweizweit gern gesehene Anbieter, wobei sich da bereits wieder finanzielle Fragen stellen (eine solche Verbreitung bei SMC kostet jährlich mehrere zehntausend Franken).
  • Bei den privaten Anbietern aus dem benachbarten Deutschland wäre in erster Linie Klassik Radio ein attraktiver Kandidat, zeigt jedoch bislang kein grosses Interesse an einer DAB-Verbreitung in der Schweiz.

smc deutschschweiz 2017     smc logo

Das Versorgungsgebiet des heutigen Deutschschweiz-Ensembles auf Kanal 7D. Grafik: SwissMediaCast.

Auf den Regionalensembles von SMC gäbe es danach wieder etwas günstigere Kapazität für kleinere Anbieter oder die SRF1 Regionaljournale. Dadurch würde auch der SRG-Kanal wesentlich entlastet und könnte dort wieder mit höheren Bitraten und Slideshows gesendet werden. Danach müsste das Ensemble für Bern-Freiburg-Solothurn noch in Richtung Entlebuch ausgebaut werden und schon hätte man auch für neo1 auch ein attraktives, finanzierbares DAB-Sendegebiet. Und was wird wohl aus den Plänen von Radio BeO, mit dem Projekt Digital Oberland? Es ist schwer zu hoffen, dass das BAKOM dieses gut durchdachte Angebot, einer nur mit grossem Aufwand zu versorgenden Bergregion, ermöglichen wird.

Würden bei SMC die Bitraten wie bei dirgis generell auf 80kbit/s gesetzt, was die Tonqualität deutlich verbessern würde, so fänden pro SMC-Ensemble insgesamt 15 Programme Platz. Das 1. und 2. Deutschschweiz-Ensemble könnte dann beispielsweise wie folgt belegt sein:

Mux 1

radio top

top two

erf life channel

energy zuerich

energy basel

energy bern

radio eviva

radio inside

radio maria 

radio argovia 2015

radio pilatus

fm1

radio central

radio 24

erf plus

rsi rete tre *

 

 

 

 

 


*Verbleib auf diesem Ensemble fraglich.

Mux 2

radio zuerisee

energy luna

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Soviel also zum Lesen in der Kristallkugel. DAB-Swiss informiert, sobald erste konkrete Informationen zur Bewilligung von zusätzlichen DAB-Übertragungskapaziäten in der Schweiz verfügbar sind. Bis dahin darf ruhig noch ein Wenig spekuliert werden.

03.02.17 - Neues DAB-Ensemble für das Emmental
Wie angekündigt, wird seit einigen Tagen auch das Emmental besser mit DAB+ versorgt. Auf dem Sender Langnau im Emmental-Hirsmatt wurde nun, nebst den SRG und SMC Deutschschweizkanälen 12C und 7D, auch Bern-Freiburg-Solothurn Kanal 8B aufgeschaltet, dies mit einer Leistung von 1'698 Watt. Weitere Aufschaltungen von SMC folgen in diesen Wochen.

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Das Versorgungsgebiet des Senders Langnau-Hirsmatt zum Vergrössern.

02.02.17 - Kanalumstellung im Puschlav und Bergell
Damit über DAB+ künftig auch im Puschlav und Bergell Radio Südostschweiz gehört werden kann und nicht die Tessiner Privatradios, stellt die SRG dort von Südschweiz-Kanal 12A auf Graubünden-Kanal 12D um. Betroffen sind die drei Sender Brusio, Poschiavo und Vicosoprano Sasc Pruemaveira. Die Umschaltung erfolgt am 15. und 16. März 2017. Sie hat Programmunterbrüche von bis zu 90 Minuten zur Folge. Ein Sendersuchlauf muss ausgeführt werden, um die neuen Programme hören zu können.

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Symbolbild Puschlav im Herbst. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Damit sind in diesen Gebieten neu SRF2 Kultur, SRF Virus, Swiss Classic und Radio Südostschweiz zu hören. Verstummen werden dagegen RTS Couleur 3, Radio Svizzera Classica, Radio 3i und Radio Fiume Ticino. Diese Umschaltung macht Sinn, wenn man die Kantonsgrenzen betrachtet. Sprachlich gesehen würde das Tessiner-Ensemble (Italienisch) jedoch durchaus besser passen.

02.02.17 - Neue Digitalradiowebseite des BAKOM online
Unter der Internetardesse www.dabplus.ch hat das Bundesamt für Kommunition (BAKOM) eine neue Informationsplattform zum Thema Digitalradio, DAB+, gestartet. Dieses Angebot löst auch die bisherige Seite unter www.digitalradio.ch ab, welche in letzter Zeit nur noch spärlich betreut wurde. Das neue Angebot scheint jedoch noch nicht ganz fertiggestellt zu sein, denn die Informationen darauf sind momentan noch äusserst mager und auch die Programmlisten stimmen nicht wirklich mit der Realität überein. So finden sich darin Anbieter, welche noch nicht über DAB+ senden (Radio BeO / neo1) oder gar nicht mehr auf Sendung sind (Swiss Mountain Holiday Radio). Die Links sind ebenfalls noch nicht verknüpft. Bedenklicher ist jedoch der Hinweis im Vorstellungsvideo auf der Startseite, dass DAB+ eine eindeutige Klangverbesserung darstelle, vergleichbar mit einer CD. Dies ist schlichtweg eine leider oft genannte Falschaussage, denn mit den momentanen Übertragungsraten von SMC und SRG wird die Klangqualität einer CD mitnichten erreicht. Dies wäre ab ca. 96kbit/s aufwärts der Fall (Siehe SWR-Kanal 8D, wo die meisten Programme mit 120kbit/s senden). Gespannt darf die weitere Entwicklung der neuen Internetseite beobachtet werden.

Internet: http://www.dabplus.ch

31.01.17 - KommAustria startet Ausschreibungsprozess zur Einführung von DAB+
Der Regelbetrieb von digitalem Hörfunk, auf Basis des Übertragungsstandards DAB+, wird in Österreich mit der heutigen Veröffentlichung von zwei Ausschreibungen durch die Medienbehörde KommAustria greifbar. Ausgeschrieben werden Zulassungen zur Errichtung und zum Betrieb einer bundesweiten digitalen terrestrischen Multiplex-Plattform sowie von lokalen oder regionalen Multiplex-Plattformen auf Basis einer weiteren, bundesweiten Frequenzbedeckung, die dafür aufgeteilt werden kann. Auch wenn die Ausschreibungen sich damit vordergründig an Sendetechnik-Unternehmen wenden, müssen die Zulassungsanträge dennoch bereits ein zukünftiges Programmangebot enthalten. Das bedeutet, dass sich die Antragsteller bereits im Zuge der Bewerbung mit Hörfunkveranstaltern auf die Übertragung von Radioprogrammen zu einigen haben.

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Sender DC-Tower Wien. Foto: Robert F. Tobler, wikipedia.org / Standort Sender Bregenz 1-Pfänder. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Bereits am 20. Januar 2017 hatte die KommAustria eine Auswahlgrundsätzeverordnung für DAB+ Ausschreibungen veröffentlicht. Darin hatte sie unter anderem festgelegt, welche konkreten Vorstellungen sie hinsichtlich des Zeitplanes zum Aufbau eines Sendernetzes und zum Versorgungsgrad der Bevölkerung zur Grundlage in einem Auswahlverfahren macht. So sollten beispielsweise Bewerber um eine bundesweite Zulassung spätestens ein Jahr nach Rechtskraft der Zulassung mindestens 50 Prozent der Bevölkerung mit Radioprogrammen auf Basis von DAB+ versorgen, nach drei Jahren sollten 75 Prozent der Bevölkerung versorgt sein.

Anträge auf Erteilung der ausgeschriebenen Zulassungen müssen bis spätestens zum 12. Juni 2017, 13:00 Uhr, bei der Medienbehörde einlangen. Für ihre Entscheidungen hat die KommAustria dann ein halbes Jahr Zeit.

Die Ausschreibungen der KommAustria zur Erteilung der terrestrischen Multiplex-Zulassungen für digitalen Hörfunk im Standard DAB+ können auf den Internetseiten der RTR-GmbH unter den direkten Links www.rtr.at/de/m/KOA452017001 und www.rtr.at/de/m/KOA453017001 abgerufen werden.

Die Auswahlgrundsätzeverordnung ist eine Art behördliches „Vorwort“ zur Ausschreibung. Sie erläutert unter anderem, mit welchen Unterlagen Bewerber die gesetzlich geforderte Glaubhaftmachung ihrer finanziellen Voraussetzungen für den Aufbau und Betrieb eines DAB+ Sendernetzes darzulegen haben und präzisiert die Auswahlkriterien. Darin legt die Behörde auch fest, welche konkreten Vorstellungen sie hinsichtlich des Zeitplanes zum Aufbau eines Sendernetzes und zum Versorgungsgrad der Bevölkerung zur Grundlage in einem Auswahlverfahren macht. Der jetzt gestartete Ausschreibungsprozess geht auch auf die Ergebnisse einer Interessenerhebung zurück, die die KommAustria im Jahr 2016 unter bestehenden und potenziellen Hörfunkveranstaltern durchführte und die Bedarf an der Einführung von DAB+ offenbarte. So zeigte sich, dass ein bundesweiter DAB+ Multiplex mit ausreichend, nämlich ca. 15 Programmen ausgelastet sein könnte und dass Interesse an mehreren lokalen  bzw. regionalen Multiplexen besteht.

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Kanalkarten der zwei bundesweiten Layer a und b zum Vergrössern! Quelle: rtr.at

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Kanalkarte der regionalen Layer zum Vergrössern! Quelle: rtr.at

Für die Schweiz sind besonders die geplanten Kanäle im grenznahen Bundesland Vorarlberg interessant. Für das 1. bundesweite DAB-Layer (a) sind Kanal 11A (216,928 MHz), für das 2. bundesweite Layer (b) Kanal 12A (223,936 MHz) und für das Vorarlberger Regionalensemble (c) Kanal 9C (206,352 MHz) koordiniert. Dabei werden die Sendeanlagen Bregenz 1-Pfänder, Bregenz 2-Lauterach, Feldkirch-Vorderälpele und Bezau-Baumgarten eine wichtige Rolle spielen. Mit einer Aufnahme des Sendebetriebs im Verlaufe des Jahrs 2018, darf somit gerechnet werden. Voraussichtlich werden sich der öffentlich-rechtlich Rundfunk, ORF, und die grossen Privatradios wie Kronehit nicht am Digitalradio DAB+ beteiligen. Eine willkommene Chance für die kleineren, regionalen Anbieter und Internetsender. Seit 1,5 Jahren läuft ja in der Landeshauptstadt Wien bereits ein recht erfolgreicher DAB-Feldversuch mit diversen Anbietern. DAB-Swiss berichtete.

Internet: https://www.rtr.at

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

20.01.17 - Radio Melody plant deutschschweizweite DAB-Verbreitung für 2017
Bis Ende Jahr darf man sich in der Schweiz auf eine sprachregionale Verbreitung des Schlager- und Oldiesenders Radio Melody, aus dem Hause FM1, freuen, wie aus einer aktuellen Medienmitteilung zu den Hörerzahlen hervorgeht. Zitat: "Radio Melody sendet seit 2008 einen höchstmelodiösen Mix aus Schlagermusik und Oldies. Nun wurden erstmals offizielle Hörerzahlen publiziert. "Der Erfolg ermutigt uns, das Programm nun schrittweise auf dem neuen Radiostandard DAB+ zu verbreiten", verspricht André Moesch, Geschäftsführer der Radio Ostschweiz AG, die neben Radio Melody auch FM1 herstellt. So soll bis Ende dieses Jahres Radio Melody in der gesamten Deutschschweiz zu empfangen sein."

 radio melody banner 2015

Auf welchem DAB-Netz, wahrscheinlich von SwissMediaCast (SMC), die Verbreitung geplant ist, kann momentan noch nicht gesagt werden. Es könnte sich jedoch durchaus um das noch geplante, 2. Deutschschweizlayer handeln, welches nun aber zuerst vom BAKOM/UVEK bewilligt werden muss.

Internet: http://www.radiomelody.ch

12.01.17 - Jetzt auch Canal3 D auf DAB+ vertreten
Heute wurde ziemlich überraschend der private, kommerzielle Anbieter, Canal3 aus Biel, auf SMC Kanal 8B (Bern-Freiburg-Solothurn), aufgeschaltet. Das Programm ist damit ab sofort in einem viel grösseren Versorgungsgebiet empfangbar. Kennzeichnung: “Canal3-D+”. Text: “Radio Canal3 - Vo hie. Fuer mi.” Übertragungsrate 64 kbit/s.

canal3 logo

Damit wären nun in der Schweiz nur noch Radio BeO und neo1 nicht auf DAB+ vertreten. Ein unvergleichliches Digitalradioangebot also in unserem kleinen Land!

Internet: http://www.canal3.ch

 

12.01.17 - SwissMediaCast Netzausbau bis März 2017
Auch beim Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC), geht es in Sachen Abdeckungsverbesserung mit Riesenschritten vorwärts. Gemäss einem kürzlich erschienen Post auf facebook und Mitteilung von Geschäftsführer, Rolf Schurter, werden bis März 2017 die folgenden DAB-Sender in den Gebieten Baselland, Schwyz, Freiburg, Emmental und Oberwallis aufgeschaltet:

Kanal 7A (Nordschweiz)
Läufelfingen, 724 W, vertikal
Waldenburg Richtifluh, 380 W, vertikal
Ziefen Chöpfli, 589 W, vertikal
Valzeina Mittagplatte, 5’754 W, vertikal

Kanal 7D (Deutschschweiz)
Fribourg Hospital, 477 W, vertikal
Bülach Eschenmosen, 1’000 W, vertikal
Einsiedeln Chummenweid, 501 W, vertikal
Oberiberg, 501 W, vertikal

Kanal 8B (BE-FR-SO)
Fribourg Hospital, 477 W, vertikal
Langnau Hirsmatt, 1'698 W, vertikal

Kanal 11C (Oberwallis)
Fiesch Eggishorn, 1'820 W, vertikal
Savièse, 200 W, vertikal

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Der Sender Savièse bei Sion und die Aussicht auf den Grossen Aletschgletscher vom Eggishorn. (Fotos: S. Grünig)

Dank dem Sender Langnau im Emmental Hirschmatt, wird künftig auch ein grosser Teil des Emmentals besser mit den privaten DAB+ Programmen versorgt. Das ist ein grosser Gewinn! Gemäss SMC, wird es im Verlaufe des Jahres 2017 noch diverse Überraschungen geben, zu welchen man sich jedoch momentan noch bedeckt hält. Es kann darüber spekuliert werden, ob damit eventuell ein zweites Deutschschweiz-Ensemble gemeint ist. Diesbezüglich müssten jedoch endlich das BAKOM und das UVEK die Katze aus dem Sack lassen, mit der Bewilligung von zusätzlichen DAB-Übertragungskapazitäten, welche für Anfang 2017 angekündigt wurde.

09.01.17 - Neue Staffelung der Sendestarts bei digris
Heute hat Netzbetreiber digris auf seiner Homepage die Zeitangaben für den Start der weiteren DAB-Inseln angepasst.

Demnach startet man im Tessin im Mai 2017, danach folgen im April Thun-Interlaken, Neuchâtel-Yverdon, Rheintal und Bern. Im Juni gehen voraussichtlich Chur-Sarganserland, Biel, St. Gallen und Glarus on Air. Grundsätzlich dauert's einfach immer ein Wenig länger als ursprünglich geplant, aber was lange währt, wird endlich gut! Bleibt zu hoffen, dass digris auch bald die Probleme mit dem SFN der DAB-Insel Luzern-Zug-Nidwalden in Griff bekommt. Gemäss Thomas Gilgen, Geschäftsführer des Netzbetreibers, liegt der Fehler hier an den neuen Sendern.

Internet: http://www.digris.ch

09.01.17 - Der Standpunkt: Mehr Programmqualität bei den Privatradios dringend von Nöten!
Mit der Umstellung von UKW auf DAB+, wird auch die bis anhin fest zementierte Radiolandschaft in der Schweiz grösseren Veränderungen unterzogen. Hatten die Privatradios früher ihre zugeteilten, regional bezogenen Sendegebiete, wird der Markt nun viel grossflächiger geöffnet.

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Verbreitungsgebiete der Schweizer Privatradios. (Grafik: Spot Promotion AG)

Will heissen: Programmanbieter welche früher einen ganz klaren Bezug auf einzelne Städte und Agglomerationen hatten, können neu teilweise sogar sprachregional gehört werden. Beispielsweise Radio Central, welches programmlich und musikalisch eher positiv heraussticht und sich vom Mainstream abhebt, früher in den Kantonen Uri, Schwyz, Zug, Luzern und Unterwalden verbreitet, sendet nun, mit Ausnahme des Graubündens, in der ganzen Deutschschweiz. Dieser Tatsache liegt auch der grosse Gegenwind zugrunde, welchen die Privatradios von Nordrhein Westfahlen (D) oder in Österreich gegen DAB+ aufbauen. Man fürchtet um die eigenen Pfründe und hat Angst vor der zunehmenden Konkurrenz. In der Schweiz hingegen sind bereits heute die meisten Privatradios in sprachregionalen Ensembles oder den vier Regionallayern von SwissMediaCast (SMC) vertreten. Doch auch hierzulande muss nun dringend ein Umdenken stattfinden: es reicht nicht mehr, einen „08:15 Chartsdudler“ auszustrahlen und alles andere gesorgt zu geben. Im Vergleich tönen nämlich grosse Teile der Schweizer Privatradios mit ihren Morgenshows, der Musikauswahl, den News, den Spielchen und der abendlichen Festplattenmusik völlig identisch. Jedes Programm ist sozusagen beliebig austauschbar. Früher war das kein Problem, denn auf UKW tummelten sich nicht dutzende von solchen Angeboten im jeweiligen Sendegebiet. Auf DAB+ ist das Ganze jedoch problematischer. Dem anspruchsvollen DAB-Hörer reicht ein einziger, auf seine Region abgestimmter Mainstreamsender vollends. All die anderen, gleichklingenden Angebote werden bei ihm längerfristig keinen Erfolg haben, falls sie sich nicht wieder mehr Mühe mit der Programmgestaltung geben und eine eigene, klar erkennbare Identität aufbauen. Kein Mensch braucht dutzende identische Programme, welche jeden Tag mehrere Male dieselben, aktuellen Hits, versetzt mit seichten Wortbeiträgen ausstrahlen.

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Symbolbilder Radiostudio und Mischpult. (Fotos: Pixabay)

Die Schweizerische Privatradioszene sollte sich daher an die 80er und 90er Jahre zurückorientieren, wo im Äther wirkliche, attraktive Vielfalt herrschte. Ebenfalls schadet der Blick zum meistgehörten Programm der Schweiz, SRF 1, durchaus nicht. Natürlich kann sich ein durch Werbung finanzierter Anbieter keine solch‘ aufwändigen Sendegefässe leisten, aber es lohnt sich, einmal über die Bücher zu gehen und zu schauen, was den Erfolg von SRF 1 wirklich ausmacht. Dabei wird man feststellen, dass es die grosse Abwechslung, die Themensendungen, die fundierten News und die gern gehörte Evergreen-Musik sind. Falls man sich nicht damit befassen will, so wird sich, spätestens, wenn von Mediapulse endlich alle DAB-Hörer (inkl. digris) sauber erfasst werden, ein düsteres Bild in Sachen Hörerzahlen zeichnen. Gewinnen werden die, welche auf Abwechslung, vertiefte Inhalte und Moderationsqualität setzen. Das will nicht heissen, dass keine aktuellen Hits und Charts mehr gespielt werden sollen, aber ein Bisschen programmliche Anstrengung wäre schon nötig, unter anderem mit Musik, welche normalerweise nicht täglich am Radio zu hören ist (Singleauskopplungen, Liveaufnahmen, Internationales, usw.) oder einer teilweise schweizweiten Ausrichtung des Programms, mit beispielsweise Verkehrsinformationen und Wetterberichten aus dem ganzen, neuen Sendegebiet. Vielseitige Themensendungen in Wort und Musik bringen zwar mehr Aufwand, aber auch mehr Zuhörer, das war schon immer so. Nonstopmusik gibt’s im Internet für jeden Geschmack genug.

Die Schweizer Radioplatzhirsche tun also gut daran aufzupassen, dass sie längerfristig nicht von den kleineren, innovativen DAB-Programmanbietern wie James FM, Iischers Radio, Diis Radio, Spoon Radio oder Radio Smash, um nur wenige zu nennen, rechts überholt werden!

In diesem Sinne hoffen wir für kommende Zeiten wieder etwas mehr auf den „Wow-Effekt“ im Radio und dass die Programmverantwortlichen die Zeichen der Zeit endlich erkennen. Längerfristig wird sich die Qualitätsstrategie auf jeden Fall auszahlen. DAB+ bietet die einmalige Chance, ein attraktives Programm grossflächig auszustrahlen und damit Gebiete und Hörer zu erreichen, welche man sich zu UKW-Zeiten technisch und finanziell schlichtweg nicht hätte vorstellen können.

DAB-Swiss, Stefan Grünig, für die radioszene.de

08.01.17 - Neu beantragte Frequenzen und Sendeleistungen in der Schweiz
Die Deutsche Bundesnetzagentur (BNetzA) koordiniert die internationale Frequenzverteilung für Europa. Hier werden Anträge für Frequenzen, Kanäle und Sendeleistungen gestellt und Bewilligungen für deren Nutzung erteilt. Für Digitalradio DAB+ in der Schweiz, konnten in den vergangenen Monaten die folgenden, interessanten Kanalbewilligungen beobachtet werden:

SRG Kanäle

Kanal 12C (Deutschschweiz)
> Vorwiegend massive Leistungserhöhungen!
Beatenberg Niederhorn, 15'136 W, vertikal
Bettingen St. Chrischona, 40'748 W, vertikal
Bolligen Bantiger, 31'623 W, vertikal
Küttingen Wasserfluh, 30'200 W, vertikal
Nods Chasseral, 39'811 W, vertikal
Valzeina Mittagplatte, 38'905 W, vertikal
Visperterminen Gebidem, 32'259 W, vertikal
Zürich Uetliberg, 31'623 W, vertikal

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Massive Leistungserhöhungen auch für die Sender Bolligen Bantiger und Visperterminen Gebidem. (Fotos: Stefan Grünig)

Kanal 12D (Südschweiz)
Brusio Garbela, 794 W, vertikal
Poschiavo Selva, 3'715 W, vertikal
Vicosoprano Sasc Pruem, 2'239 W, vertikal

SwissMediaCast (SMC) Kanäle

Kanal 7A (Nordschweiz)
Läufelfingen, 724 W, vertikal
Waldenburg Richtifluh, 380 W, vertikal
Ziefen Chöpfli, 589 W, vertikal

Kanal 7D (Deutschschweiz)
Fribourg Hospital, 477 W, vertikal
Langnau im Emmental Hirschmatt, 1'698 W, vertikal

Kanal 8B (BE-FR-SO)
Fribourg Hospital, 477 W, vertikal
Langnau im Emmental Hirschmatt, 1'698 W, vertikal

Kanal 11C (Oberwallis)
Fiesch Eggishorn, 1'820 W, vertikal
Savièse, 200 W, vertikal
Ferden Färdaried, 200 W, horizontal
Leukerband Bodmen, 501 W, vertikal
Saas Fee Plattjen, 1'950 W, vertikal
Törbel Bina 2, 575 W, vertikal
Zermatt Riffelalp, 1'479, vertikal
Zwischenbergen Feerberg, 2'512 W, vertikal

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Die Sender Leukerbad Bodmen und Savièse werden künftig ebenfalls den Oberwalliser-Kanal 11C übertragen. (Fotos: Stefan Grünig)

digris Kanäle

Kanal 5D (Aarau)
Brugg Bruggerberg, 200 W, horizontal
Dulliken Engelberg, 501 W, vertikal

Kanal 5D (Winterthur-Schaffhausen)
Neuhausen/Rhf Ängiwald, 1'000 W, vertikal

Kanal 5D (Luzern-Zug-Nidwalden)
Zug Hochwacht, 331 W, vertikal

Kanal 6A (Thun-Interlaken)
Hofstetten b. Breiten, 316 W, horizontal
Thun KVA, 501 W, vertikal
Unterseen Harderkulm, 398 W, vertikal

Kanal 10A (Bern)
Bern Forsthaus, 1'000 W, vertikal (nicht mehr Bantiger!)

Kanal 10A (Biel-Bienne)
Port Jäissberg, 631 W, vertikal

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Einige Einträge können wir jedoch momentan noch nicht mit Bestimmtheit zuordnen und zwar die drei Sender für den digris Kanal 10A: Locle, 1'000 W, vertikal / Sagne Mt. Jaques, 1'000 W, vertikal / Solothurn Spital, 501 W, vertikal. Hier ist noch unbekannt, welche DAB-Ensembles aufgeschaltet werden sollen. Es scheint jedoch, dass sich im Raum Jura-Bern-Solothurn auf Kanal 10A wieder einiges gegenseitig auslöschen und stören wird. Hier würde es deshalb durchaus Sinn machen, eine DAB-Insel Bern-Biel-Solothurn mit identischen Programminhalten zu starten.

Wichtig noch die folgende Bemerkung: bei all den Angaben handelt es sich nur um bewilligte Eintragungen zur internationalen Frequenzkoordination. Die Einträge bedeuten nicht, dass auf den genannten Kanälen und Sendern dereinst auch wirklich so wie geplant gesendet wird. Änderungen können kurzfristig immer wieder vorgenommen werden. Für eine ungefähre Entwicklungsprognose taugen die Angaben jedoch alleweil.

02.01.17 - Das grosse DAB-Swiss Neujahrsinterview
Im diesjährigen, mittlerweile bereits traditionellen DAB-Swiss Neujahrsinterview, befassen wir uns mit dem jungen, erfolgreichen Musikprogramm James FM, aus dem Kanton Zug. Dazu und zu anderen Themen des Digitalradios DAB+, ist uns der Mitbegründer und Geschäftsführer des Programms, André Sidler, Rede und Antwort gestanden. Herzlichen Dank!

Herr Sidler, wie sind Sie selbst zum Medium Radio gekommen? Was fasziniert Sie daran?
Das Medium Radio fasziniert mich schon seit meiner Kindheit. Als Jugendlicher verfolgte ich mit grossem Interesse, was 1979 in Como (I) mit Radio 24 seinen Anfang nahm und in den folgenden Jahren die Schweizer Radiolandschaft nachhaltig veränderte. Mich begeistert zum einen der technische Aspekt, der es möglich macht, über Radiowellen Inhalte an viele Empfänger zu übermitteln. Auf der anderen Seite fasziniert mich, dass diese Bits, die durch die Luft und das Web fliegen, Emotionen und Informationen transportieren können.

Sie haben kürzlich das Angebot James FM gestartet. Wie sieht der Leitgedanke und das Konzept dieses Programmes aus dem Kanton Zug aus?
Am 1. Februar 2016 haben wir den Schweizer Musiksender James FM lanciert. Der Name leitet sich vom Role Model James der Butler ab. Als Butler hat James FM nur einen Anspruch: er möchte dezent und stimmungsvoll durch den Tag begleiten. Das Kürzel FM steht für for music, denn die Musik steht bei James FM im Vordergrund. Der Leitgedanke und Claim good times only verspricht, dass wir mit unserem Programm den Hörerinnen und Hörern in erster Linie einfach nur gute Zeiten mit guter Musik bieten wollen. Bei der Musikauswahl orientieren wir uns nicht an fixen Dekaden, sondern spielen in erster Linie melodiöse Pop-Songs von heute, gestern und morgen - auch solche, die sonst kein Sender mehr spielt. Das Programm richtet sich an ein urbanes, erwachsenes Publikum, das Wert auf einen ausgewogenen Musikmix legt, der über längere Zeiten gehört werden kann, ohne dass er nervös macht oder durch viele Wiederholungen langweilig klingt.

Wer arbeitet denn da sonst noch mit?
Gegründet haben wir James FM im Herbst 2015 zu zweit. Die Idee dazu reifte über viele Jahre. Seit dem Sendestart. am 1. Februar 2016, haben wir James FM sukzessive aufgebaut und konnten weitere erfahrene Persönlichkeiten aus der Radioszene für unser Vorhaben gewinnen.

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Blick in die Chickenhill Studios von James FM in Hünenberg und Mischpult im Studio von James FM. (Fotos: James FM)

Warum haben Sie sich für eine Ausstrahlung über DAB+ entschieden und wieso gerade beim Netzbetreiber digris?
DAB+ löst UKW bis ins Jahr 2024 ab und ist damit die Verbreitungstechnologie der mittelfristigen Zukunft. Wir setzen auf die Verbreitung über DAB+, um in dieser ersten Phase von James FM in unserem Heimmarkt auch terrestrisch empfangbar zu sein und unsere Marke zu positionieren. Wir haben uns für den Netzbetreiber digris entschieden, weil er mit dem Angebot der regionalen Empfangsinseln unserem Start-up eine erste Präsenz auf DAB+ erlaubt, die zu verträglichen Kosten modular und schrittweise ausgebaut werden kann.

Planen Sie die Verbreitung von James FM auch noch in anderen DAB-Inseln?
Im Moment verbreiten wir James FM schweizweit über Web und Cable (UPC, Swisscom TV und Quickline) sowie im Raum Luzern/Zug terrestrisch auf DAB+ über die Empfangsinsel Zentralschweiz. Diese ist seit Mitte Juli 2016 on air, derzeit allerdings noch im Testbetrieb und auch nicht vollständig ausgebaut. Sobald die Region wie geplant erschlossen ist, planen wir den schrittweisen Ausbau der DAB+ Verbreitung auf weiteren deutschsprachigen Empfangsinseln in der Schweiz.

Wie waren Ihre bisherigen Erfahrungen mit DAB+?
Sehr gut. Wir haben lehrreiche und intensive Monate hinter uns. Die Empfangsinsel Zentralschweiz ist derzeit noch im Testbetrieb. Unser Partner digris ist noch daran, die geplante Versorgung zu optimieren und die eine oder andere technische Herausforderung zu meistern. Sehr positive Erfahrungen machen wir mit den vielen Feedbacks von Hörerinnen und Hörern aus der Zentralschweiz. Obwohl wir noch keine Werbe und Kommunikationsmassnahmen initiiert haben, entdecken uns viele in ihrem Autoradio und sind schon begeisterte James FM Hörer. Das freut und motiviert uns zugleich.

Wo sehen Sie Vor- und wo Nachteile für Ihr Programm?
In der Verbreitung über DAB+ sehen wir mittelfristig vor allem den Vorteil des unkomplizierten Empfangs zu Hause und unterwegs in guter Tonqualität. Als Nachteil erachte ich im Moment, dass zur Zeit noch zu wenig DAB+ Empfangsgeräte im Umlauf sind. Dies wird sich in den nächsten Jahren ändern, vor allem wenn nun auch die Automobilindustrie mitzieht und das Bundesamt für Strassen (Astra) alle längeren Tunnels bis Ende 2018 nachrüstet. DAB+ unterstützt uns beim schrittweisen Aufbau der Markenbekanntheit von James FM und dem Ausbau der Reichweite.

Was unternehmen Sie bei James FM um die Soundqualität hoch zu halten? Sind diese Prozesse kompliziert?
Wir legen grossen Wert darauf, dass der Sound für Cable, Web und DAB+ gleichermassen von hoher Qualität ist. Wie ein Sender klingt, wird immer sehr subjektiv wahrgenommen und die richtige Soundeinstellung gibt es wahrscheinlich nicht. Wir haben uns für eine Soundeinstellung entschieden, die unserer Marke und dem Programm entspricht. James FM soll ein angenehmer Begleiter durch den Tag sein und nicht durch extreme Bassraten den Puls der Hörer erhöhen. Für den besonderen James FM-Sound setzen wir auf bewährte Technologie und haben uns für einen Orban Optimod Soundprozessor der neusten Generation entschieden. Dieser ermöglicht eine einfache und verlässliche Optimierung der Soundqualität.

Wie schätzen Sie die Schweizer DAB+ Szene ein? Was ist gut, was schlecht? Was möchten Sie daran verändern?
Die DAB+ Szene auf den Empfangsinseln der digris ist sehr vielfältig und erlaubt auch kleineren Stationen die terrestrische Verbreitung ihres Programms. Wenn ich die DAB+ Szene im grösseren Kontext betrachte, stelle ich mit einer gewissen Ernüchterung fest, dass die etablierten Player ihre Marktposition mit allen Mitteln zu verteidigen oder gar auszubauen versuchen und die sprachregionalen DAB+ Programmplätze nicht nur mit dem jeweiligen Hauptprogramm sondern mit verschiedenen Spartensendern belegen. In meiner Wahrnehmung wiederholt sich in neuer Besetzung die Schweizer Radio-Geschichte von 1983, als zum Angebot der SRG zahlreiche Lokalradios hinzukamen. Mit dem Unterschied, dass heute die Programmveranstalter, die damals eine Chance für etwas Neues erhalten haben, nach meinem Dafürhalten selber versuchen, Neues zu verdrängen und sich offensichtlich vor der digitalen Radiozukunft und -vielfalt fürchten. Ich schätze es sehr, dass das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) den Wechsel auf die neue Verbreitungstechnologie fördert und finanziell unterstützt. Das hilft Start-ups wie James FM, seriös etwas Neues aufzubauen. Wenn ich etwas ändern könnte, würde ich die Fördergelder auf lediglich ein Programm pro Veranstalter begrenzen. Das würde meines Erachtens der ursprünglichen guten Absicht und Technologieförderung eher entsprechen.

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DAB+ Antennen der Digris AG am Gebäude der Bergstation der Stanserhorn Bahnen und Gebäude Bergstation Stanserhorn/NW mit Antennen u.a. von Digris AG zur Versorgung der Insel Zentralschweiz. (Fotos: James FM)

Was denken Sie zur Programmvielfalt? Was könnte verbessert werden?
Die Programmvielfalt ist da, denn es gibt zahlreiche kleine Anbieter aus den unterschiedlichsten Sprachregionen, die wertvolle und sehr abwechslungsreiche Programme gestalten. Viele setzen heute auf die Verbreitung via Webstreaming. Diese, für den Aufbau einer treuen Hörerschaft, kostengünstige Verbreitungsart erlaubt einen relativ einfachen Empfang zu Hause und unterwegs. Für viele der kleineren Anbieter wäre die Verbreitung über regionale DAB+ Netze die ideale Ergänzung, um auch im Auto empfangbar zu sein und so mit ihrem Programm eine grössere Reichweite zu erzielen. In Punkto Programmvielfalt stelle ich die kritische Frage, ob es wirklich zum Leistungsauftrag der SRG gehren soll, mit den Gebührengeldern auch teure Spartenprogramme zu produzieren und diese weit über die Schweiz hinaus kostenlos zugänglich zu machen.

Haben kleine Anbieter überhaupt eine Chance auf eine sprachregionale Verbreitung?
Im Grunde ja. Es braucht noch etwas Geduld. Die Plätze für die sprachregionale Verbreitung sind heute durch die Hauptprogramme und neuen Spartenprogramme der etablierten Player belegt. Solange die Fördergelder des Bundes für alle Veranstalter ohne Einschränkung auf die Anzahl der subventionierten Programme fliessen, bleiben diese Plätze wohl besetzt. Der Inhalt des jeweiligen Spartenprogramms spielt dabei eine sekundäre Rolle. Es geht meines Erachtens nur darum, die eigene Position durch künstliche, technische Reichweite zu verteidigen. Dies trägt mitunter bereits groteske Züge, wenn beispielsweise Programme aus der Zentralschweiz im gesättigten und bescheidenen Markt Oberwallis verbreitet werden. Dem regionalen Werbetreibenden dürfte diese künstliche technische Reichweite wenig direkten Nutzen bringen. Eine Chance wird wohl es für die kleineren Anbieter geben, wenn die Fördergelder wegfallen und die verschiedenen Spartensender nicht mehr aus dem operativen Hauptprogramm querfinanziert werden können. Spätestens dann werden vermutlich ganz schnell wieder sprachregionale Plätze frei.

Wo möchten Sie mit James FM in einem oder zwei Jahren stehen?
Am 1. Februar 2016 haben wir James FM lanciert und sind mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden. Wir sind noch immer in der Phase 1 unseres Businessplans. In diesem Jahr werden wir das Programm und die Verbreitung weiter auszubauen wie auch weitere Kooperationen ins Auge fassen. James FM kann noch viel mehr!

Was denken Sie, in welche Richtung sich das Digitalradio in der Schweiz bewegen wird?
Solange wir unsere Autos noch selber steuern, wird Radio auch mobil ein wichtiger Begleiter sein. Zu Hause wird der Empfang über Web in Zukunft eine dominierende Rolle einnehmen. DAB+ wird in den nächsten Jahren einen wichtigen Platz beim mobilen Empfang einnehmen, nicht zuletzt durch die Ablösung von UKW. Ich bin jedoch der Meinung, dass DAB+ nur eine relativ mittelfristige Übertragungstechnologie nach UKW sein wird.

Was möchten Sie den DAB-Verantwortlichen (BAKOM, SRG, SMC, usw.) in der Schweiz mitgeben?
Es steht mir nicht zu, Ratschläge zu geben. Viel mehr freue ich mich über eine weitere gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

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Über James FM
James FM ist der Schweizer Premium Musiksender. Das Programm richtet sich an ein urbanes erwachsenes Zielpublikum in der deutschsprachigen Schweiz. Unter dem Motto good times only bietet James FM ein ausgewähltes Musikprogramm mit den grössten Hits und Evergreens aller Zeiten. James der Butler sowie bekannte Radiostimmen begleiten stimmungsvoll durch den Tag. Das Programm wird über die nächsten Jahre weiter ausgebaut.

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André Sidler in den Chickenhill Studios von James FM. (Foto: James FM)

Über André Sidler
André Sidler, Jahrgang 1968, ist ausgebildeter Betriebswirtschafter und Marketingfachmann. Er ist spezialisiert auf die Gestaltung und Positionierung von Marken im Dienstleistungsbereich. Seine Leidenschaft für elektronische Medien begleiten ihn seit seiner Jugend. Er ist Mitbegründer und geschäftsführender Partner des Schweizer Musiksenders James FM.

Internet: http://www.jamesfm.ch

29.12.16 - Radiotrouvaillen im digris DAB-Angebot
Dass der Netzbetreiber digris die Schweizer Radiolandschaft seit einigen Jahren mit einer noch nie dagewesenen Radiovielfalt aufmischt, ist bereits länger bekannt. Auf den DAB-Inseln, welche teilweise auch grössere Gebiete abdecken (bsp. Kanal 8C Lausanne),  finden sich zahlreiche Anbieter, welche auf UKW niemals eine Verbreitungschance gehabt hätten. Ein grosser Teil davon sind jedoch Alternativradios, welche sehr stark politisch motiviert sind, Ausbildungsradios oder Programme zu Glaubensthemen. Wer dies nicht mag, findet aber in den mittlerweile zahlreichen Programmangeboten diverse wahre Trouvaillen für den nicht mainstreamlastigen Musikgeschmack. Nachfolgend eine kleine Auflistung dieser besonderen Programme, in welche unbedingt einmal reingehört werden sollte.

digris dab-inseln schweiz 2016-12     digris logo gr

Die blau gekennzeichneten digris DAB-Inseln sind momentan bereits auf Sendung. (Quelle: Homepage digris)

Spoonradio
Jugendliches Rock- und Hardrockradio mit vielseitigem Programm und zahlreichen selten gehörten Titeln
Empfangbar auf den digris-Inseln: Zürich, Genf, Aarau, Basel, Winterthur-Schaffhausen, Unterwallis, Lausanne, Luzern-Zug-Nidwalden

Maxxima
Widmet sich der elektronischen Musik mit vielen neuen Titeln
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Basel, Unterwallis, Lausanne, Luzern-Zug-Nidwalden

radio smash logo 2016

Radio Smash
Spielt aktuelle, handverlesene Pophits, mit hohem Anteil von Schweizer Musik
Empfangbar auf den digris-Inseln: Aarau, Basel

Radio Tell
100% urchige Schweizer Volksmusik, Blasmusik und Alphornklänge während 24 Stunden im Tag, teilweise moderiert
Empfangbar auf den digris-Inseln: Aarau, Winterthur-Schaffhausen, Luzern-Zug-Nidwalden

Latinos FM
Temperamentvolle Perlen aus der internationalen Szene der Latinomusik
Empfangbar auf den digris-Inseln: Basel, Unterwallis

james fm logo

James FM
Die besten Pop-Evergreens, versetzt mit Hits von heute nach dem Motto „good times only“
Empfangbar auf den digris-Inseln: Luzern-Zug-Nidwalden

radio ouest logo 2016

Radio Ouest
Musikprogramm aus der Westschweiz, mit den aktuellen Hits und viel Musik aus dem frankophonen Raum
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf

PleinAir
Musikprogramm für Erwachsene, mit regionalen Informationen für Neuenburg und das Waadland
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf

7radio
Moderiertes Vollprogramm mit den aktuellsten Hits, Kulturellen Themen, Sport und regionalen Informationen
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Lausanne

Vibración Latina
Tropische Musik nonstop, mit aktuellen und evergreen Hits
Empfangbar auf den digris-Inseln: Lausanne

Radio Net+
Musikradio mit handverlesenen, teils auch unbekannteren Pophits der 70er-90er
Empfangbar auf den digris-Inseln: Unterwallis

World Radio Switzerland (WRS)
Nachrichten- und Kulturradio aus der UNO-Stadt Genf, in englischer Sprache
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Basel, Winterthur-Schaffhausen, Unterwallis, Lausanne, Luzern-Zug-Nidwalden

radio 4tng logo

Radio 4TNG (For the next generation)
Plattform für Nachwuchsmusiker, unbekanntere Bands, Newcomer und Jugendthemen
Empfangbar auf den digris-Inseln: Zürich, Winterthur-Schaffhausen

Country Radio Switzerland
Handverlesene Countrymusik aus der internationalen, aber auch der Schweizer Szene, teilweise moderiert
Empfangbar auf den digris-Inseln: Zürich

Magic Radio
Elektronische Musik für 15 bis 35jährige, versetzt mit anderen Musiksparten
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Unterwallis, Lausanne

pirates radio logo

Pirates Radio
Erster „legaler Piratensender“ der Schweiz mit handverlesener Musik für die Zielgruppe der 30 bis 49jährigen
Empfangbar auf den digris-Inseln: Lausanne

IP music
Musikradio für die Französischsprechenden in der Schweiz mit Pop, Rock und Easy Listening, für 40-65jährige
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Basel, Unterwallis, Lausanne, Luzern-Zug-Nidwalden

Zahlreiche dieser Anbieter werden künftig auch noch auf weiteren DAB-Inseln zu hören sein. Dank digris können sich kleine, nichtkommerzielle Anbieter heutzutage eine terrestrische Verbreitung leisten, was bei der Preisgestaltung von SwissMediaCast, der SRG oder Romandie Médias SA schlichtweg unmöglich wäre. Man darf also getrost von einer wahren Bereicherung der Schweizer Radiolandschaft sprechen. Hier hat die Technologie von DAB+ tatsächlich erreicht, was sie immer versprochen hat: mehr Vielfalt im Äther und bessere Verbreitungsmöglichkeiten für kleinere Anbieter.

Internet: http://www.digris.ch

16.12.16 - So startet Digitalradio DAB+ im grenznahen Elsass
Nach der behördlichen Ausschreibung von weiteren DAB-Inseln in Frankreich, wurden nun die Anbieter für die einzelnen Ensembles ausgewählt. Jetzt geht es zügig voran, mit dem Ausbau der DAB-Plattformen. Interessant sind dabei die zwei geplanten Ensembles für den Grossraum Strasbourg und Mulhouse. Diese könnten in grenznahen Gebieten durchaus empfangen werden. Spannend ist auch die Diskussion, ob für die Versorgung sogar noch der Deutsche Standort Hornisgrinde in Frage kommen könnte. In Sachen Sendestandorte sind jedoch momentan nur Gerüchte bekannt. Eine konkrete Netzplanung ist noch nicht öffentlich zugänglich.

Karte vergrössern!     csa logo

Die geplanten DAB-Ensembles im Elsass. Karte zum Vergrössern. Quelle: Conseil supérieur de l’audiovisuel (CSA)

Folgende Anbieter finden sich in den künftigen Ensembles, welche für die grenznahe Schweiz von Interesse sein könnten:

13 Programme für Strasbourg regional, Kanal 6D

accent 4

rcf alsace

radio nova

oui fm

radio classique

tsf jazz

crooner radio

skyrock

radio fg

generations

latino fm

mfm radio

sud radio

 


Catégorie A
Radio Accent 4, la Musique Classique en Alsace
RCF Alsace

Catégorie D
Radio Nova
Oüi FM
Radio Classique
TSF Jazz
Crooner Radio
Skyrock
Radio FG
Générations
Latina FM
MFM Radio

Catégorie E
Sud Radio

12 Programme für Mulhouse lokal, Kanal 11D

azur fm

magnum la radio

radio star

radio dreyeckland

top music

cerise fm

flor fm

radio ecn

radio maria france1

radio orient

virage radio

jazz radio

 

 


Catégorie A
Azur FM 67/Azur FM 68

Catégorie B
Magnum la radio
Radio Star
Radio Dreyeckland
Top Music
Cerise FM
Flor FM
Radio ECN

Catégorie D
Radio Maria France
Radio Orient
Virage Radio
Jazz Radio

Komischerweise können sich auch in Frankreich der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die grossen Anbieter wie NRJ, Nostalgie oder RTL nicht zu einer DAB-Verbreitung durchringen. Das bietet den kleineren Radiostation die Chance, jetzt ein erfolgreiches Digitalradionetz über das ganze Land aufzubauen und sich so einen Vorsprung zu verschaffen.

Weitere lokale Ensembles sind die Folgenden:

Kanal 6C - Strasbourg
Kanal 7C - Strasbourg
Kanal 7A - Wissembourg
Kanal 5D - Sélestat
Kanal 11C - Colmar

Mit einem Sendestart im Verlaufe des ersten Halbjahres 2017 darf nun tatsächlich gerechnet werden. Weitere Informationen folgen, sobald sie verfügbar sind.

11.12.16 - Neuer Tunnel im Jura mit DAB+ ausgerüstet
Im Kanton Jura befindet sich der jüngste, mit DAB+ ausgerüstete Nationalstrassentunnel der Schweiz. Es ist bereits der 44. von insgesamt 203 Strassentunnels im Land, in welchem das Digitalradio gehört werden kann. Am 05. Dezember 2016 wurde an der A16, der sogenannten Transjurassienne, der neue, 3'200m lange, moderne Tunnel Choindez bei Delémont von Bundesrätin Doris Leuthard feierlich dem Verkehr übergeben. Darin sind SRG Kanal 12A und RMS Kanal 10B für die Westschweiz zu hören. Ansonsten sind die Juratunnels leider noch alle "stumm".

09.12.16 - Deutschland gönnt sich eventuell schon 2017 einen 2. Bundesmux
In Deutschland stehen die Zeichen momentan gut für ein zweites, nationales DAB+ Ensemble (2. Bundesmux). Die Ministerpräsidentenkonferenz der Deutschen Bundesländer hat gestern einem solchen Vorhaben zugestimmt. Die nötigen Kanalkapazitäten wurden dabei beschlossen. Bereits heute wurde mit der Ausschreibung der Kapazitäten begonnen, sodass dieses Ensemble mit 15 national ausgerichteten Programmen eigentlich ab Mitte 2017 im Äther starten könnte. Die Eingabefrist bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (SLM), welche als zuständig erklärt wurde,  läuft bis am 24. Februar 2017. Gesendet wird vorerst auf verschiedenen Kanälen im ganzen Land. Später, wenn der Polizeifunk die anstehenden Änderungen seines Netzes vorgenommen hat, könnte der 2. Bundesmux dann flächendeckend auf Kanal 5A wechseln.

Die Anbieter Kultradio, momentan nur im Freistaat Bayern über DAB+ verbreitet, und ERF Pop, haben bereits Interesse an den Programmplätzen angemeldet. Ebenfalls der Bauer Verlag aus Hamburg (Bauer Media Group) und der als Immobilienunternehmer arbeitende Steffen Göpel aus Leipzig, haben grosses Interesse an zusätzlich DAB-Kapazitäten bekundet. Mit welchen Sendern das Ensemble dereinst starten wird, ist momentan noch nicht bekannt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass es nicht gleich mit einer heute so kompakten Abdeckung wie beim 1. Bundesmux starten wird. Gemäss den vorliegenden Dokumenten begnügt man sich am Anfang mit 40% Bevölkerungsabdeckung, welche ab 2019 auf 70% gesteigert werden sollte. Darum ist es auch noch fraglich, ob das Angebot bereits ab 2017 in der Schweiz gehört werden kann. Dazu bräuchte es grenznahe Sender wie den Feldberg, den Blauen, den Wannenberg, Donaueschingen, den Raichberg, Hochrhein oder den Pfänder (A). Es werden ausschliesslich Hauptsender mit mindestens 10kW Leistung eingesetzt, welche prioritär die Agglomerationsgebiete versorgen.

Karte vergrössern!     digitalradio logo 2016-1

So könnte sich die Abdeckung zum Start des 2. Bundesmux ungefähr präsentieren. Grafik zum Vergrössern. (Quelle: Radioszene)

Ganz im Schatten der Ereignisse, nimmt der SWR seinerseits, für den Kanal 8D, am 15. Dezember 2016 die zwei grenznahen Sender Wannenberg und Eggberg in Betrieb. Diese zwei Anlagen erhöhen die Empfangsqualität in grenznahen Schweizer Gebieten merklich.

Gespannt können wir also 2017 über die Grenze nach Deutschland blicken, wobei sich ja auch SwissMediaCast (SMC) für zusätzliche Kapazitäten bei uns in der Schweiz beworben hat. Hierzulande könnte tatsächlich bald ein zweites Deutschschweizer-Ensemble starten. Die Bewilligung des BAKOMs steht dafür jedoch momentan noch aus.

02.12.16 - Energy Spartenprogramme jetzt offiziell gestartet
Die Energy Gruppe, welche sich momentan gerade als Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich formiert, lancierte per 01. Dezember 2016 insgesamt fünf neue DAB+-Radiosender. Die Musik-Formate der einzelnen Radiosender gehen von entspannter Pop-Musik über die grössten Rock-Klassiker, Chillout & Easy Listening bis hin zu zeitloser klassischer Musik und den besten Hits der 70er- und 80er-Jahre. Hier stellen wir alle Channels kurz vor:

energy luna logo

Luna Radio ist der neue Musiksender zum Entspannen. Gespielt werden die beliebtesten Pop-Songs der letzten drei Jahrzehnte, gepaart mit den grossen aktuellen Songs. Norah Jones, Sting oder Adele liefern den idealen Soundtrack für einen stressfreien Tag. Das Format luna ersetzt voraussichtlich im Januar 2017 das bisherige, auf SMC Deutschschweiz-Kanal 7D sendende LandLiebe Radio.

http://www.lunaradio.ch

energy classix logo

Classix Radio spielt zeitlose Musik zum Geniessen von Bach über Verdi bis Ludovico Einaudi. Musikliebhaber kommen während 24 Stunden in den Genuss grosser Kompositionen und berühmter Werke der klassischen Musik interpretiert von den namhaften Künstlern der Klassikszene wie Anne Sophie Mutter, Lang Lang oder Anna Netrebko.

http://www.classixradio.ch

energy vintage logo

Vintage Radio spielt die grössten Musikhits aller Zeiten. Die Musikauswahl umfasst von Supertramp, Tina Turner, Prince bis hin zu Roxette und R.E.M. alle grossen Hits der mittlerweile klassischen Jahrzehnte der Popkultur von den 60er- bis in die 90er-Jahre.

http://www.vintageradio.ch

energy radio del mar logo

Radio Del Mar verwöhnt die Hörer mit entspannten Wohlfühl-Chillouts bekannter Pop- und Jazzsongs, Tropical & Soft House sowie Ambiente & Easy Listening. Die Stars dieses Formats sind DJs und ihre Compilations wie Café Del Mar oder Bar Lounge Classics.

http://www.radiodelmar.ch

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Rockit Radio ist das Rockradio mit den grössten Rocksongs aller Zeiten. Eine Musikauswahl mit 100% handverlesener und feinster Rockmusik nonstop. Die Playlist umfasst die Milestones der Rockgeschichte: AC/DC, U2, Red Hot Chili Peppers oder Kings of Leon.

http://www.rockitradio.ch

Mit diesen fünf Spartenprogrammen wird die Schweizerische Digitalradiolandschaft wesentlich attraktiver, denn ein solches Angebot wurde in Fachkreisen schon lange gefordert. So stellt DAB+ gegenüber UKW auch wirklich einen Mehrwert dar. Momentan laufen jedoch nach unseren Beobachtungen noch nicht die endgültigen Progamme. Bleibt zu hoffen, dass die einzelnen Angebote dereinst auch wirklich eine grosse, vielseitige Rotation aufweisen werden, welche nicht beliebig mit Internet-Spartensendern ausgetauscht werden kann. Ansonsten finden sich auf den geographisch begrenzten DAB-Inseln von digris noch mehr Spartenprogramme, welche im kleinen Rahmen sehr sorgfältig gestaltet und zusammengestellt werden. Beispielsweise James FM, Spoon Radio, Radio Smash, IP Music, Latinos FM, Radio 4TNG, Country Radio Switzerland oder Pirates Radio und viele mehr.

Ausser luna (bisher LandLiebe Radio) senden alle Programme über die regionalen Ensembles auf den Kanälen 7A, 9B und 8B.

Internet: https://energy.ch/radio/article/fuenf-neue-dab-radiosender-fuer-die-deutschschweiz

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

30.11.16 - Empfangsverbesserungen im 3. Layer von SwissMediaCast
Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) hat es anlässlich des vergangenen DAB-Changedays bereits angekündigt: der dritte, regionale DAB+ Layer wird morgen, 01. Dezember 2016 merklich aufgerüstet. Ganz besonders macht sich dies in den Ensembles Ostschweiz, auf Kanal 9B, Bern-Freiburg-Solothurn, auf Kanal 8B, und im Deutschschweiz-Ensemble, auf Kanal 7D, bemerkbar. Das Nordschweiz-Ensemble auf Kanal 7A, erhält nur einen zusätzlichen Sender im Urnerland. Nachfolgend präsentieren wir Ihnen die bisherigen und künftigen Abdeckungen der SMC Regionalensembles, gerechnet ohne Berücksichtigung der Reflektionen an den Bergen.

Folgende Aufschaltungen erfolgen morgen, Donnerstag (Karten zum vergrössern):

Layer D03 Nordschweiz - Kanal 7A
- Attinghausen-Schiltwald

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Bis 30.11.16 / Ab 01.12.16

Layer D03 Ostschweiz - Kanal 9B
- Weiningen Haslibuck (Frauenfeld)
- Ottenberg
- Flurlingen Cholfirst (Schaffhausen)
- Sirnach
- Wattwil (Chapf)

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Bis 30.11.16 / Ab 01.12.16

Layer D03 Bern-Freiburg - Kanal 8B
- Brienz-Wellenberg
- Matten b. Interlaken-Rugen
- Burgdorf Rothöchi

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Bis 30.11.16 / Ab 01.12.16

Layer D02 Deutschschweiz - Kanal 7D
- Brienz-Wellenberg
- Matten b. Interlaken-Rugen
- Fischenthal Waldberg (Steg-Tösstal)

Dank diesen Senderaufschaltungen verbessert sich in vielen Gebieten der Empfang der auf den dritten Layer verschobenen SRG-Programme Swiss Classic und Swiss Jazz wieder etwas. Couleur 3, Option Musique und die neuen Musikprogramme aus den Häusern Radio 24, Radio Argovia und Energy (NRJ), gewinnen damit ebenfalls einiges an potentiellen Hörerzahlen dazu. Profitieren dürften aus geographischer Sicht  besonders die Kantone St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen, das Zürcher Tösstal, das westliche Berner Oberland und das Urner Haupttal.

Über die neuen Energy-Programme aus dem Hause Ringier berichten wir, sobald irgendwelche Informationen verfügbar sind oder die bereits im Radiotext angekündigten Webseiten aufgeschaltet werden. Offiziell sollen diese ja auch morgen Donnerstag starten.

29.11.16 - Entscheid über neue Schweizer DAB+ Kapazitäten erst 2017
Gemäss kurzer Mitteilung von René Wehrlin, vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), fällt der Entscheid über neue DAB+ Kapazitäten in der Schweiz definitiv erst Anfang 2017. Es geht dabei um ein zweites, landesweites Ensemble von SwissMediaCast (SMC), um das Regionalnetz von Digital Oberland (Radio BeO) und um eventuelle weitere Gesuche für zusätzliche DAB-Kapazitäten. Man darf also weiterhin gespannt sein, wer sich im vergangenen Frühling definitiv auf die Interessensabklärung gemeldet hat und wie das BAKOM die Zukunft von DAB+ in der Schweiz weiter ausgestaltet.

Grafik vergrössern!     bakom

Grafik DAB+ Bedeckungen in der Schweiz zum vergrössern! Quelle: Positionspapier Drahtlos-terrestrische Verbreitung von Radioprogrammen im DAB+-Format (BAKOM).

Eine Spekulation von uns: sollte SMC tatsächlich einen zweiten Deutschschweizer Kanal aufbauen dürfen, würden vielleicht dann auch die Bitraten der Programme wieder verbessert und Slideshows eingeführt. SRF 1, Swiss Classic, Swiss Jazz oder Energy Classix könnten dann auf diesen Kanal wechseln und in geeigneter Qualität  (96kbit/s aufwärts) ausgestrahlt werden. Aber wie gesagt, das ist ein wünschenswertes, spekulatives Szenario unsererseits, welches schlussendlich durch finanzielle Aspekte entschieden wird.

26.11.16 - Tiefere Bitraten bei SMC und SRG: Fluch oder Segen?
Der vergangene DAB-Changeday hat eines überdeutlich gezeigt: die verschiedenen Akteure, insbesondere SwissMediaCast (SMC) und die SRG setzen bei der Ausstrahlung ihrer DAB+ Programme stärker auf Quantität als auf Qualität. Das stösst manch Einem im Land sauer auf. Während die SRG in ihren laufenden Programmen fälschlicherweise immer wieder die bessere Tonqualität des Digitalradios gegenüber UKW hervorhebt, setzte sie bei fast allen Programmen kurzerhand die Bitraten empfindlich hinunter. Da kann doch etwas nicht aufgehen? Klar kann man argumentieren, dass man mit dem ausgeklügelten Soundprocessing noch vieles retten kann, bei diesem fungiert jedoch die SRG nicht unbedingt an erster Stelle (siehe Beitrag vom 02.11.16). Zugunsten von mehr Programmen auf den einzelnen Kanälen hat man zahlreiche SRG-Programme neu auf 64kbit/s gesetzt. Für ein Programm wie Swiss Classic, wo es um feine, leise Töne von vielen Einzelinstrumenten geht, ist dieser Rückschritt durchaus schmerzhaft. Auch das hörerstärkste Schweizer Programm, SRF 1, hätte durchaus eine bessere Bitratenbehandlung verdient. Die Klagen der Radiokonsumenten mehren sich. Zudem haben auch viele Hörer mit dem Regionallayer D03 viel schlechterem Empfang. Bei diesem Problem gelobt jedoch SMC rasche Besserung.

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Die nun nicht mehr angebotenen Slideshows bei den Musikprogrammen der SRG (Foto: Stefan Grünig) und Swiss Classic: hier schmerzt die Reduktion der Bitraten besonders (Grafik: Webseite Swiss Classic).

Nun, die Frage bleibt, ob sich SRG und SMC mit den tiefen Bitraten nicht einen Bärendienst erweisen. Man will die Zitrone einmal mehr ausquetschen, bis kein Tröpfchen mehr fällt. Will heissen: je mehr Programme auf einen Kanal gequetscht werden können, desto höher sind die Einnahmen und die Rendite. Dafür opfert man sogar ein weiteres Aushängeschild von DAB+, welches in den kommenden Jahren durchaus an Beliebtheit gewonnen hätte: die Slideshows und Zusatzdienste. Genau da ist die neue Technologie eigentlich stark und brächte viele zusätzliche Informationen visuell auf das Radiogerät. Die SRG hat diesen Dienst nun vorläufig ersatzlos gestrichen.

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Auf dem Mono-Empfänger fallen die tiefen Bitraten nicht gross auf. Für ein Klassikprogramm sind jedoch 64kbit/s eindeutig zu mager!
(Fotos: Stefan Grünig)

Bleibt abzuschätzen, ob den Hörern eine grössere Vielfalt von Programmen oder eine angenehme Tonqualität wichtiger ist. Klar ist es toll, dass man Couleur 3 und Option Musique jetzt auch im hintersten Bündner Bergtal hören kann und die SRF 1 Regionaljournale allesamt beinahe flächendeckend empfangen werden können. Doch ist das wirklich nötig? Brauchen wir in der Schweiz so oft das selbe SRF 1 Programm, welches nur während ganz kurzen Zeiten im Tag variiert. Es gäbe tatsächlich andere Möglichkeiten, die Regis schweizweit auszustrahlen, ohne dabei den Kanal 12C total damit «zuzumüllen». Die pfannenfertige Lösung hat beispielsweise ein Nutzer des Schweizer Radioforums sauber zusammengefasst:

«Man könnte ja ein Bandbreitenmanagement "light" fahren.», schlägt der technisch versierte User mit dem Nicknamen Radio354 vor.

«Das bedeutet im Einzelnen: die Bandbreite aller Programme, ausser Radio SRF 1, bleibt immer konstant. Somit wäre das Verfahren schon mal nicht ganz so kompliziert wie das Deutsche 90elf Verfahren.

Radio 354 weiter: «Das Programm Radio SRF 1 wird mit 96kbit/s in einem Stream gesendet, auf welchen alle regionalen SRF 1 Kennungen verweisen. In den regionalen Sendezeiten wird auf 7x 40kbit/s in Mono auseinandergeschaltet. Das macht 280kbit/s, im Gegensatz zu den 448kbit/s, die nun für Radio SRF 1 verwendet werden. Es würde zwar ausserhalb der regionalen Sendezeiten die Differenz von 280kbit/s und 96kbit/s - gleich 184kbit/s - auch verschenkt, allerdings wären nun 168kbit/s dauerhaft für die anderen Programme mehr verfügbar. Das wären dann 21kbit/s Bandbreite mehr, wenn ich mal SRF 2 Kultur nichts dazugebe und die 96kbit/s beibehalte. Also für die anderen 16kbit/s dauerhaft mehr Audiobandbreite und die 8x5kbit/s Differenz - macht 40 - könnten dann auch noch Verwendung finden.»

Soviel zu dieser kleinen Bitratenrechnerei, welche deutlich aufzeigt, dass der Einsatz dynamischer Bitraten problemlos umsetzbar wäre. Der Forumsbenutzer hat dieses Vorgehen der SRG bereits vorgeschlagen, ist damit jedoch wortwörtlich auf kein Musikgehör gestossen.

Aus all diesen Gründen kann man zusammenfassen: der 15. November 2016 hat der Schweiz zwar ein grösseres Angebot an DAB+ Programmen gebracht, dafür jedoch eine teilweise Verschlechterung der Empfangsmöglichkeiten und empfindliche Einbussen bei der Qualität der öffentlich-rechtlichen Programme, welche eigentlich zum Grundangebot gehören und eine Vorbildfunktion für die neue Technologie innehalten.

dab-player screenshot     dab-player screenshot 1

Audio-Analyse beim Programm Swiss Classic mit dem Radio-Player (Symbolbilder).

Glücklicherweise gibt es da noch den Anbieter digris, auf dessen DAB-Inseln konstant mit einer Qualität von 80kbit/s gesendet wird. Das sollte eigentlich spür- und hörbar sein, besonders wenn die einzelnen Anbieter, wie James FM oder Maxxima, noch Wert auf ein qualitativ hochstehendes Soundprocessing legen. Bei diesen «Herzblutradiomachern» investiert man viel mehr Zeit in die Qualität als bei der grossen, öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und bei den kommerziellen Schweizer Privatradios. Irgendwie paradox!

Der Fairness halber muss an dieser Stelle aber noch erwähnt werden, dass diese Qualitätsverschlechterung aufgrund niedrigerer Bitraten wirklich nur bei qualitativ gutem Audioequipment auffällt und nicht beim sehr häufig verwendeten «Mono-Radiöli» in Küche oder Büros.

23.11.16 - DAB+ Start im UPC-Kabelnetz von Luzern
Wie gestern bereits angekündigt, startet Morgen, 24.11.16, das DAB+ Cable Testangebot von UPC in der Agglomeration Luzern. Gemäss Angaben des Kabelnetzbetreibers wurden die betroffenen Kunden bereits im Vorfeld orientiert. Das UKW-Angebot wird abgeschaltet, dafür sind neu die unter folgendem Link gelisteten 68 DAB+ Programme im Frequenzbereich 240-260 MHz mit je 56kbit/s zu empfangen:

https://www.upc.ch/de/support/produktuebersicht/fernsehen/digital/dab-plus-cable/ (Senderliste)

Dabei handelt es sich vorwiegend um Schweizer Privatradios und die Angebote der öffentlich-rechtlichen SRG. SRF 1 wird im Kabelnetz erfreulicherweise weiterhin ohne Regionaljournale ausgestrahlt. Ebenfalls mit an Bord sind sechs Programme der englischen BBC. Wie gemeldet, kann das Angebot nur mit speziellen Geräten gehört werden, welche einen erweiterten Empfangsbereich aufweisen.

upc logo dab banner

Screenshot: UPC.

Gemäss Beobachtungen von DXern des Schweizer Radioforums, wurde das DAB+ Cable Angebot in Luzern bereits heute Abend aufgeschaltet. Weitere Regionen folgen gemäss UPC auf unbestimmte Zeit, falls die Tests positiv ausfallen.

22.11.16 - Start von DAB+ im UPC-Kabelnetz in Griffnähe
Im Zuge der Umstellung des terrestrischen (durch die Luft verbreiteten) Rundfunks in der Schweiz auf den digitalen Standard DAB+, springen nach und nach auch die Anbieter von Kabelnetzen auf diesen Zug auf, mit dem Ziel den Frequenzbereich zwischen 87,5 und 108,0 MHz (UKW) in absehbarer Zeit auch im Kabel aufzugeben. Wir berichteten.

In den kommenden Tagen, wahrscheinlich am 24. November 2016, startet nach Citycable aus Lausanne, auch die UPC (früher Cablecom), als grösster Kabelnetzbetreiber der Schweiz, versuchsweise mit dem DAB+ Angebot. Gemäss den uns vorliegenden Informationen soll dieser jetzt erweiterte Test im Raum Luzern auf einem der UPC Kabelnetze stattfinden. Um das Angebot empfangen zu können, benötigt man einen speziellen DAB-Empfänger, welcher den Frequenzbereich zwischen 174 und 260 MHz abdeckt. «Normales», terrestrisches DAB+ deckt nur den Bereich von 174 bis 230MHz ab. Angeboten werden zwei entsprechende Geräte mit den nötigen Anschlussmöglichkeiten bereits jetzt, hier. Auf dieser Seite befindet sich ebenfalls eine Bedienungsanleitung für die Verbindung mit der Kabeldose.

Palotec P Tec Pilatus     upc logo

Der Palotec P Tec Pilatus, ist eines der bei UPC  angebotenen DAB+ Cable Geräte. Quelle: UPC.

Ob zu diesem Zeitpunkt im betroffenen Kabelnetz auch gleich das UKW-Angebot abgeschaltet wird, ist noch nicht ganz klar. Sicher ist jedoch, dass der erweiterte Frequenzbereich dazu dient, keine Interferenzen (Störungen) mit dem terrestrischen Radio zu verursachen. Auch über das Programmangebot kann derzeit nur spekuliert werden. Seit einiger Zeit läuft ja bei UPC in Luzern das nachfolgende Testensemble mit zahlreichen Stationen aus dem Ausland.

rai radio 1

rai radio 2

rai radio 3

orf radio 1

orf radio vorarlberg

hitradio ö3

bayern 1

bayern 2

bayern 3

bbc radio 1

bbc radio 2

bbc radio 3

bbc radio 4 fm

bbc world service

france culture

france inter

france musique

swr1

swr2

swr3

 


Testausstrahlungen im oberen Frequenzbereich wurden auch schon in anderen Kabelnetzen beobachtet. Die Testphase soll laut UPC 18 Monate dauern. Von Seiten der UPC sind momentan zu diesem Thema leider noch absolut keine weiteren Informationen zu erhalten. DAB-Swiss informiert, sobald es Neuigkeiten gibt.

Hier haben wir für Sie die Anschlussanleitung von UPC als PDF-Dokument bereitgestellt.

17.11.16 - Zwei Westschweizer A1-Tunnels neu mit DAB+
Wie unsere Empfangsmelder mitteilen, ist das Digitalradio DAB+ nun in weiteren Tunnels der A1 verfügbar. Diesmal handelt es sich um zwei Aufschaltungen in der Westschweiz. In den Tunnels Combette (Murten) und Vignes (Mücnhenwiler-Courgevaux) sind neu die Kanäle RMS 10B (Westschweiz), SRG 12A (Westschweiz) und SRG 12C (Deutschschweiz) aufgeschaltet. SMC Kanal 7D (Deutschschweiz) und 8B (BE-FR-SO) sind jedoch in diesem Abschnitt nicht dabei. Damit ist nun in der Schweiz der Empfang von DAB+ bereits in 43 Nationalstrassentunnels möglich.

Danke für die immer prompten, zuverlässigen Meldungen!

15.11.16 - Viele Änderungen am Schweizer DAB+ Changeday
Gestern fand es nun also statt, das grosse Sesselrücken im Äther. Die SRG-Programme wurden punkt 14:15 Uhr neu gegliedert und der DAB (alt) Modus ist seither verstummt. Alles hat bestens geklappt, wofür den Verantwortlichen ein grosses Lob gilt. Das ganze wurde in den laufenden Programmen der SRG entsprechend zelebriert und gefeiert. Aber auch zahlreiche private Anbieter hatten gestern Grund zum feiern, wie wir ja in den vergangenen Tagen bereits angetönt hatten.

dab logo mit schweizerfahne

Auf den SwissMediaCast (SMC) Ensembles wurden zahlreiche neue Programme aufgeschaltet.

Konkret im Layer D03 für die Nordschweiz (Kanal 7A), die Ostschweiz (Kanal 9B) und Bern-Freiburg-Solothurn (Kanal 8B). Hier senden neu die folgenden Spartenkanäle:

- Classix Radio
- Radio del Mar
- Rockit Radio
- Vintage Radio
- Radio Argovia Hitmix
- Radio 24 Charts

Diese Spartenprogramme laufen momentan jedoch grösstenteils noch nicht mit dem regulären Programm. Dieses startet dann erst am 01. Dezember 2016 offiziell. Auch die im Lauftext angezeigten Webseiten sind momentan noch nicht aktiv. Gemäss unseren Angaben, stammen die Kanäle aus dem Hause Energy/Ringier und der AZ Mediengruppe.

Die Programme Radio Zürisee und Energy Bern haben gleichzeitig auf den sprachregionalen Layer D02 für die Deutschschweiz (Kanal 7D) gewechselt. Auf SMC-Nordschweizkanal 7A und SRG-Graubündenkanal 12D sendet neu auch Radio Südostschweiz, bei dessen Belegschaft man sich entsprechend freut: „Seit heute können uns auch Heimwehbündner und Graubünden-Liebhaber aus dem Unterland empfangen. Wir sind neu nämlich auf DAB+ zu finden. Herzlich willkommen liebe Zürcher, Luzerner, Basler, Zuger, Liestaler, Solothurner oder auch Schwyzer. Radio Südostschweiz sendet ab heute in der ganzen Nordschweiz über DAB+. Wir sind schon ganz aus dem Häuschen!“, wird da etwa auf der Webseite stolz verkündet.

radio südostschweiz banner

Neu sind von der SRG die SRF1-Programme mit sämtlichen Regionaljournalen in den sprachregionalen Ensembles zu finden, was nicht überall auf Verständnis stösst. In der Deutschschweiz, werden im Layer D03, inkl. Oberwalliskanal 11C, neu die Programme Swiss Classic, Swiss Jazz Couleur 3 und Option Musique ausgestrahlt. SRF3 und SRF4 News werden im Gegenzug neu auch in der West- und in der Südschweiz (Kanäle 10B und 12A) verbreitet. In der Westschweiz kam ebenfalls das Jugendprogramm SRF Virus dazu. Im Tessin sind nun auch die privaten Anbieter Fiume Ticino und R3i auf SRG-Kanal 12A vertreten.

radio fiume ticino logo     radio r3i logo

Als einziger Verlust kann bezeichnet werden, dass das Klassik- und Kulturprogramm RTS Espace 2 in der Deutschschweiz nun nicht mehr grossflächig zu hören ist und dass man als Zuhörer beim eingestellten Programm SRF1+ nicht mehr vor den regionalen Informationen flüchten kann. Zudem hat uns die SRG auf die Frage, wie es denn nun mit Slideshows und Zusatzdiensten weitergehe, folgenden negativen Bescheid übermittelt: „Die Zusatzdienstleistungen werden momentan auf Grund der beschränkten Bandbreite nicht übertragen. Die SRG prüft zur Zeit die Aufschaltung von TPEG. Der Entscheid ob die SRG in Zukunft TPEG ausstrahlen wird, wird im Jahr 2017 gefällt." Leider hat man bei der SRG auch die Bitraten kräftig nach unten geschraubt, welche gemäss den Angaben im Schweizer Radioforum zum Vergleich wie folgt aussehen:

- SRF1 80 kbps > 64 kbps
- SRF3 80 kbps > 72 kbps
- SRF4 64 kbps > 56 kbps
- SRF Virus 80 kbps > 72 kbps
- SRF Musikwelle 80 kbps > 72 kbps
- Swiss Pop 72 kbps > 64 kbps
- Swiss Jazz 72 kbps > 64 kbps
- Swiss Classic 96 kbps > 64 kbps

srg teilbereiche 2016

Die Geschäftsbereiche und Programme der SRG nach Sprachregionen.

Vielleicht könnte diese Reduktion in näherer Zukunft mit besserem Soundprocessing wettgemacht werden. Dazu ist jedoch momentan nichts bekannt.

Mehr Informationen dazu auf unserer Programmseite.

Der Kommentar:
Der gestrige Tag war also doch für diverse Überraschungen gut. Die Vielfalt auf DAB+ in der Schweiz ist ohne Wenn und Aber deutlich grösser geworden. Spartenprogramme bereichern künftig das Angebot. Doch leider wurden hüben und drüben auch einige Falschaussagen verbreitet, welche so einfach nicht stimmen. Nachfolgend nur drei Richtigstellungen:

  • Falschbehauptung 1: Die über DAB+ verbreiteten Radioprogramme tönen jetzt viel besser. Richtig ist: DAB+ klingt aufgrund von niedrigen Bitraten nicht unbedingt besser als UKW, bloss das Hintergrundrauschen fehlt. Bei der SRG wurden ja sogar noch tiefere Bitraten gewählt.
  • Falschbehauptung 2: DAB+ verbraucht weniger elektrische Energie und ist somit eine grüne Technologie. Richtig ist: Es müssen für die Versorgung weniger Sender eingesetzt werden. Das bringt Einsparungen bei den Anbietern und Netzbetreibern. DAB+ Radios benötigen jedoch beim Verbraucher mehr Energie, also eine Verlagerung der Verbrauchs (wobei natürlich die Senderenergie über’s Ganze gesehen schon stärker ins Gewicht fällt als die Empfängerenergie).
  • Falschbehauptung 3: Bei DAB+ werden nützliche Zusatzdienste wie Wetterberichte, Verkehrsinfos oder andere visuelle Informationen übertragen. Richtig ist: Ja, das wäre grundsätzlich möglich, wird aber in der Schweiz zugunsten von mehr Programmplätzen kaum eingesetzt.

Bei aller Euphorie darf man also durchaus auch einen kritischen Blick auf die neue Technologie werfen. DAB+ hat viele, gewichtige Vorteile, aber natürlich auch Nachteile. Sehr störend ist die Tatsache, dass die SRG nun den Kanal 12C mit Regionaljournalen vollstopft, auf welchen grösstenteils ein identisches Programm läuft. Dafür wurden die Bitraten beinahe durchwegs empfindlich nach unten geschraubt. Das tut Programmen wie Swiss Classic, Swiss Pop oder SRF1 nicht wirklich gut und stellt eine ganz klare Verschlechterung der Qualität dar, auch wenn man mit dem Soundprocessing noch vieles „retten könnte“. Im gleichen Zuge werden auch die Slideshows und Zusatzdienste in absehbarer Zeit nicht weiter ausgebaut. Lieber 1-2 Programme weniger pro Ensemble, dafür aber mehr Soundqualität mit Slideshows, das wäre wünschenswert! Weniger wäre hier eindeutig mehr.

stefan grünig

Stefan Grünig, Betreiber der Plattform DAB-Swiss.

Nichts desto trotz: das ist jammern auf hohem Niveau, besonders wenn man ins Nachbarland Österreich blickt, wo der Regulärbetrieb von DAB+ soeben nach Sankt-Nimmerlein verschoben wurde oder nach Frankreich, wo seit Beginn des Jahres 2016 absolut kein Fortschritt festzustellen ist. Immerhin können mittlerweile in der Schweiz vielerorts weit über 100 verschiedene Programme empfangen werden, nicht zuletzt auch dank digris, auf dessen DAB-Inseln mit 80kbit/s doch eine einigermassen ansprechende Soundqualität ermöglicht wird. Auch wenn die neuen sechs Spartenprogramme allesamt aus grösseren Verlagshäusern stammen, so stellen sie trotzdem eine erfreuliche Bereicherung des Angebotes dar. Aber auch hier könnte man noch ziemlich stark an der Klangqualität arbeiten. Schade, dass kleinere Spartenprogramme beinahe keine Chance haben, um die Verbreitung bei SMC finanzieren zu können.

Zusammenfassend darf der 15. November 2016 jedoch als durchaus erfreulicher Tag für die Schweizer Radioszene und deren Vielfalt bezeichnet werden. Immerhin wurden ja auch bislang schon rund 99,5% der Schweizer Bevölkerung mit den Grundangeboten der SRG digtal über DAB+ versorgt. Dank den Neuaufschaltungen der erwähnten SMC-Sender vom 01. Dezember 2016, wird sich dann auch noch das eine oder andere Empfangsloch bei diesen Ensembles schliessen.

14.11.16 - Programmwechsel und Ausbau der Infrastruktur bei SMC
Der Ende Oktober 2016 angekündigte SRG Programmwechsel im Bereich DAB+ betrifft auch die SwissMediaCast AG (SMC), die Betreiberin des Rundfunknetzes für den Digitalradio-­Standard DAB+ der Privatradios. Die SRG-Rochade per 15. November2016 führt zu freien Programmplätzen und einer neuen Verteilung. Zudem erfolgt anfangs Dezember 2016 die Einschaltung neuer Sendeanlagen der SMC.

smc logo

Am 31. Oktober 2016 kommunizierte die SRG den landesweiten Ausbau von DAB+. Ab dem 15. November 2016 werden die dritten Radioprogramme der SRG nahezu landesweit sowie drei Privatradios regional neu auf DAB+ aufgeschaltet. „Die Rochaden der SRG-Sender geben uns freie Kapazitäten auf allen Layern, was die Aufnahme neuer Programme ermöglicht. Die auf 2020 geplante schrittweise Ablösung der analogen UKW-Verbreitung durch DAB+ führt zu einer besseren Netzabdeckung. Die Infrastruktur von SMC wird ebenfalls laufend verbessert und ausgebaut, so werden anfangs Dezember zahlreiche neue Sendeanlagen eingeschaltet“, erklärt Rolf Schurter, Geschäftsführer der SMC.

Die SRG-Rochaden führen auf dem sprachregionalen Layer D02 zu freien Programmplätzen. Zudem bringt der Wechsel der Regionaljournale auf dem Layer D03 eine neue Verteilung.

Änderungen
- Auf dem sprachregionalen Layer D02 wird nur noch Rete 3 verbreitet.
- Auf den regionalen Layern D03 Nordschweiz, Ostschweiz Bern-Freiburg und Oberwallis werden die vier SRG-Programme Option Musique, Couleur 3, Swiss Classic und Swiss Jazz verbreitet.
- Radio Zürisee wechselt vom Layer D03 auf den Layer D02. Die Hörer von Radio Zürisee müssen daher einen neuen Sendersuchlauf vornehmen.
- Auf dem Layer D02 wird die Aufschaltung eines neuen Programmes, auf dem Layer D03 in den Regionen Nordschweiz, Ostschweiz und Bern-Freiburg die Aufschaltung 6 neuer Programme erwartet.
- Auf dem Layer D03 Region Nordschweiz wird ab dem 15./16. November 2016 neu Radio Südostschweiz aufgeschaltet.

radio zürisee mikrofon     radio südostschweiz aussenstudio

Fotos: Webseiten von Radio Zürisee und Radio Südostschweiz.

Im Hinblick auf einen verdichteten Netzausbau, insbesondere in den Regionen Baselland, Berner Oberland, Wallis und Ostschweiz, plant SwissMediaCast auf den 01. Dezember 2016 als erste Etappe die Einschaltung von folgenden neuen Sendeanlagen:

Layer D02 Deutschschweiz
- Brienz-Wellenberg
- Matten b. Interlaken-Rugen
- Steg (Tösstal)

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Saubere DAB-Abdeckung SMC-Layer D02/D03 künftig auf der A6/A8 Achse Bern-Thun-Interlaken-Brünig (Sender Höfen, Matten, Brienz).

Layer D03 Nordschweiz
- Attinghausen-Schiltwald

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Der Sender Attinghausen versorgt künftig die A2 im Kanton Uri mit dem SMC-Layer D03.

Layer D03 Ostschweiz
- Frauenfeld
- Ottenberg
- Schaffhausen
- Sirnach
- Wattwil

Layer D03 Bern-Freiburg
- Brienz-Wellenberg
- Matten b. Interlaken-Rugen
- Burgdorf

Der Ausbau des 3. Layers im Oberwallis folgt demnach in einer späteren Etappe.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

12.11.16 - Radio Südostschweiz ab Dienstag auch im SMC-Ensemble Nordschweiz
Gemäss aktueller Pressemitteilung, wird Radio Südostschweiz ab kommenden Dienstag, 15. November 2016 auf DAB+ nicht nur über den Bündner SRG-Kanal 12D starten, sondern auch auf SMC-Kanal 7A für die Nordschweiz präsent sein. Kanal 9B für die Ostschweiz ist demnach noch nicht geplant. Die Versorgung der italienischsprachigen Täler Bergell und Puschlav folgt im Verlaufe des Jahres 2017.

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Das neue DAB-Sendegebiet von Radio Südostschweiz zum Vergrössern!

Damit startet eines der letzten, bisher nicht auf Digitalradio DAB+ vertretenen Schweizer Privatradios gleich in einem sehr grossen Versorgungsgebiet. Radio Südostschweiz (ehemals Grischa) kann künftig also zwischen dem Engadin, Chur, Zürich, Basel und dem Mittelland beinahe ohne Unterbruch empfangen werden. Eine stattliche Sendegebietserweiterung für die Radiomacher aus Chur.

Internet: http://www.suedostschweiz.ch/radio

Der Kommentar:
Eines scheinen die Verantwortlichen nun definitiv begriffen zu haben: wenn das Digitalradio künftig erfolgreich sein soll, so braucht es eine sinnvolle Zusammenarbeit, quer über die Grenzen von gegenseitiger Konkurrenz zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern. Nur so wird es möglich, dass private Anbieter wie Radio Südostschweiz, R3i oder Radio Fiume Ticino sowohl auf den Netzen der SRG als auch der SwissMediaCast (SMC) senden können und dürfen. Dort wo es wirklich Sinn macht, bietet DAB+ eine einmalige Chance für die Zusammenarbeit. Der Konsument stellt erfreut fest, dass sich die Anbieter zu Gunsten einer maximalen Versorgung und zur Nutzung von gemeinsamen Synergien zusammentun um ein Optimum herausholen. Da entsteht ein sichtbarer Mehrwert gegenüber UKW. In dieser Sache ist die Schweiz anderen Ländern vielleicht eine kleine Nasenlänge voraus, ganz nach dem Prinzip: «Zusammen sind wir stark.» Lauter kleine Schritte in die richtige Richtung!

12.11.16 - digris nimmt in der Zentralschweiz einen neuen SFN-Sender in Betrieb
Nach dem ersten, erfolgreichen SFN-Betrieb (mehrere Sender auf demselben Kanal, aufeinander abgestimmt) im Unterwallis, nehmen die Techniker von digris heute bereits den nächsten Sender im SFN-Verbund in Betrieb. Dabei handelt es sich um den Standort Kriens-Gigeliwald, welcher künftig Ennetmoos-Stanserhorn, ebenfalls mit 0,3 kW Leistung, ergänzt. Nachfolgend die entsprechende Abdeckungskarte mit den zwei Sendern.

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Abdeckungskarte des Zentralschweizer digris Ensembles zum Vergrössern!

Das Versorgungsgebiet gegen Norden und Nordosten ist jedoch aufgrund von gegenseitigen Auslöschungen zwischen den benachbarten Ensembles auf Kanal 5D in Realität nicht so gross, wie in der Grafik dargestellt. Luzern, Zug und das Seetal sollten damit doch schonmal ganz gut indoor versorgt sein. Es folgt in diesem SFN-Ensemble später noch der Sender Zug-Zugerberg-Hohwacht.

Der Netzausbau von digris schreitet damit vor den Festtagen noch erfreulich voran, auch wenn’s zwischendurch immer wieder technische Rückschläge gibt, wie am Sender Winterthur-Brüelberg, wo momentan aufgrund eines alten, schadhaften Kabels nur mit verminderter Leistung gesendet werden kann.

06.11.16 - Neuer DAB-Sender für die Stadt Freiburg
Jean-Yves Delapierre meldet auf seiner Infoseite, www.2222.ch, dass für die Versorgung der Altstadt von Freiburg ein neuer Sender von RMS in Betrieb genommen wurde. Damit werden die Gebiete bedient, welche bislang vom Standort Gibloux nicht optimal versorgt waren.

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Abdeckungskarte RMS Fribourg-Lorette zum Vergrössern!

Der bereits bisher bestehende Sendemast befindet sich in Fribourg-Lorette und seine effektive Strahlungsleistung(ERP) ist 1,8 kW. Als Vergleich: die Sendeleistung vom Sender Gibloux beträgt 24 kW. Der Empfang von den privaten Westschweizer Stationen, dabei auch das in Fribourg ansässige RadioFr. (F), wurde also in der Altstadt deutlich verbessert. Überhaupt ist das RMS-Netz in der Romandie nun mit wenigen Ausnahmen (Pays d’ Enhaut, La Brévine) lückenlos ausgebaut. Nun fehlen auch hier bloss noch die Tunnels.

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

06.11.16 - Aktuelle Informationen von digris
Rund um den Netzbetreiber dirgis gibt es momentan vieles zu berichten. Einerseits ist aufgrund von technischen Problemen der Sender Winterthur-Brüelberg kurzzeitig ausgefallen und sendet jetzt mit verminderter Leistung weiter. Das defekte Kabel soll bis zum 01. Dezember 2016 repariert sein. Davon betroffen ist die DAB-Insel Winterthur-Schaffhausen auf Kanal 5D.

digris logo gr

Auf dem Ensemble Zürich und auch im Unterwallis ist das bisher unbekannte Programm Squizz aufgetaucht. Auf der Zürcher DAB-Insel auf Kanal 9A ersetzt es den Anbieter Traxx FM.
Von digris Geschäftsleiter Thomas Gilgen konnten wir zudem heute erfahren, dass die genauen Sendestandorte und Kanäle für die geplanten DAB-Inseln Sopra- und Sottoceneri momentan noch nicht bekannt seien. Da warte man auf die Montagetermine des Italienischen Partners, so der Geschäftsleiter. Der Sendestart ist im Tessin für Dezember 2016 geplant, was sich jedoch durchaus noch ins neue Jahr verschieben könnte.

Internet: http://www.digris.ch

04.11.16 - digris bereichert das Unterwallis mit DAB+ Programmvielfalt
Wie bereits erwähnt, ist nun die dirgis DAB-Insel für das Unterwallis testweise on Air. Im Internet präsentierte der Netzbetreiber inzwischen Fotos und Videos von der Installation und Aufschaltung des Senders Martigny-Chemin Dessous. Es folgte etwas später, aber noch am selben Tag, im Gleichwellennetzbetrieb (SFN) noch der hervorragend positionierte Sender Montana-Grand Signal, welcher wahrscheinlich auch in Teilen des Oberwallis gut zu empfangen sein wird. Folgende 15 Programme sind im neuen Unterwallis-Ensemble auf Kanal 10D vertreten:

vibration 108

vibration rock

open broadcast

radio net+ 2014

magic radio

radio 74

la fabrik

spoon radio

maxxima

radiobus fm

ip music 2016

traxx fm

7radio

world radio switzerland

phare fm romandie

 

 

 

 

 

 


Mit dieser Neuaufschaltung sind im Zentralwallis nun sage und schreibe 59 verschiedene Radioprogramme auf fünf verschiedenen Kanälen über DAB+ zu hören, was doch einen frappanten Mehrwert gegenüber den bisherigen 11 UKW-Programmen darstellt.

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Abdeckungskarte digris Unterwallis zum Vergrössern!

Im Jahr 2017 soll dann auch für das Oberwallis noch eine DAB-Insel von digris folgen. Deren Inbetriebnahme wurde jedoch ganz weit nach hinten verschoben, da sich offenbar auch nicht genügend Anbieter dafür interessieren. Deshalb, und aufgrund von technischen Aspekten, wohl die tiefe Prioritätsstufe.

digris unterwallis01     digris unterwallis02

Bilder: Sender und Sendeantenne (ganz oben)  bei Martigny. Fotos: digris, Facebook.

Als nächstes geht es nun bei digris ab ins Tessin. Dort soll je eine DAB-Insel für das Sopra- und das Sottoceneri entstehen. Gemäss Homepage ist die Aufschaltung dieser Inseln noch im Verlaufe des Dezembers 2016 geplant! Eine gefreute Sache für den Südkanton, welcher bis anhin in Sachen DAB+ Vielfalt noch ziemlich schlecht dagestanden hat. Welche Programme in diesen Gebieten senden und welche Sender betrieben werden, hat digris noch nicht bekanntgegeben.

Internet: http://www.digris.ch

03.11.16 - Erste Tests von digris laufen jetzt im Unterwallis
Wie unser Empfangsbeobachter, Julien Schreoter, soeben meldet, sendet seit heute Abend die digris Insel für das Unterwallis auf Kanal 10D. Das Signal ist jedoch noch sehr schwach, wahrscheinlich nur vom Sender Martigny-Chemin Dessous. Montana ist wohl noch nicht aufgeschaltet. Im Ensemble befinden sich 15 Programme, wovon "IP music" und "LaFabrik" momentan noch ohne Audio laufen.

Weitere Infos folgen, sobald verfügbar!

02.11.16 - Grosse Qualitätsunterschiede bei der Klangqualität auf DAB+
Beim Durchzappen der in der Schweiz über DAB+ verbreiteten Radioprogramme, fallen sehr grosse Qualitätsunterschiede in Sachen Soundprocessing, Höhen und Tiefen, sowie Raumklang auf, mal abgesehen von den Bitraten, welchen eine Erhöhung teilweise auch nicht schaden würde. DAB-Swiss ist der Sache mal vertiefter nachgegangen und hat sich mehrmals, auf zwei verschiedenen Audioanlagen durch die  bunte Schweizer Digitalradiowelt gezappt, nach bestem Wissen und Gewissen, versteht sich.

soundprocessing kl     kopfhörer kl

Symbolbild: https://pixabay.com/de/

Einerseits fand der Test mit dem Empfänger Yamaha T-D500, an einem älteren, qualitativ starken Sony Verstärker und einem Lautsprechersystem mit Subwoofer von Bose statt. Andererseits wurde der Sound unterwegs im Auto mit dem Kenwood DPX406DAB an einem Seat original Lautsprechersystem getestet. Die Unterschiede von Programm zu Programm sind dabei frappant. Unser Test widerspiegelt jedoch unsere ganz persönliche Wahrnehmung und ist nicht für alle Hörer repräsentativ. Die Wahrnehmung von Klang und Qualität ist von Mensch zu Mensch extrem unterschiedlich.

Bei den Endergebnissen sind absichtlich nicht alle Programme aufgeführt, um die Liste eher kurz zu halten. Alle hier nicht erwähnten Programme befinden sich Qualitätsmässig im Mittelfeld. Nachfolgend unsere Beobachtungen, gruppiert nach drei Kategorien (exkl. Programme von digris):

Positiv aufgefallen
diis iischers kl
Iischers Radio (Testsieger)
Diis Radio (Testsieger)
LFM (Testsieger)
Radio Chablais
BNJ-RFJ
BNJ-RTN
Rouge FM
Yes FM
Energy Basel
FM1
Radio Pilatus
GRRIF

Im Mittelfeld (mit allen Nichterwähnten)
Radio Argovia
Radio Inside
Option Musique
Radio 32
Rete Tre
RadioFr. Music
SRF 1
rro müsig pur
TopTwo

Negativ aufgefallen
radio gloria eviva
Radio Basilisk
Energy Bern
Radio Zürisee
planet 105 (dumpfer Klang)
Radio 1 (dumpfer Klang)
SRF Virus (Flacher, stumpfer Klang)
Swiss Classic (kein Raumklang und Bassanteil)
Swiss Jazz (kein Raumklang und Bassanteil)
Swiss Pop (kein Raumklang und Bassanteil)
LandLiebe Radio (dumpfer Klang, ohne Raumwirkung)
Rete uno (Flacher, stumpfer Klang)
Radio Eviva (Wirkt wie mono, ohne Höhen, Tiefen und Raum)
Radio Gloria (Wirkt wie mono, ohne Höhen, Tiefen und Raum)

Bemerkenswert ist generell die Soundqualität auf dem RMS Kanal 10B, aus der Westschweiz. Hier fallen sofort die vielen, sanften Bässe und der wohltuende Raumklang auf. Spitzenreiter in Sachen Soundprocessing sind jedoch Iischers und Diis Radio aus dem Wallis. Oder bemerkt man als Hörer hier, dass bei den beiden Programmen sehr viel Musik ab alten Vinylplatten gespielt wird? Besonders erwähnenswert ist auch LFM aus Lausanne, mit seinem wohklingenden, ausgewogenen Sound.

Im Mittelfeld bewegen sich viele Deutschschweizer Privatradios, aber auch einige Anbieter der SRG, inkl. dem meistgehörten Programm der Schweiz, SRF1.

Weniger angenehm zum Zuhören wird es dann jedoch bei den Musikprogrammen Swiss Classic, Jazz und Pop, welche beinahe keinen Bassanteil aufweisen, dumpf tönen und im Raumklang mehr als dürftig sind. Schade! Ganz unten in der Liste fungieren dazu auch Radio Eviva, Radio Gloria, LandLiebe Radio und Rete uno, bei welchen der Begriff «Soundprocessing» wohl gänzlich unbekannt ist.

Selbst bei niedrigen Datenraten, würde also klangmässig bei vielen Anbietern mehr drinliegen, wie die Walliser und die Romands beweisen. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Sachen Soundprocessing noch einmal zünftig über die Bücher gehen, spätestens am “Changeday” vom 15. November 2016!

 

31.10.16 - Neuaufschaltungen bei digris
Wie bereits vor einigen Tagen angekündigt, wurden die neuen Programme nun in den DAB+ Ensembles von digris aufgeschaltet.

DAB-Insel Basel, Kanal 10A
Latinos FM, Radio Smash und Phare FM mit je 80kbit/s. Maxxima neu nur noch mit 48klbit/s

DAB-Insel Winterthur-Schaffhausen, Kanal 5D
Radio Munot mit 80kbit/s. Maxxima auch hier nur noch mit 48kbit/s

digris sfn test unterwallis

Bildquelle: Screenshot digris, Facebook.

Im Unterwallis, auf Kanal 10C, läuft zudem momentan ein Test von digris bezüglich SFN. Hier werden zwei Sender im Gleichwellennetz, also auf demselben Kanal, betrieben. Danach startet in Kürze der Testbetrieb dieses interessanten Ensembles. Sendestandorte sind Montana-Grand Signal und Martigny-Chemin Dessous.

19.10.16 - Aktuelle News von digris - Unterwallis in den Startlöchern!
Viele interessante News liefert heute wiederum die Webseite von Netzbetreiber digris. Auf folgenden DAB-Inseln hat sich etwas getan oder tut sich bald etwas:

Basel
Neu erscheinen hier mit Latinos FM, Radio Smash und Phare FM gleich drei neue Anbieter. Ob sie schon on Air sind oder nicht, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen.

latinos fm logo     radio smash logo     phare fm romandie logo     radio ouest logo

Genf
Hier sendet in Kürze Radio Ouest, wie wir bereits vermutet hatten. Dafür wird Radio Italia solo Musica Italiana (RISMI) abgeschaltet. Ab 2017 möchte Radio Ouest nach eigenen Angaben mit 7 Sendern in der ganzen Westschweiz zu hören sein.

Unterwallis
Testsendebetrieb auf 05. November 2016 verschoben, gemäss Meldung von Julien Schroeter. Aufschaltung von zwei Sendestandorten bei Martigny und Montana mit insgesamt 15 Programmen.

Grafik vergrössern!

Abdeckungskarte digris Unterwallis zum Vergrössern!

Sopraceneri
Sendestart auf Dezember 2016 verschoben.

Sottoceneri
Sendestart auf Dezember 2016 verschoben.

Oberwallis
Sendestart auf Oktober 2017 verschoben!!!

Rheintal
Neue, geplante DAB-Insel ins Verzeichnis aufgenommen.

Insgesamt ist festzustellen, dass die digris DAB-Inseln laufend attraktiver werden und sich mit Anbietern füllen. Bei den Inbetriebnahmeterminen ist auch weiterhin mit Verzögerungen aufgrund von Bewilligungsverfahren zu rechnen.

Internet: http://www.digris.ch

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

18.10.16 - DAB+ in weiteren Nationalstrassentunnels beobachtet
Die Tunnelversorgung mit DAB+ in der Schweiz, schreitet besonders auf der Nord-Südachse erfreulich voran. Dies teilen unsere zuverlässigen Empfangsmelder mit. Neu sind die Tunnels Sonnenberg, Schlund und Stalvedro (A2) mit dem Digitalradio ausgerüstet. Im Sonnenberg und Schlund können die Kanäle 7A, 7D und 12C empfangen werden, in Stalvedro Kanal 12A.

Im Tunnel Habsburg (A3) senden seit kurzem die Kanäle 7D und 12C. In einigen kürzeren Tunnels, inkl. Stalvedro, könnte es sich jedoch auch um Aussenempfang handeln. Momentan ist DAB+ somit in 22 von 202 Nationalstrassentunnels empfangbar.

Im Gotthardtunnel (A2) haben wir noch eine Korrektur vorgenommen. Darin sendet Kanal 7D leider nicht. Verwunderlich ist jedoch, dass nur in den wenigsten der Tunnels die Regionalensembles von SwissMediaCast (SMC) (Kanäle 7A, 8B und 9B) aufgeschaltet werden. Ob diese wohl später noch folgen?

Nähere Informationen zu den mit DAB+ versorgten Strassentunnels und ein aktuelles Versorgungsverzeichnis finden sich auf unserer Seite «Empfangsgebiete».

06.10.16 - Zwei neue Programme bei digris in Aarau und Winterthur-Schaffhausen
Gemäss den aktualisierten Informationen auf der digris Webseite, sendet jetzt auf der Insel Aarau (Kanal 5D) neu Radio Smash aus Olten. Es handelt sich dabei um ein junges Programm, welches Pop, Hits und vorwiegend Schweizer Musik spielt. Auf der Insel Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D) müsste schon bald das kommerzielle Radio Munot aus Schaffhausen zu hören sein! Dieses wurde ja schon seit längerem auf DAB+ vermisst und konnte sich nun wohl doch noch für die digitale Verbreitung erwärmen. Ebenfalls wurden auf der Webseite von digris die Grafiken für die Abdeckung der einzelnen DAB+ Ensembles interaktiv verbessert.

radio smash logo     radio munot logo

Der Kommentar:
Mit diesem Schritt sind nun in der Schweiz von 49 kommerziellen Privatradios nur noch 4 (Radio BeO, neo1, Canal 3 D und F) nicht auf DAB+ vertreten. Eine erfreuliche Quote, an welche vor fünf Jahren noch niemand zu glauben gewagt hätte. Die kommende Aufschaltung von Radio Munot erstaunt insofern, dass sich die Verantwortlichen gegenüber DAB-Swiss noch vor einigen Monaten sehr negativ zum Thema DAB+ geäussert haben. Es sei keine DAB+ Verbreitung geplant, man setze vielmehr auf das Internetradio. DAB+ sei wirtschaftlich nicht rechenbar. Nun wollte man den terrestrischen Zug wohl doch nicht verpassen und ist daher eine Zusammenarbeit mit digris eingegangen, dessen Netz dann mit dem künftigen SFN auch Schaffhausen sauber abdecken wird. Es findet also tatsächlich auch bei den ganz kritischen Radioverantwortlichen ein erfreuliches Umdenken statt.
Schön ist auch zu sehen, dass laufend neue, kleinere Internetradios eine Verbreitung auf einer DAB-Insel wagen. Das erhöht die Vielfalt wesentlich und bringt Farbe in die graue Mainstreamradiolandschaft. Radio Smash ist eben ein solches, positives Beispiel. Bleibt zu hoffen, dass digris seine Pläne wirklich umsetzen kann und sich das Ganze finanziell auch wirklich rechnet.

05.10.16 - Liste der mit DAB+ ausgerüsteten Strassentunnels online
Da vom ASTRA und von den Netzbetreibern keine Informationen betreffend der Tunnelausrüstung mit DAB+ zu erwarten sind, haben wir eine Excel-Tabelle erstellt, mit sämtlichen Schweizer Nationalstrassentunnels, welche länger als 300m sind. Diese möchten wir nun nach und nach zusammen mit unseren Lesern ausfüllen und ergänzen.

strassentunnels screenshot kl

Falls Ihr also in einem Tunnel unterwegs seid und DAB+ Empfang feststellt, so teilt uns dies bitte per Mail (stefan.gruenig[at]qualimail.ch) mit und wir ergänzen die Liste umgehend. Momentan sind nach unserem Kenntnisstand 17 von 202 Nationalstrassentunnels in der Schweiz bereits entsprechend ausgerüstet. Bitte beachtet doch auch, ob die Kanalbelegung so stimmt.

Die aktuelle Datei kann jetzt auf der Seite „Empfangsgebiete“ als PDF heruntergeladen werden. Wir danken bereits zum Voraus für Eure wertvolle Unterstützung!

30.09.16 - Zwei weitere Tunnels mit DAB+
Gemäss Informationen von broadcast.ch (SRG) ist das Digitalradio DAB+ jetzt auch in zwei weiteren Strassentunnels verfügbar. Einerseits im erst am 30. Juni 2016 neu eröffneten Umfahrungstunnel Küblis (Nationalstrasse 28) mit einer Länge von 2'255m und andererseits im frisch renovierten, 600m langen Autobahntunnel Rathausen bei Emmen (A14). Es geht also langsam vorwärts mit dem DAB+ Tunnelausbau.

tunnel klosters 01     tunnel klosters 02

Bilder: Der neue Umfahrungstunnel Küblis (Quelle: Webseite Kanton Graubünden)

Somit sind in der Schweiz nun bereits 15 Strassentunnels mit DAB+ ausgesrüstet. Verbleiben also noch rund 185 Tunnels! Viel Arbeit für das ASTRA bis Ende 2018.

Wie uns das ASTRA mitteilt, ist vorgesehen, die Schweizer Nationalstrassentunnels im Rahmen der ordentlichen Unterhaltsplanung sukzessiv mit DAB+ auszurüsten. Es besteht angeblich nur eine interne Roadmap, da sich die Arbeiten zeitlich sehr stark verschieben können. Zitat: «Um Unsicherheiten und Verwirrung in der Öffentlichkeit zu vermeiden, sieht das ASTRA von einer Veröffentlichung der Terminplanung ab. Grundlegendes Ziel ist es, die Installation jeweils zu einem sinnvollen Zeitpunkt und auf möglichst wirtschaftliche Weise auszuführen. An der ursprünglichen Terminvorgabe (Ende 2018) für die Ausrüstung wird weiterhin festgehalten.»

28.09.16 - DAB+ Test in den Kabelnetzen der UPC Cablecom ausgeweitet
Nachdem im vergangenen Jahr das Digitalradio DAB+, im Kabelnetz von CityCable Lausanne, bereits in den Regelbetrieb gegangen ist, findet nun seit einigen Monaten auch ein Test beim grössten Schweizer Kabelnetzanbieter, UPC Cablecom statt. Auf verschiedenen Frequenzen läuft im Moment das Testangebot mit folgenden 20 ausländischen Programmen.

rai radio 1

rai radio 2

rai radio 3

orf radio 1

orf radio vorarlberg

hitradio ö3

bayern 1

bayern 2

bayern 3

bbc radio 1

bbc radio 2

bbc radio 3

bbc radio 4 fm

bbc world service

france culture

france inter

france musique

swr1

swr2

swr3

 


Die einzelnen Anbieter sind gemäss Angaben im Schweizer Radioforum mit je 56 kbit/s und Fehlerschutz EEP 3-A aufgeschaltet. In der Agglomeration Zürich beispielsweise, ist das Angebot auf Kanal 5C, 178.352 MHz, zu finden. Eine nicht ganz unproblematische Frequenz, wird doch dieser Kanal terrestrisch vom Deutschen Bundesmux belegt. In anderen Gebieten finden die Testausstrahlungen auf „versteckten“ Kanälen statt, welche nur mit speziellem Equipment empfangen werden können, beispielsweise auf 255.360, 257.070, 258.930 oder 260.640 MHz. Die Testphase soll laut Cablecom 18 Monate dauern. Wann und mit welchen Sendern das Angebot dereinst starten wird, ist momentan noch nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass UPC Cablecom aufgrund der terrestrischen Abschaltung von UKW auch ihre Kabelnetze für DAB+ fit machen will. Alles was es für den Empfang dann braucht, ist ein Empfänger mit externem Antennenanschluss, welcher mit der Kabeldose verbunden werden kann. Auf den DAB+ Zug steigt auch ein Schweizer Gerätehersteller mit dem Namen „Palona“ auf, welcher seine Geräte mit dem ausdrücklichen Hinweis auf eine „neue DABcable-Funktion für die UPC Cablecom“ ankündigt. UPC Cablecom selbst will später ebenfalls geeignete DAB+ Receiver anbieten.

28.09.16 - DAB+ neu auch im Vue des Alpes Tunnel
Auch der Kanton Neuenburg kann sich ab sofort über seinen ersten, mit DAB+ ausgerüsteten Strassentunnel freuen. Im 3,25km langen Tunnel La Vue des Alpes (J12), werden nach unseren vorliegenden, jedoch noch nicht von offizieller Stelle bestätigten Angaben, jetzt die Programme von SRG Kanal 12A und RMS Kanal 10B ausgestrahlt. Der Tunnel ist somit der zweite in der Westschweiz mit Digitalradio.

22.09.16 - Private Programme in den SRG-Netzen Graubünden und Südschweiz
Am 15. November 2016 werden in der Schweiz die letzten im alten DAB-Modus ausgestrahlten Programme abgeschaltet. Daraus ergeben sich diverse, grössere Verschiebungen innerhalb der einzelnen DAB+ Ensembles, wir haben berichtet. Nun ist auch bekannt geworden, dass künftig auf dem SRG-Graubünden Kanal 12D das private Radio Südostschweiz senden wird. Im Tessiner-Ensemble, auf Kanal 12A, werden dann auch die privaten, bislang nicht über Digitalradio verbreiteten Anbieter, Radio3i und Fiume Ticino zu hören sein.

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Auf Kanal 12A für die Westschweiz, taucht zudem ein bisher unbekanntes Programm mit dem Namen "1ere-BIS" auf. Damit ist also die Katze aus dem Sack und verbleiben in der Schweiz ab November nur noch die fünf kommerziellen Privatradios Munot (Schaffhausen), BeO (Berner Oberland), Canal 3 D und F (Biel) und neo1 (Emmental) ohne DAB-Ausstrahlung. Von 49 privaten, kommerziellen Anbietern (inkl. Liechtenstein) werden in naher Zukunft nur gerade 5 nicht digital on Air sein. Dies entspricht einem sehr geringen Anteil von 10%.

Internet: http://www.dabplus.ch/de/dabplus

19.09.16 - Wunschprogramme für einen 2. SMC Deutschschweiz-Layer
Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass sich Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) beim BAKOM für einen 2. DAB+ Deutschschweiz-Layer beworben hat. Es ist jedoch noch nicht bekannt, welche allfälligen Programme als Kandidaten in Frage kommen werden, daher kann vorerst nur spekuliert werden.

Natürlich gibt es in der Gemeinde von Radiofans diverse Wunschkandidaten. Wir haben deshalb in der Facebook-Gruppe «Pro DAB+», welche sich ganz dem Digitalradio verschrieben hat, eine kleine Umfrage zu diesem Thema gestartet. Zur Auswahl gaben wir 10 Anbieter, welche verschiedene Musiksparten abdecken und von welchen wir glauben, dass sie «heisse», bereichernde Kandidaten für eine flächendeckende Ausstrahlung in der Deutschschweiz wären. Die Gruppenmitglieder konnten je zwei favorisierte Programme auswählen. Dabei ergab sich die folgende, interessante Wunschstatistik:

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Klarer Sieger in dieser, natürlich nicht für alle Radiokonsumenten repräsentativen Umfrage, ist Radio 32 Goldies, ein attraktives Schwesterprogramm des Solothurnischen Radio 32, welches sich ganz der Musiksparte Oldies und Evergreens verschrieben hat. Gefolgt von Giuseppe Scagliones my105.ch, dessen jugendorientiertes Programm für elektronische Musik leider momentan nur via Webstream zu hören ist. Platz drei belegt Country Radio Switzerland, zusammen mit Klassik Radio aus Deutschland.

Ein Trend ist jedoch auch in dieser kleinen Umfrage deutlich zu erkennen: die Gemeinschaft der Schweizer Radiokonsumenten wünscht sich auf DAB+ hochstehende Spartenprogramme. Diese kommen momentan noch eindeutig zu kurz und werden höchstens in den DAB-Inseln von digris oder von der SRG ausgestrahlt. Nun, man darf gespannt sein, welche Anbieter dereinst auf dem 2. SMC-Deutschschweiz-Layer zu hören sein werden.

14.09.16 - Der Pfänder: Programmvielfalt ab Österreichischem Boden
Wie bereits gemeldet, wird der SMC-Kanal 9B (Ostschweiz)  jetzt auch vom interessanten Standort Bregenz-Pfänder in Österreich verbreitet. Dieser Sender könnte durchaus einer der attraktivsten Sendestandorte des deutschsprachigen Raumes werden, da von dort aus bereits in absehbarer Zeit die Programme von drei Ländern verbreitet werden:

sender bregenz-pfänderSchweiz
Kanal 7D SMC Deutschschweiz (10kW)
Kanal 9B SMC Ostschweiz (2kW)
Kanal 12C SRG Deutschschweiz (8kW)

Deutschland
Kanal 5C Bundesmux (Aufschaltung geplant!)
Kanal 8D SWR Süd (10kW)
Kanal 10D Bayern (10kW)
Kanal 11D BR Bayern (10kW)

Österreich (Aufschaltungen geplant!)
Kanal 9C unbekannt (3.2KW)
Kanal 11A unbekannt (10kW)
Kanal 12A ORS National oder Vorarlberg (10kW)


Sender Bregenz-Pfänder. Foto: Rolf Beil.

Wann es in Österreich mit dem Regelbetrieb von DAB+ losgeht, steht momentan leider noch in den Sternen.

Nachfolgend eine ungefähre Versorgungskarte der beiden vom Pfänder ausgestrahlten SMC DAB+ Ensembles, gerechnet mit 10kW, ohne  Berücksichtung von Reflektionen.

Karte vergrössern!

Abdeckungskarte Bregenz-Pfänder (A) zum Vergrössern!

Im Bodenseeraum können bereits heute weit über 100 Radioprogramme empfangen werden. Das bedeutet eine grössere Anbietervielfalt als beispielsweise in der Weltstadt London.

05.09.16 - Die weiteren Ausbaupläne von SwissMediaCast (SMC)
Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung von DAB+ in der Schweiz, haben wir kürzlich Kontakt mit Rolf Schurter, Geschäftsführer des Netzbetreibers SwissMediaCast (SMC), aufgenommen. Dabei gab es wiederum interessante, neue Erkenntnisse zum weiteren Ausbau der DAB-Netze. Folgende Fragen und Antworten möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten:

Wie geht der Ausbau im Wallis weiter? Stimmt es, dass nebst den Sendern Ferden Färdaried (für das Lötschental), Leukerbad Bodmen (für Leukerbad), Saas Fee Plattjen (für das Saastal), Törbel Bina 2 (für das Vispertal), Zermatt Riffelalp (für das Mattertal), Zwischbergen Feerberg (für Simplon und Gondo) auch noch Sender in Savièse und Fisch geplant sind. Wann nimmt welcher Sender ungefähr seinen Betrieb auf?
Ja, der Ausbau Wallis steht bevor. Das haben wir ja immer kommuniziert. Nur: Unsere Planungen Baubewilligungen brauchen mehr Zeit als wir vorgesehen haben. Somit kann ich Ihnen nicht bestätigen, welche Sender wann aufgeschaltet werden. Die Versorgung des Matter- und des Saastals, wie auch des Lötschentals und des Gebietes Simplon sind aber tatsächlich vorgesehen. Wir hoffen, spätestens gegen Ende 2016 nähere Informationen abgeben zu können. Aber eben, nur Informationen über definitive Realisierungen. Falsche Erwartungen bei Kunden/Hörern sind mehr als kontraproduktiv.

sender valzeina mittagplatte

Der elegante Sender Valzeina-Mittagplatte. Foto: S. Grünig.

Wie geht es mit dem Ausbau in der Ostschweiz weiter? Welche Sender kommen wann in Betrieb? Wann wird Valzeina umgeschaltet?
Letzte Woche haben wir den Pfänder auf 9B eingeschaltet. Der Weiterausbau ist in Richtung Winterthur/Toggenburg geplant. Aber auch gelten meine Aussagen wie im Wallis. Valzeina dürfte in Kürze folgen, wobei diese Einschaltung durch die Hörer kaum bemerkt wird, senden wir doch schon längere Zeit auf einer anderen Frequenz.

Gibt es irgendwo eine Auflistung, welche Strassentunnels wann mit DAB+ ausgerüstet werden? Gotthard und Belchen sind ja erst kürzlich dazugekommen. Werden die Kanäle von SMC künftig auch in den Strassentunnels verbreitet?
Bezüglich Strassentunnels ist das ASTRA federführend. Leider fehlt auch uns eine Liste mit den Tunnels und Einschaltdaten.

Können Sie etwas zu einem eventuellen, 2. Sprachregionalen Ensemble für die Deutschschweiz verraten? Läuft dafür tatsächlich eine Planung? Wenn ja, wann wäre eine Aufschaltung realistisch?
Wir haben im Rahmen der Interessensabklärung des BAKOM unser Interesse an einem weiteren sprachregionalen Layer angemeldet. Wir warten nun auf die Resultate des BAKOM.

smc rolf schurter     smc logo

Rolf Schurter, Geschäfstführer von SwissMediaCast. Foto: Facebook.

Könnten Sie uns die folgende Auflistung bitte mit ungefähr stimmenden Jahrzahlen versehen?
- Deutschschweiz (Kanal 7D): Inbetriebnahme Sender Interlaken, Brienz:
2017 realistisch.
- Bern-Freiburg-Solothurn (Kanal 8B): Inbetriebnahme Sender Burgdorf, Höfen, Interlaken, Brienz:
Höfen ist bereits in Betrieb, Interlaken und Brienz kommen bestimmt zusammen mit D02 (2017).
- Nordschweiz (Kanal 7A): Inbetriebnahme Sender Valzeina, Schaffhausen:
Schaffhausen 2017, aber in der Region Ostschweiz, nicht Nordschweiz.
- Ostschweiz (Kanal 9B): Inbetriebnahme Sender Frauenfeld, Sirnach, Wattwil, Schaffhausen:
noch keine genauen Angaben.
- Graubünden (Kanal ??):
noch keine genauen Angaben.

Danke für die Informationen, Herr Schurter!

Durchaus interessante Neuigkeiten also von SMC. Zusammengefasst: das Tempo des Ausbaus der DAB-Netze wird also im Wesentlichen durch die Baubewilligungsverfahren bestimmt. Die kommenden Monate dürften jedoch sehr interessant werden.

Von René Wehrlin, des  Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM), konnten wir zudem in Erfahrung bringen, dass die Bekanntgabe des Auswahlverfahrens betreffend neuer DAB-Netze in der Schweiz unter Umständen sogar noch vor Weihnachten 2016 erfolgen könnte. Termine sind jedoch noch keine bestätigt. DAB-Swiss informiert umgehend, sobald neue Informationen verfügbar sind.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

31.08.16 - Schwarzwaldradio sendet jetzt im Bundesmux
Wie angekündigt, kann das Schwarzwaldradio nun im Deutschen Bundesmux auf Kanal 5C gehört werden. Heute Nachmittag wurde das Programm mit 64 kbit/s aufgeschaltet. Mit derselben Bitrate, aber einem etwas geringeren Fehlerschutz, sendet weiterhin auch das Schlagerparadies. Zwar kostet diese Verbreitung den Anbieter aus Offenburg umgerechnet rund 1.6 Millionen Franken (1.5 Millionen Euro) pro Jahr, dafür erschliesst sich ihm jedoch ein Gebiet von rund 90 Millionen Bewohnern, inklusive den grenznahen Regionen der Schweiz und von Österreich. „Der Schwarzwald ruft und ganz Deutschland hört zu“, lautet der Slogan zur Neuaufschaltung.

schwarzwaldradio banner neu

Hierzulande ist Schwarzwaldradio dank dieser Neuaufschaltung, mit gutem Equipment, in grossen Gebieten der Deutschschweiz zu empfangen. Gesendet werden News, Tourismus- und Veranstaltungsinformationen aus dem Schwarzwald und ein angenehmer Mix aus Oldies und Evergreens. Eine gute Ergänzung also für die bestehenden Programme im Bundesmux.

Bild vergrössern!

Abdeckungskarte des Deutschen Bundesmux in der Schweiz mit den Sendern Ravensburg, Donaueschingen, Feldberg und Hochrhein, zum Vergrössern.

Internet: http://www.schwarzwaldradio.com

28.08.16 - Digitale Radioangebote im Südtirol
Nebst der Schweiz, Grossbritannien und Norwegen, welche in Sachen Entwicklung des Digitalradios DAB+ führend sind, wird oftmals ein Gebiet vergessen, welches sich schon sehr früh mit der neuen Technologie befasst hat und heute ein umfangreiches Angebot bereitstellt. Es geht dabei um die zu Italien gehörende Ferienregion Südtirol, in welcher die Rundfunkanstalt Südtirol (RAS) seit 1997 digital on Air ist. Das Interessante dabei ist, dass man hier, im Berggebiet, eine grosse Vielzahl von Programmen aus dem In- und Ausland beinahe flächendeckend anbietet. Zu ihrer Geschichte schreibt die RAS: „Die Rundfunkanstalt RAS ist eine öffentliche Körperschaft des Landes Südtirol. Sie wurde im Jahre 1975 mit dem Auftrag gegründet, Südtirol flächendeckend mit den Hörfunk- und Fernsehprogrammen aus dem deutsch- und ladinischsprachigen Ausland zu versorgen. Für die Verbreitung der 18 Fernseh- und 21 Hörfunkprogramme, betreibt die RAS derzeit an über 120 Sendestandorten rund 1‘000 Sende- und Richtfunkgeräte. Seit ihrer Gründung hat sich der Aufgabenbereich der RAS durch die Entwicklungen in der Rundfunktechnik, aber auch durch zusätzliche Aufträge seitens der Südtiroler Landesregierung, stark erweitert.“ Interessant ist dabei auch folgende Aussage: „Die Rundfunkanstalten ARD, ORF, SRG und ZDF stellen der Südtiroler Bevölkerung ihre Programme kostenlos zur Verfügung.“ Eines ist dabei klar: die RAS ist ein vorbildliches, innovatives Unternehmen, welches in Italien seinesgleichen sucht.

Betrieben werden im Südtirol die folgenden DAB-Kanäle mit einer bunten Programmpalette:

Kanal 10B “RAS1-DAB”

rai radio 1

rai radio 2

rai radio 3

rai südtirol 

deutschlandradio kultur 

wdr kiraka

bayern 3

br klassik

b5 aktuell

radio swiss classic 2014

radio swiss pop 2014

rsi rete due

 

 


Kanal 10D “RAS2-DAB”

orf 1

orf radio tirol

hitradio ö3

radio fm4

bayern 1

bayern 2 

br heimat1

radio swiss jazz 2014

rtr

rai südtirol 

 

 

 

 


Kanal 10C “DABMedia”

radio 2000

radio gherdeina

radio grüne welle

radio holiday 

radio tirol

mein radio südtirol 1

radio vintschgau

die antenne

erf südtirol

radio edelweiss

radio maria südtirol

radio sacra famiglia

stadtradio meran

 


Die RAS selbst verbreitet im Südtirol 16 Programme, ergänzt durch 4 Programme der RAI. Zudem übernimmt die RAS auch die Sendetechnik für die Ausstrahlung von 13 anderen Südtiroler Privatanbietern (Kanal 10C). So können im nördlichen Gebiet 55 Radioprogramme gehört werden. Im Süden kommen die Angebote von DAB Italia, Euro DAB Italia und der RAI dazu. Ab 2017 will man die noch im alten DAB-Modus ausgestrahlten Programme auf DAB+ umstellen. Der Italienische Staat hat der RAS dazu eine entsprechende Fristerstreckung gewährt.

Erst der Blick auf die Abdeckungskarten zeigt, wie kompakt das Südtirol mit Digitalradio versorgt ist:

Bild vergrössern!l     Bild vergrössern!

Die Abdeckungskarten der DAB-Ensembles RAS 1+2 sowie DAB-Media zum Vergrössern. Quelle: RAS.

In der angrenzenden Schweiz und in Österreich können die Angebote leider nicht gehört werden, da die Berge eine bessere Ausbreitung verhindern. Es lohnt sich also, vor Ort einmal einen Scan vorzunehmen und in die bunte Programmischung der RAS rein zu hören.

Internet: http://www.ras.bz.it

25.08.16 - Die weiteren Ausbaupläne von SwissMediaCast im Wallis
Seit einiger Zeit wird das DAB-Ensemble von SwissMediaCast (SMC) im Wallis auf Kanal 11C über die zwei Sendestandorte Visperterminen Gebidem 2 und Varen Schattuflüe verbreitet. Es ist damit in grossen Teilen des Walliser Haupttals empfangbar. Mobil funktioniert der Empfang dank den Reflektionen an den umliegenden Bergen zwischen dem Obergoms und St. Maurice im Unterwallis unterbruchfrei. Indoor sieht die Lage etwas anders aus. Aus diesem Grunde hat der Netzbetreiber SMC noch weitere Sendestandorte geplant, welche jetzt offiziell bekannt sind, teilt uns Julien Schroeter mit. Es sind dies:

Ferden Färdaried (für das Lötschental)
Leukerbad Bodmen (für Leukerbad)
Saas Fee Plattjen (für das Saastal)
Törbel Bina 2 (für das Vispertal)
Zermatt Riffelalp (für das Mattertal)
Zwischbergen Feerberg (für Simplon und Gondo)

Damit ergibt sich die folgende Abdeckungskarte, welche wir mit einer Sendeleistung von durchschnittlich 1‘000 Watt gerechnet haben.

Bild vergrössern!

Abdeckungskarte Oberwallis zum Vergrössern!

Gemäss Julien Schroeter sind derzeit auch noch zwei Standorte in Savièse (für das Unterwallis) und in Fiesch (für das Obergoms) im Gespräch. Was es damit jedoch auf sich hat, ist momentan nicht bekannt, denn an diesen Standorten gibt es momentan keine bestehenden Sendeanlagen.

Nach dem kompletten Ausbau des Kanals 11C wird dieser im Wallis ungefähr mit der selben Abdeckung zu hören sein, wie Kanal 12C der SRG. In den Startlöchern stehen auch noch die beiden DAB-Inseln von Limus-Digris für das Ober- und das Unterwallis. Diese sollten spätestens im Oktober 2016 auf Sendung sein. Beste DAB+ Versorgung also im Bergkanton Wallis, welcher radiomässig früher einem „Tal der Ahnungslosen“ glich und jetzt in Sachen Programmvielfalt und Empfangsmöglichkeiten zu einer Musterregion ausgebaut wird.

 

25.08.16 - Radionutzung Schweiz: Digitalradio überholt UKW
Digitalradio legt weiter zu: Radio wird in der Schweiz zu 53 Prozent auf digitalem Weg konsumiert. Damit ist digital erstmals stärker als analog. Die digitale Radionutzung wurde im Frühjahr zum dritten Mal mittels Befragung erhoben, deren Resultate heute am SwissRadioDay in Zürich vorgestellt wurden.

dab ja mi

Im Frühjahr 2016 nutzten die Schweizerinnen und Schweizer von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 53 Minuten über DAB+ oder Internet. Die digitale Radionutzung ist somit innert Jahresfrist um 8 Prozent gestiegen: von 45 Prozent im Frühjahr 2015 auf 53 Prozent im Frühjahr 2016.

Die Nutzung der beiden digitalen Empfangsarten (DAB+ und Internet) nehmen beide um je 4 Prozent zu, das analoge UKW verliert weiter an Bedeutung. Während der Arbeit und in den eigenen vier Wänden wird mittlerweile deutlich mehr Digital- als UKW-Radio gehört. In Fahrzeugen steigt die Digitalradionutzung ebenfalls kontinuierlich an, macht aber erst einen Anteil von 30 Prozent an der Gesamtradionutzung aus.

grafik ueberholen broadcast 

Grafik “DAB+ überholt UKW”. Quelle: broadcast.ch (SRG)

Digitales Radio wird von allen Altersklassen genutzt. Beim Radiopublikum bis 55 Jahre hat die digitale Nutzung die analoge bereits überholt. Hörerinnen und Hörer unter 55 Jahren steigen vermehrt von UKW auf Internetradio um, ältere Hörerinnen und Hörer wechseln eher zu DAB+. Bei den unter 35-Jährigen sind bereits zwei Drittel der Nutzung digital, davon ist der grössere Anteil Internetradio.

In der Deutschschweiz steigt der Anteil des digitalen Radiokonsums gegenüber der letzten Befragung im Herbst 2015 erheblich. Aber auch die lateinische Schweiz profitiert zunehmend von den Vorteilen des Digitalradios. Hier fasst auch DAB+ immer stärker Fuss.

Internet: http://www.mcdt.ch

16.08.16 - Aktuelle Informationen von Limus-Digris
Der DAB-Netzbetreiber digris kündigt auf seiner Webseite wieder diverse Änderungen an: rundfunk.fm sendet wohl definitiv nur noch auf der DAB-Insel für Zürich (Kanal 9A). Basel, Aarau und Winterthur-Schaffhausen werden somit nicht mehr bedient. Ebenfalls auf der Zürcher Insel, sendet jetzt anstelle von Radio Italia solo Musica Italiana (RISMI), der Musiksender Country Radio Switzerland. Radio Italia solo Musica Italiana ist demnach nur noch in der DAB-Insel für Genf zu hören. Auf der Insel Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D) ist neu das Veranstaltungsradio power_up radio zu hören. Ein Programm von Kindern für Kinder des Pestalozzi Kinderdorfes. Der Aufschaltungstermin war heute Dienstag.

power up radio screenshot     country radio switzerland logo

Und zu guter Letzt, startet die DAB-Insel für das Oberwallis (Kanal 10D) nun voraussichtlich erst im Oktober 2016. Beim Sender Gebidem 2 bestehen offensichtlich immer noch die bereits erwähnten Probleme mit der Stromzuführung. Als nächstes nimmt Limus-Digris im kommenden September die Insel Unterwallis auf Kanal 9D in Betrieb. Im August arbeitet man gemäss Webseite noch am Single Frequency Network (SFN), welches aus mehreren Sendeanlagen innerhalb einer DAB Insel besteht, welche synchron zueinander und unter Nutzung derselben Sendefrequenzen identische Informationen ausstrahlen. Man füllt damit Löcher oder vergrössert das Sendegebiet (Zitat: digris).

Internet: http://www.digris.ch / http://www.limus.ch

16.08.16 - Neue SMC-Sender für das Wallis
Gemäss uns kürzlich übermittelten Informationen von Julien Schroeter, werden in Kürze zwei neue Sender von SwissMediaCast (SMC) für den Oberwalliser DAB-Kanal 11C aufgeschaltet. Es handelt sich dabei um Fiesch und Savièse. Damit sollte dann sogar Rhoneabwärts bis nach Martigny ein guter Empfang möglich sein. Die Seitentäler (Lötschental, Mattertal und Saastal), müssen sich noch ein Wenig gedulden.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

04.08.16 - Schwarzwaldradio bald im Deutschen Bundesmux
Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Bei dem zusätzlich im Deutschen Bundesmux auf Kanal 5C geplanten Programm, handelt es sich um das Süddeutsche Urlaubsprogramm Schwarzwaldradio. Dieses startet seine Verbreitung im nationalen DAB-Ensemble am 01. September 2016. Schwarzwaldradio sendet, nebst Informationen aus der Ferienregion, unvergessliche Oldies und Evergreens. Damit bietet das auch in grossen Teilen der Schweiz gut empfangbare Ensemble nun wirklich eine interessante Programmvielfalt, bei welcher beinahe für jeden etwas dabei ist.

schwarzwaldradio logo

Internet: http://www.schwarzwaldradio.com

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

28.07.16 - Die kleine Schweiz steuert auf einen grossen Rekord zu
Wieder einmal ein Wenig Statistik von unserer Seite. Wer die DAB+ Szene in den letzten Monaten aufmerksam verfolgt hat, stellt fest, dass unser kleines Land in Sachen Digitalradio auf einen neuen Rekord zusteuert. Zählt man jedes angebotene Programm nur einmal, so kommt man per heute auf eine stolze Zahl von 96 verschiedenen, via DAB+ verbreiteten, Radioprogrammen. Dabei ist SRF 1 mit seinen Regionaljournalen nur als ein Programm berücksichtigt. Nimmt man noch die 32 Programme aus Deutschland, ohne das schlecht empfangbare Angebot von DigitalRadioSüdwest (DRS), und die im Tessin hörbaren 33 Programme aus Italien dazu, ergibt sich die Gesamtzahl von sage und schreibe 161 empfangbaren Programmen. Natürlich ist die „Auslandbeteiligung“ nur im Grenzbereich möglich.

dab-radios id spiez     dab abdeckung srg 2016

Radiogeräteangebot im Interdiscount und aktuelle DAB-Abdeckung der SRG. Grafik: broadcast.ch

All diese 96 Anbieter verteilen sich schweizintern auf momentan 17 verschiedene DAB-Ensembles der SRG, von SMC, RMS und Limus-Digris. Das Schöne an der Sache: die Anzahl der empfangbaren Programme ist immer noch ansteigend. So werden in Kürze weitere DAB-Inseln von Limus-Digris (Oberwallis, Unterwallis) starten und auch das Projekt Digital Oberland steht in den Startlöchern. Zudem läuft momentan die Ausrüstung der Strassentunnels mit dem Digitalradio-Signal. Über mangelnde Radiovielfalt kann man sich also in der dichtbesiedelten Schweiz schon heute nicht mehr beklagen. Wie bereits des Öftern erwähnt, fehlen jedoch noch weitgehend Spartenprogramme für diverse Musikstilrichtungen.

27.07.16 - Limus-Digris Versorgung vom Stanserhorn noch nicht optimal
Gemäss dem Newsportal zentralplus.ch, hat der Testbetrieb des Limus-Digris Ensembles auf dem Stanserhorn gezeigt, dass die Antenne noch nicht optimal ausgerichtet ist. An gewissen, neuralgischen Orten, ist momentan noch kein Empfang möglich, meldet Digris Geschäftsführer, Thomas Gilgen, gegenüber dem Newsportal. Es wird jedoch auch noch nicht mit der vollen Leistung gesendet. Recht gut ist derzeit Nidwalden versorgt, doch zwischen Luzern und Zug happert es noch gewaltig. Man will nun im Verlaufe des Augusts Optimierungen vornehmen und die DAB-Insel später durch die SFN-Standorte Gigeliwald bei Luzern und einen noch zu definierenden Standort bei Zug ergänzen. Entsprechende Verhandlungen laufen.

digris stanserhorn antenne bahn

Kommunikationseinrichtungen und GHondelbahn auf dem Stanserhorn. Foto: digris, Facebook.

Unterdessen melden diverse Radionutzer, dass sich in den Randgebieten, wie bereits vermutet, der Kanal 5D mit der selben genutzten Frequenz für die Insel Aarau und Winterthur stört oder gar gegenseitig auslöscht. Die Techniker von Limus-Digris sind also noch gefordert.

Internet: http://www.digris.ch / http://www.limus.ch

23.07.16 - Grosse Umstellungen bei den digitalen SRG-Angeboten im November 2016
Am 15. November 2016, um 14:15 Uhr, stehen bei den DAB+ Programmen der SRG schweizweit grosse Änderungen an, welche einen neuen Suchlauf an den Radiogeräten erfordern. Zu diesem Zeitpunkt werden die im alten DAB Modus sendenden Programme endgültig abgeschaltet. DAB+ ist danach der einzige digitalterrestrische Standard in der Schweiz. Gleichzeitig werden verschiedenste Programmverschiebungen vorgenommen. Am markantesten ist dabei die neue Ausstrahlung sämtlicher Regionaljournale von SRF 1 in der gesamten Deutschschweiz, welcher das Programm SRF 1+, ohne die Journale, geopfert wird. Wie bereits berichtet, werden danach auch die dritten Programme von RTS (Couleur 3) und RSI (Rete 3) in der ganzen Schweiz empfangbar werden. Folgende Um- und Aufschaltungen bei den SRG-Programmen stehen fest:

Kanal 12C (Deutschschweiz)

srf radio 1
AG SO

srf radio 1
BE FR VS

srf radio 1
BS

srf radio 1
GR

srf radio 1
LU

srf radio 1
SG

srf radio 1
ZH SH

srf radio 2 kultur

srf radio 3

srf radio 4 news

srf radio musikwelle

srf radio virus

radio swiss pop 2014

rts la premiere

rsi rete uno

rtr

 

 

 

 

 


Kanäle 7A, 8B, 9B und 11C (Layer 3)

radio swiss classic 2014

radio swiss jazz 2014

rts option musique

rts couleur 3

 

 

 


Kanal 12A (Westschweiz)

srf radio 1
BE FR VS

srf radio 3

srf radio virus

srf radio 4 news

 

 

 


Kanal 12A (Südschweiz)

srf radio 1
GR

srf radio 3

srf radio 4 news

rts couleur 3

 

 

 


Kanal 12D (Graubünden)

rts option musique

rsi rete due

rsi rete tre

 

 

 

 


Abschaltungen

srf radio 1
Kanal 12C
Kanal 12A

rts espace 2
Kanal 7D

 

 

 

 

 


Mit welchen Bitraten die einzelnen Programme danach ausgestrahlt werden, ist momentan noch Spekulation. In Insiderkreisen wird zudem gemunkelt, dass zu diesem Zeitpunkt auch die DAB+ Verbreitung des privaten Anbieters Radio Südostschweiz (ehemals Grischa) starten könnte. Auf welchem Kanal ist jedoch ebenfalls noch nicht bekannt. DAB-Swiss informiert, sobald neue Erkenntnisse vorliegen sind und stellt seine Programmlisten pünktlich zum 15. November 2016 um, damit Sie sich immer aktuell informieren können.

23.07.16 - Auch im Belchentunnel (A2) kann ab sofort DAB+ empfangen werden
Langsam kommt der DAB+ Tunnelausbau in der Schweiz in Fahrt. Im Schweizer Radioforum wird heute berichtet, dass nach dem Gotthard das Digitalradio neu auch im Belchentunnel (A2) verfügbar ist und zwar gleich mit drei Ensembles. SRG Kanal 12C (Deutschschweiz), SMC Kanal 7D (Deutschschweiz) und SMC Kanal 7A (Nordschweiz). Es scheint, als würde man momentan den Ausbau der A2 ins Zentrum des laufenden Ausbaus stellen.

21.07.16 - Neue DAB-Inseln für Basel und Luzern-Zug befinden sich im Testbetrieb
In den vergangenen Tagen haben die beiden Limus-Digris DAB-Inseln für die Agglomeration Basel und die Innerschweiz (Luzern-Zug) ihren Betrieb aufgenommen. Beide laufen momentan noch mit verringerter Sendeleistung im Testbetrieb. Im Basler Ensemble auf Kanal 10A, welches vom erstklassig gelegenen Sendeturm Bettingen-St.Chrischona ausgestrahlt wird, senden momentan die folgenden Anbieter:

radio indsutrie 2014

spoon radio

kanal k

rundfunk fm 2015

open broadcast

radio x

traxx fm

3fach

world radio switzerland

radio rabe

toxic fm

maxxima

 

 


Die Programme werden allesamt mit 80kbit/s ausgestrahlt. Im Regelbetrieb wird dann vom Sender St. Chrischona mit einer Leistung von 2'630 Watt gesendet (momentan noch 350 Watt). Damit sollte dieses Ensemble dann in grösseren Teilen der Deutschschweiz empfangbar werden. Der Sendeturm ist übrigens mit seinen 250 Metern das höchste Bauwerk der Schweiz. Interessant ist ebenfalls die Abdeckung in Richtung Deutschland und Frankreich, wo die Ortschaften bis Bad Krozingen und Mulhouse in den Genuss der neuen Radiovielfalt kommen. Für später sind im SFN-Betrieb auch noch die Standorte Nenzlingen-Uf Egg und Liestal-Schleifenberg geplant.

digris st.chrischona02     digris st.chrischona01

Installationsarbeiten an Sender und Antennen auf St. Chrischona. Fotos: digris, Facebook.

Die neue DAB-Insel Luzern-Zug wird vom ebenfalls gut gelegenen Aussichtsgipfel Stanserhorn ausgestrahlt. Folgende Programme sind mit 80 kbit/s an Bord:

radio indsutrie 2014

spoon radio

lora

radio stadtfilter

kanal k

open broadcast

radio x

3fach

radio tell

jamesfm

world radio switzerland

radio rabe

maxxima

 


Das Ensemble ist auf Kanal 5D in grossen Teilen der Innerschweiz zu hören. Momentan beträgt die Sendeleistung erst 80 Watt, später dann 350 Watt. Interessant ist, ob es in den Grenzgebieten Probleme mit den auf demselben Kanal sendenden Ensembles für Aarau und Winterthur-Schaffhausen gibt. Zudem sind die Sendeantennen gegen Richtung Süden (Ob- und Nidwalden) durch die Gipfelgebäude des Stanserhorns etwas stark abgeschattet.

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Die ungefähren, optimistisch gerechneten Sendegebiete der beiden neuen DAB-Inseln von Limus-Digris, ab St. Chrischona und Stanserhorn. (Klick um die Bilder zu vergrössern!)

Damit sind nun in der Schweiz bereits 7 sogenannte DAB-Inseln von Limus-Digris auf Sendung. Es folgt nun im Verlaufe des Julis, wenn alles klappt, noch die Aufschaltung des Ensembles für das Oberwallis. Gemäss Angaben im Schweizer Radioforum bestehen da jedoch noch technische Probleme, welche eine sofortige Aufschaltung verzögern. Somit könnte es auch August werden.

Internet: http://www.digris.ch / http://www.limus.ch

17.07.16 - DAB+ jetzt auch im Gotthardtunnel (A2) verfügbar
Ab sofort ist das Digitalradio DAB+ auch im längsten Strassentunnel der Schweiz, dem Gotthard (A2), zu empfangen. Ausgestrahlt werden die beiden SRG-Ensembles auf Kanal 12C (Deutschschweiz) und 12A (Tessin). Damit wird die Ausrüstung der Schweizer Strassentunnels durch das ASTRA mit DAB+, welche bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll, endgültig eingeläutet.

05.07.16 - Das Kirchenradio Gloria erweitert sein Sendegebiet
Das bereits auf SMC Nordschweiz-Kanal 7A und Oberwallis-Kanal 11C sendende Kirchenradio Gloria weitet sein Sendegebiet per sofort auf die ganze Deutschschweiz aus. Es ist nun auch auf dem Bern-Freiburg-Solothurn-Kanal 8B und dem Ostschweiz-Kanal 9B zu hören. Damit sind all die zahlreichen Schweizer Kirchenradios nun grossflächig via Digitalradio DAB+ empfangbar.

Internet: http://www.radiogloria.ch

www.snapfish.ch  

02.07.16 - Zweites Deutschschweiz-Ensemble von SMC wird konkreter
Wie das Medienportal persoenlich.ch kürzlich bekanntgab, plant der Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) den Aufbau eines zweiten, sprachregionalen DAB-Ensembles für die Deutschschweiz. Vor einiger Zeit haben wir bereits über diese Pläne berichtet. Die entsprechende Bedarfsanmeldung wurde beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) deponiert. Im Hinblick auf das randvolle, erste Ensemble für die Deutschschweiz auf Kanal 7D, will SMC so mehr Kapazität für Privatradios schaffen. Ab Januar 2017 seien sämtliche bestehenden DAB-Kapazitäten vollständig ausgebucht, heisst es. Insbesondere die kleinen Radiostationen sollen nun einen einfacheren Zugang zum Digitalradio DAB+ erhalten. Sie sollen sich auch Anteilsmässig an der Firma SwissMediaCast beteiligen können. Welche Stationen damit gemeint sind, ist noch nicht ganz klar, denn die kleineren, nichtkommerziellen Anbieter finden ja momentan genügend Platz auf dem DAB-Inseln von Limus-Digris. Oder handelt es sich dabei gar um Spartensender wie beispielsweise Radio 32 Goldies oder Radio Melody? Trotz allem ist ein Sendestart dieses 2. Deutschschweizer Ensembles vor 2018 eher unwahrscheinlich. Noch immer weisen ja die bereits bestehenden regionalen Ensembles von SMC grosse versorgungstechnische Defizite auf. Seit Anfang 2016 hat die netzbetreibende Firma praktisch keine neuen Sender mehr in Betrieb genommen.

smc regionalnetze 2016-1     smc logo

Wie es mit dem seit längerem geplanten SMC-Ensemble für den Kanton Graubünden momentan aussieht, ist ebenfalls nicht bekannt. Es wird jedoch gemunkelt, dass Radio Südostschweiz (ehemals GRischa) noch in diesem Jahr auf DAB+ starten möchte. Es könnte durchaus sein, dass dies auf dem bereits bestehenden SRG-Kanal 12D geschieht. Der Aufbau eines eigenen Netzes steht wohl eher nicht im Vordergrund.

radio südostschweiz logo 2016

Es ist extrem schwierig, an verlässliche Informationen zu kommen, da sich die betroffenen DAB-Player weitgehend in Schweigen hüllen und keine Fragen beantworten.

21.06.16 - Weitere Limus-Digris DAB-Inseln vor dem Start!
Anfang Juli geht bereits die nächste DAB-Insel von Limus-Digris auf Sendung. Es handelt sich dabei um das Gebiet Luzern-Zug, versorgt vom gut gelegenen Sender auf dem Stanserhorn. Verwendet wird ebenfalls Kanal 5D, welcher jedoch mit den Ensembles Aarau und Winterthur-Schaffhausen Interferenzen verursachen könnte. Nebst den bereits bekannten, alternativen Anbietern, ist auch die Aufschaltung von jamesFM aus Zug geplant, welches sich an eine mittelalterliche Zielgruppe richtet. Programminhalte sind Hits und Evergreens.

digris dab-insel luzern-zug 2016-1

Versorgungskarte für das Ensemble Luzern-Zug. Quelle: www.digris.ch.

Ebenfalls im Juli gehen die Ensembles für das Oberwallis auf Kanal 10D, vom Sender Gebidem, und Basel auf Kanal 10A, vom sehr guten Sendestandort St. Chrischona, on Air. Befrachtet mit vielen interessanten, jedoch bereits mehr oder weniger bekannten Anbietern.

digris dab-insel basel 2016-1

Versorgungskarte für das Ensemble Basel. Quelle: www.digris.ch.

Im September ist dann das Unterwallis auf Kanal 10D mit zwei Sendestandorten bei Montana und Martigny an der Reihe. Damit scheint sich das Wallis an der Sprachgrenze zu einem wahren DAB-Eldorado zu entwickeln. Aber auch die benachbarten Bewohner von Deutschland und Frankreich können von den Angeboten auf dem Basler-Kanal profitieren, denn die Versorgung von St. Chrischona reicht bis weit ins Rheintal und gegen Mulhouse hinaus.

Internet: http://www.digris.ch / http://www.limus.ch

16.06.16 - DAB-Swiss Umfrage: Wie bekannt ist DAB+ tatsächlich?
In den kommenden Jahren will der Bund, namentlich das BAKOM, rund 4 Millionen Franken in die Werbung und das Marketing für das Digitalradio DAB+ investieren. In diversen Medien wird derweil immer noch behauptet, dass die neue Radiotechnologie bei den Nutzern noch weitgehend unbekannt sei. Dies wollten wir nun einmal selbst mit einer kleinen Umfrage erforschen und haben dazu 15 unwillkürlich ausgelesene Personen verschiedener Altersklassen, in unserem Büro, nach DAB+ befragt. Die Resultate sehen wie folgt aus:

1. Kennen Sie den Begriff DAB+?
10x ja / 5x nein

2. Über welchen Verbreitungsweg hören Sie vorwiegend Radio?
5x DAB+ / 5x UKW / 3x Internet / 2x Kabel / 0x Handy

3. Wie viele DAB+ Radiogeräte stehen in Ihrem Haushalt?
4x eines / 1x zwei / 1x drei / 9x keines

4. Verfügen Sie im Auto über DAB+ Empfang?
1x ja / 14x nein

5. Welches sind Ihre zwei meistgehörten Radiosender?
6x SRF 1 / 6x Radio BeO / 4x Swiss Pop / 3x SRF Musigwälle / 3x SRF 3 / 2x Swiss Jazz / 2x Bern 1 / 1x SRF 4 News / 1x Energy Bern

Grafik Verbreitungswege kl     Grafik Anbieter kl

Interessant ist, dass der Begriff DAB+ eigentlich sehr gut bekannt ist. Bei den Verbreitungswegen halten sich DAB+ und UKW momentan die Waage. Im Auto hat das Digitalradio jedoch noch praktisch keinen Einzug gehalten. Die Nutzer hören in ihren nicht ganz neuen Autos Radio über UKW und rüsten nicht extra auf DAB+ um. Hier wird die Ablösung wohl erst mit der serienmässigen Ausstattung stattfinden. Ebenfalls erfreulich: hier, im Berner Oberland, halten sich der lokale Anbieter, Radio BeO, und das öffentlich-rechtliche SRF 1 in Sachen Beliebtheit die Waage.

Diese Zahlen sind natürlich nicht repräsentativ für grössere Hörerkreise, zeigen jedoch schon einen gewissen Trend an. Auf jeden Fall findet DAB+ schon heute, vor der Ausschüttung der grossen Werbebeiträge, nicht mehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, obwohl sich die Tagespresse zu diesem Thema weiterhin in beabsichtigtes Schweigen hüllt. Höchste Zeit, dass der neue, digitale Verbreitungsweg ab sofort auch sauber in die offiziell erfassten Hörerzahlen der Schweiz einfliesst.

02.06.16 - Wie weiter mit dem Projekt Digital Oberland?
Von den Verantwortlichen von Radio BeO, sind wir heute über die Projekteingabe beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) informiert worden. Darauf haben viele Hörer und Tätige in der Radioszene mit grosser Spannung gewartet. In all diesen ausführlichen, fundierten Unterlagen finden sich viele zuversichtlich stimmende, aber auch zweifelnde, ja gar mahnende Punkte. Nachfolgend fassen wir die Planung von Radio BeO nach dem heutigen Stand kurz zusammen.

Zuerst muss erwähnt werden, dass Radio BeO bislang nicht von den angekündigten Geldern profitieren konnte, welche der Bund für den Aufbau der DAB-Netze von den privaten Anbietern versprochen hat.  Der Projektleiter wörtlich: «Es ist nicht so, dass zu uns jetzt plötzlich mehr Geld fliesst, obschon dies überall suggeriert wird. Das stimmt in den Gebieten, wo die Veranstalter bereits eine Versorgung haben, demzufolge auf DAB+ sind und somit auch Ausstrahlungskosten geltend machen können. In Tat und Wahrheit kommt das meiste Geld sowieso den TV Stationen zu.» Deshalb sind die Verantwortlichen mit diversen Aussagen aus der aktuellen Medienmitteilung des BAKOM nicht einverstanden (Link). “Radio BeO hat sich nie dafür ausgesprochen, dass Ende 2024 UKW abgeschaltet werden soll, da, wie schon öfters erwähnt, das Berner Oberland grösstenteils nicht mit einem DAB+ Layer erschlossen ist, auf dem BeO Platz nehmen dürfte.” Ergo würde man bei einer Informationskampagne nur mitmachen, wenn eine Verbreitung des BeO Programms über DAB+ auch real vorhanden wäre.

digital_oberland_logo

Dennoch haben sich die Radiomacher aus Interlaken um eine Frequenzvergabe beworben, im Ansinnen, ein Netz für das Berner Oberland aufzubauen, jedoch dann den Betrieb desselben durch eine zuständige Firma führen zu lassen. Man steht ebenfalls im Gespräch mit der Firma SiwssMediaCast (SMC), bezüglich der Vergrösserung des bereits sendenden Regionallayers Bern-Freiburg-Solothurn auf Kanal 8B. Dabei sind jedoch programmliche Grenzen gesetzt und ein weiterer Ausbau dieses Ensembles steht noch in den Sternen. Es ist nur für die Achse Thun Brienz geplant, nicht aber für die Seitentäler. Die selbstständige Variante bietet also durchaus mehr Potenzial, nicht zuletzt für eine massgeschneiderte, interessante Programmpalette und eine saubere Versorgung des bisherigen UKW-Versorgungsgebietes. Im Eingabetext ans BAKOM ist folgendes nachzulesen: «Radio BeO interessiert sich für den Aufbau eines eigenen regionalen Netzes im Raum Berner Oberland - Aaretal - Bern - Emmental, unter Einsatz eines Single Frequency Netzwerkes (SFN). Dies primär aus dem Anspruch heraus, eine gute lokale Inhouse-Versorgung sicherzustellen und die bestehende UKW-Versorgung bis 2024 adäquat zu ersetzen.»

Ohne auf all die vielseitigen technischen Details und Überlegungen einzugehen, fassen wir nachfolgend die für die interessierte Hörerschaft wichtigen Eckpunkte des Projekts zusammen, in welches die Erfahrungen aus dem Feldversuch von Ende 2015 / Anfang 2016 bereits eingeflossen sind.

Zeitplan
01.07.16 Meilenstein 1: Ergebnis UVEK / BAKOM
Meilenstein 2: 80% Sendegebietsabdeckung bis Januar 2019
Meilenstein 3: 99% Sendegebietsabdeckung bis Januar 2024

Netzaufbaukosten
Rund Fr. 1'800'000.00.

Geplante Senderstandorte
Phase 1: Hofstetten / Niesen / Rinderberg / Männlichen (Sender Brienzer Rothorn durch Hofstetten ersetzt)
Phase 2: Falkenfluh / Thun / Harder / Rellerli / Lenk (Sender Thun durch Falkenfluh ergänzt)
Phase 3: Kandersteg / Frutigen / Innertkirchen (Sender Geissholz durch Innertkirchen ersetzt)

Geplante Abdeckung

Digital Oberland Abdeckungskarte vergrössern!

Die geplante Abdeckung von Digital Oberland zum Vergrössern. Quelle: Radio BeO.

Programmangebot
Nach heutigem Stand. Änderungen vorbehalten.

Radio BeO
Radio Bern 1
Energy Bern
neo1
Radio RaBe
SRF 1 Regio BE/FR/VS
Radio Tell
Lounge Radio
ERF Plus
Radio Maria
Iischers Radio
Dance Wave

Allesamt mit 72 kbit/s.

Reserveprogramme
Radio BeO Klassik
Radio BeO Info
Radio BeO Folk
Landliebe Radio
Radio Eviva
Country Radio CH
World Radio Switzerland (WRS)

Detailliertere Angaben HIER im PDF-Dokument.

Projektbetreuung und Netzbetrieb
Firma WZ-Systems, Lupfig

Weiterführende Detailinformationen zum Projekt Digital Oberland:

Projekteingabe August 2015
Dieses PDF-Dokument beschreibt die technische und finanzielle Lösung v6.

Zwischenbericht
Dieses PDF-Dokument beschreibt die Erkenntnisse aus dem Versuch im Dezember 2015 / Januar 2016 und dokumentiert die Änderungen sowohl technisch auch finanziell vom Zeitpunkt der Projekteingabe (V6) bis zur V11 die beim BAKOM als Interessenanmeldung eingeben wurde.

digital oberland diagramm horizontal und vertikal

Antennendiagramm vom Sender Niesen bei horizontaler und vertikaler Antennenpolarisation. Quelle: Radio BeO.

Auf die Frage, warum man auf den guten Standort Brienzer Rothorn, welcher auch das Emmental besser abgedeckt hätte, verzichtet, antwortet Patric Perret: «Wegen Überreichweiten in die Zentralschweiz. Dort könnte ein Nachbar-Allotment auf der gleichen Frequenz in Betrieb gehen (Aussagen BAKOM).» Ebenfalls ist verwunderlich, dass nun nur noch mit einer Bitrate von 72kbit/s gesendet werden soll, sprach man sich doch früher für mindestens 144kbit/s aus. Patric Perret weiter: «Primär aufgrund der Wirtschaftlichkeit und sekundär weil es sich zu einem quasi Standard, sowohl bei der SRG wie auch bei Digris entwickelt hat. Wir sehen aber nach wie vor ein Spektrum von 40kbit Mono bis 144kbit Stereo, je nach Ausprägung der „must carrier rule“. Technisch gibt es nur die obere Limite von 144CU, weil es Empfänger gibt, die nicht mehr verarbeiten können.»

Es ist also noch ein weiter Weg, bis das Projekt Digital Oberland umgesetzt werden kann. Wie es nun wirklich weitergeht, hängt von der Frequenzvergabe des UVEK / BAKOM in diesem Sommer ab. Erst danach können genauere Termine und Eckdaten für die Realisierung genannt werden. Spannend bleibt’s auf jeden Fall! Patric Perret: «Falls das UVEK / BAKOM Ende Juni positiv entscheidet, sind wir mit dem eigenen Projekt innerhalb von drei Monaten mit den ersten Sendern bereit. Bei allen anderen Lösungen frühestens im Dezember 2016.»

Bleibt nur noch zu hoffen, dass die innovativen Radiomacher aus Interlaken doch noch etwas von den beschlossenen Fördergeldern des Bundes zu spüren bekommen. Schliesslich hat sich ja das Volk positiv zur RTVG Revision ausgesprochen und erwartet nun Taten und nicht nur Versprechungen!

Internet: http://www.radiobeo.ch

Der Kommentar:
Nach bemerkenswerter Vorarbeit wäre jetzt eigentlich alles bereit für das Projekt Digital Oberland, welches auch technisch durchdacht und optimiert ist. Nach ursprünglichem Zeitplan sollten die ersten Sender ja schon bereits in Kürze on Air gehen. Doch wie so oft, machen die lieben Finanzen wieder einmal einen Strich durch die Rechnung. 1,8 Millionen Franken klaubt man nicht einfach so aus der Sparbüchse, schon gar nicht als unabhängiger, selbsttragender Player einer Bergregion. Da ist Radio BeO wirklich auf die 80% der Subventionierung angewiesen, welche hoffentlich, wie angekündigt, beim Netzbau ausgeschüttet wird. Es ist schwer zu glauben, dass der Bund seinen Verpflichtungen nicht nachkommen wird. Radio BeO seinerseits tut gut daran, den DAB-Ausbau nicht zu stark zu verzögern, denn der Aufbruch findet hier und jetzt statt. Momentan laufen schweizweit auch entsprechende Werbespots und Marketingaktivitäten. Man kann ja schonmal klein Anfangen, mit den Sendern der Phase 1 oder sogar nur dem Niesen alleine und dann nach und nach ausbauen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Ein erster Blick auf die geplante Programmpalette und die Reserveprogramme verspricht zudem eine riesige Attraktivitätssteigerung im Äther, da man beim Projekt Digital Oberland offensichtlich verstanden hat, dass der Erfolg von DAB+ schlussendlich nur von der Vielfalt der verschiedenen Programminhalte und -sparten abhängt. Wir drücken für den Bescheid des UVEK / BAKOM in diesem Sommer bereits kräftig die Daumen!

Conrad DAB-Radios, Digitalradios  

02.06.16 - Pünktlicher Start des Limus-Digris Ensembles Winterthur Schaffhausen
Heute ist, termingerecht, das neue DAB-Ensemble von Limus-Digris für Winterthur-Schaffhausen auf Kanal 5D gestartet. Mit an Bord sind die folgenden 14, interessanten Programme.

radio stadtfilter

radio rasa

open broadcast

world radio switzerland

radio4tng

rundfunk fm 2015

radio x

kanal k

lora

toxic fm

spoon radio

3fach

radio tell

maxxima


Damit sind nun schon 5 DAB-Inseln des Anbieters auf Sendung. Erste Empfangsberichte aus dem Schweizer Radioforum fallen durchwegs positiv aus. Sendestandort ist Winterthur-Brühlberg. Leider fehlt Radio Seefunk momentan auf diesem Ensemble noch. Da sind die Verhandlungen offensichtlich noch nicht abgeschlossen.

Internet: http://www.digris.ch / http://www.limus.ch

31.05.16 - Warum die Schweiz beim Umstieg auf DAB+ ganz vorne mitmischt
In letzter Zeit hört man aus Deutschland immer wieder von den Problemen der Radiosender beim Umstieg von UKW auf Digitalradio DAB+. Die grossen Rundfunkplatzhirsche haben geringes Interesse daran, in die neue Technologie zu investieren und ihre festbetonierte UKW-Position abzugeben, geschweige denn mit Mitbewerbern zu teilen. Ausser in den Vorzeigebundesländern Bayern und Baden-Württemberg tut man sich immer noch schwer mit einer einigermassen vernünftigen Programmvielfalt auf DAB+. Die ganze Sache geht sogar soweit, dass in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen Befürwortern und Gegnern aus der Radioszene stattfindet. Nur allzu gerne publiziert das Verlagshaus natürlich die Argumente welche gegen DAB+ sprechen. Manchmal kann einem Deutschlandfunk Intendant und DAB-Förderer Dr. Willi Steul beinahe leid tun.  Genau gleich verhält sich das Ganze beim Nachbarn Österreich. Auch hier haben die grossen Anbieter, mit ihren Verlagshäusern im Rücken, absolut keinen Bock auf Konkurrenz im Äther. Der öffentlich-rechtliche ORF schmollt, weil er auf DAB+ kein Zusatzangebot starten darf. In Frankreich blockt der öffentlich-rechtliche Rundfunk sogar komplett!

Doch warum funktioniert das eigentlich in der Schweiz? Darüber haben wir uns in den vergangenen Wochen intensive Gedanken gemacht. Erst einmal muss gesagt werden, dass auch hierzulande nicht alles nur eitel Freude ist. Die grossen Verlage versuchen ebenfalls, an ihren abgesteckten Sendegebieten festzuhalten und zuzusehen, dass die „freie“ Konkurrenz keinen allzu einfachen Zugang zu DAB+ erhält. Dennoch konnten die kleineren, nichtkommerziellen Privatradios dank Limus-Digris eine kostengünstige Verbreitung ihrer Programme erwirken. Im Endeffekt ein Gewinn für die Hörerschaft. Ebenfalls wird das Thema DAB+ in der Printpresse tunlichst totgeschwiegen. Auch hier sind Konkurrenzgedanken der Verlagshäuser im Spiel.

grafik ueberholen broadcast 

Grafik “DAB+ überholt UKW”. Quelle: broadcast.ch (SRG)

Bloss ist es in der Schweiz so, dass sich die Privatradios seit ihrer Gründung in den 80er Jahren auf viele andere Mitbewerber einstellen mussten. So können in Zürich beispielsweise schon seit Jahren zahlreiche private Programme via UKW empfangen werden (Radio 24, Radio 1, Energy, Zürisee, Top, Central, Sunshine, Pilatus, Lora,  und einige ausländische Anbieter). Auch in der Romandie gibt’s an gewissen Standorten eine unglaubliche UKW-Vielfalt (Bsp. Echallens: LFM, Rouge FM, Radio fr., RTN, Yes FM, GRRIF, Radio Chablais und diverse aus Frankreich). Selbst im wirtschaftlich schwächeren Berner Oberland können mit einigermassen gutem Empfangsequipment bis zu 10 Privatradios gehört werden (Radio BeO, Bern 1, Energy, neo1,  RaBe, Canal 3, Radio 32 und ebenfalls einige Ausländische wie z.B. Radio Regenbogen). So mussten sich die Anbieter schon früh  an die Mitbewerber gewöhnen. Früher hat man sein Glück in der Verschiedenartigkeit der Programme gesucht, heute soll der Mainstream mit der werberelevanten Zielgruppe der 18-35jährigen es richten, was nicht unbedingt einer Bereicherung der Radiolandschaft entspricht. Ganz nach dem Prinzip: „Mainstream, mainstreamiger, am mainstreamigsten!“

Die Überschneidungen der einzelnen Sendegebiete auf UKW sind natürlich auch mit der topografisch kleinen Landfläche der Schweiz begründet. Auf diesen vergleichsweise wenigen Quadratkilometern tummelt sich doch eine beachtliche Anzahl von Privatradios. Man ist sich die Konkurrenz im Äther also gewohnt.

grafik dab werbespot 2016

Screenshot aus dem neuen Digitalradio-Werbespot von Privatradios und SRG.

Kommt dazu, dass die Landesregierung und die zuständigen Behörden schon bald einmal öffentlich-rechtliche und private Anbieter ins Boot geholt haben um die Ernsthaftigkeit des Wechsels  zu unterstreichen. Die SRG wurde sozusagen dazu gezwungen, mit den Privaten zu kooperieren. Der Fairness halber muss jedoch gesagt werden, dass die Verantwortlichen der SRG sich schon seit längerem sehr für die digitale Technologie einsetzen. Im gemeinsamen Gespräch, hat man in der Gruppe DigiMig, welcher alle namhaften Radioplayer der Schweiz angehören, das weitere Vorgehen abgestimmt und abgesegnet. So ist eine verbindliche Roadmap für die Abschaltung von UKW entstanden, deren Signal ganz deutlich ist. In diesem 88-Seitigen (!) Schlussbericht ist alles genaustens definiert (DOWNLOAD als PDF-Dokument). Der Abschalttermin im Jahr 2024 steht soweit fest und der Bund greift, nach entsprechender Volksbefragung, zumindest vorübergehend, tief in die Subventionstasche. Nur so kann es gehen: zuerst das Gespräch suchen, einen gemeinsamen Weg finden, den Übergang finanziell unterstützen und dann den Abschalttermin festlegen. Heute ist damit der sogenannte Point of no return in der Schweiz bereits überschritten.

Grafik vergrössern!

Grafik Übergang von UKW zu DAB+ zum Vergrössern. Quelle :Schlussbericht DigiMig.

Irgendwann haben somit beinahe alle Anbieter eingesehen, dass DAB+ durchaus eine zukunftsweisende Chance sein kann und im Parallelbetrieb mit den Streamingmöglichkeiten neue Horizonte eröffnet. Im Endeffekt werden die einzelnen Player für ihre Sendernetze weniger Geld in die Hände nehmen müssen als heute: DAB+ braucht weniger Sendeanlagen als UKW und profitiert stärker von Reflektionen. Schwierig ist, besonders für kleinere Privatradios, nur die Übergangsphase mit dem Parallelbetrieb. Es ist bei aller Euphorie nicht totzuschweigen: DAB+ bringt mehr Mitbewerber in den Äther, was aber durch Anstrengungen in der Programmqualität durchaus wettgemacht werden kann. Die Programme müssen wieder vielseitiger und abwechslungsreicher werden, dann hat jeder Anbieter seine Berechtigung in einem sprachregionalen Ensemble und braucht sich nicht vor digitaler Konkurrenz zu fürchten.

In Deutschland hingegen und besonders auch in Österreich und Frankreich, wirkt die Digitalisierung des Hörfunks hingegen etwas unkoordinierter. Niemand weiss genau, ob die Regierungen wirklich einen Umstieg auf das Digitalradio anstreben und es ist auch kein verbindliches Abschaltdatum für UKW bekannt. Zudem gibt es Bundes- und Landesweite Anbieter, welche auf UKW über ein komfortables Monopol verfügen. Oftmals wird dabei damit argumentiert, dass die DAB-Technologie sowieso vom Livestreaming über die Handynetze überholt sei. Dabei verschweigt man ganz bewusst die Versorgungssicherheit des terrestrischen Radios. Überlastete Handynetze (im Stau oder bei Katastrophen) sind keine Alternative für eine funktionierende Rundfunkgrundversorgung. Offensichtlich reden die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Privatradios in den erwähnten Ländern auch nicht gerne zusammen, um eine gemeinsame Lösung anzustreben. Kurz: man ruht sich auf den UKW-Lorbeeren aus, redet DAB+ schlecht und bewegt sich möglichst wenig auf seiner gefestigten Position. So kann das leider nicht gehen, liebe Nachbarn!

Dem Radionutzer in der Schweizer Nachbarschaft bleibt so nur das Augenreiben und die Hoffnung, dass man sich dann früher oder später, mit Hilfe der Politik, doch einmal zu einer gemeinsamen Position durchringen kann. Es gibt Länder, die’s vormachen…

Diese Betrachtung widerspiegelt die persönliche Meinung des Betreibers von DAB-Swiss und ist unabhängig.

26.05.16 - Das neue RTVG wird ab 01. Juli 2016 umgesetzt
Damit sollte es sich nun eigentlich jedes Privatradio den Umstieg auf DAB+ leisten können. Ab 01. Juli 2016 wird das vom Volk angenommene RTVG umgesetzt. Will konkret heissen: neu beträgt der Anteil für die 21  lokalen Radio- und die 13 regionalen TV-Stationen nicht mehr vier,  sondern fünf Prozent vom gesamten Gebührentopf. Der Ertrag für die  Radio- und Fernstehstationen mit einem lokal-regionalen Leistungsauftrag steigt somit von 54 auf 67,5 Millionen Franken.

revision rtvg 2015

Radioveranstalter werden ausserdem bei der Umstellung von analoger (UKW) auf digitale  (DAB+) Verbreitung unterstützt: Die Verbreitungskosten für DAB+ werden  bis zu 80 Prozent subventioniert. Die Stationen mit Gebührenanteil  profitieren zusätzlich von 45 Millionen Franken für Aus- und  Weiterbildung der Mitarbeitenden sowie für digitale Produktion und  Verbreitung der Programme.

Und wenn die Subventionen auslaufen, sollten eigentlich, wenn alles  richtig gemacht wurde, die Kosten für den Betrieb der UKW Sender weggefallen sein!

11.05.16 - Die Schweiz ist mehrheitlich digital on Air
Gegenüber anderen Europäischen Ländern, belegt die Schweiz in Sachen Anbietervielfalt auf DAB+ einen Spitzenplatz. Die staatliche SRG verbreitet Ihre Programme bereits seit längerer Zeit ausnahmslos via Digitalradio. Momentan sind von 49 privaten, kommerziellen Anbietern (inkl. Liechtenstein) nur gerade 9 nicht digital on Air. Bemerkenswert ist auch, dass dank Limus-Digris die alternativen, nichtkommerziellen Anbieter stark vertreten sind. Von Rund 38 sind nur gerade 5 nicht digital on Air. Nach Sprachregionen und Anbieterart sieht das konkret wie folgt aus:

Deutschschweiz (6 ohne DAB+)
Radio BeO (eigenes Netz ca. 2017)
Canal 3
sendervielfalt 2016-1Radio Südostschweiz
neo 1 (evtl. Netz digital Oberland ca. 2017)
Radio Munot
Radio Tell

Romandie (1 ohne DAB+)
Canal 3

Tessin (2 ohne DAB+)
Rado Fiume Ticino
Radio 3i

Alternativ / Nichtkommerziell (5 ohne DAB+)
Radio rasa (Start bei digris, Juni 2016)
Vibracion 108
Radio Kaiseregg
RaBe
Radio Sourire

Mit Limus-Digris werden in den kommenden Jahren auch noch die restlichen, kleineren Radiostationen einen Platz auf DAB+ finden. Und dank der Initiative von Radio BeO (Projekt digital Oberland), wird auch dieses Programm schon bald digital on Air sein. Wahrscheinlich wird auf diesem Kanal ebenfalls das Emmentaler neo 1 Platz finden. Man kann also zuversichtlich sein, dass ab 2018 praktisch die ganze Schweizer Radiolandschaft auf DAB+ abgebildet wird. Dass nicht alle Feuer und Flamme für die neue Technologie sind, ist übrigens nichts Neues. Schon beim Übergang von Mittelwelle zu UKW, gab es viele kritische Stimmen. Heute kann man sich dies beinahe nicht mehr vorstellen.

04.05.16 - Sunshine Radio wieder Deutschschweizweit zu hören
Seit heute, 14:30 Uhr, ist Sunshine Radio wieder Deutschschweizweit über DAB+ empfangbar. Es wurden nun nebst Kanal 7A (Nordschweiz) auch die SMC Kanäle 8B (Bern-Freiburg-Solothurn) und 9B (Ostschweiz) aufgeschaltet. Vor zirka einem Jahr hat der Anbieter das Deutschschweizer-Netz verlassen. Deshalb kommt die Neuaufschaltung nun doch eher überraschend. Ob die Ausstrahlung von Dauer ist, wurde nicht bekanntgegeben.

Internet: http://www.sunshine.ch

03.05.16 - Entfesselte Planung bei Limus-Digris
Limus-Digris scheint die ersten schwierigen Anfangshürden und langwierigen, rechtlichen Unannehmlichkeiten vorerst überwunden zu haben und will nun mit dem Ausbau seiner DAB-Inseln zügig vorwärts machen. Soeben ist die Insel für Aarau auf Kanal 5D mit 11 vorwiegend alternativen Anbietern gestartet und schon im Juni soll es im Versorgungsgebiet Winterthur-Schaffhausen soweit sein. Zwar sind die Wärmeprobleme am Sender Felsenegg (Zürich) noch nicht behoben, aber offensichtlich will man nun erstmal weitere Gebiete erschliessen. Bei den Planungsarbeiten fällt auf, dass vermehrt bessere Senderstandorte eingesetzt werden. Aarau-Oberholz für die Insel Aarau, Winterthur-Brüelberg für die Insel Winterthur-Schaffhausen oder das Stanserhorn für Luzern-Zug und Unterwalden. Gerüchten zufolge, ist für Bern selbst der erstklassige Standort Bantiger im Gespräch. Von Limus-Digris selbst ist es jedoch schwierig, verlässliche Informationen zum weiteren Ausbau und zur Technik zu erhalten. Mails und Anfragen werden generell nicht beantwortet.

digris dab-insel aarau 2016-1

Das Limus-Digris Versorgungsgebiet für Aarau. Quelle: facebook, digris.

Gemäss der Webseite von digris, sollen bis 2017 folgende 15 Inseln aufgeschaltet werden:

Winterthur-Schaffhausen, Juni 2016
Oberwallis, Juli 2016
Basel, Juli 2016
Unterwallis, Juli 2016
Luzern-Zug, August 2016
Sottoceneri, Oktober 2016
St. Gallen, Oktober 2016
Sopraceneri, Oktober 2016
Neuchâtel-Yverdon, November 2016
Fribourg, Dezember 2016
Chur, Januar 2017
Glarus 2016, Januar 2017
Bern, Februar 2017
Thun, Februar 2017
Biel, Februar 2017

Damit wären dann schweizweit 19 DAB-Inseln des Anbieters in urbanen Agglomerationsgebieten on Air.

digris dab-inseln schweiz 2016-1

Die momentan geplanten DAB-Inseln von Limus-Digris. Quelle: digris.ch.

Die Erfahrung zeigt, dass diese Planung jedoch immer wieder umgestellt wird und die Termine selten eingehalten werden können. So kann sich das Ganze zeitlich also noch stark nach hinten verschieben. Ganz zuletzt erfolgt demnach die Versorgung des Kantons Bern. Mit der Insel für Thun, gibt’s hier aber noch ein neues, zusätzliches Angebot für die Achse Thun-Spiez-Interlaken. Man darf also gespannt sein, wie’s bei Limus-Digris weitergeht und welche Programme auf den jeweiligen Ensembles Platz finden werden. Bislang werden in der Deutschschweiz ja vorallem alternative Programme ausgestrahlt, welche sich inhaltlich voneinander nicht wesentlich unterscheiden. Aber immerhin: Limus-Digris bringt doch Einiges an Abwechslung in den Äther und ist ein Vorzeigemodell für andere Europäische Länder.

Internet: http://www.digris.ch / http://www.limus.ch

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Sender Bolligen Bantiger im letzten Tageslicht. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Chaux de Fonds Cornu im Jura. (Foto:Stefan Grünig)