Aktuelles aus der Schweizer DAB+ Szene

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18.05.19 - Neue Sender und Leistungen in der Westschweiz
In den vergangenen Wochen wurden bei der deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA), welche für die internationale Senderkoordinierung in Europa zuständig ist, diverse neue Anträge für den SRG Westschweizkanal 12A, eingereicht. Es handelt sich dabei um Leistungserhöhungen und Einträge für neue, schwächere Füllsender.

Boncourt Chatillon, 100 W, vertikal
Bonvillars Champ Lequet, 10'200 W, vertikal
sender chaux de fonds cornuBourrignon les Ordons, 6'600 W, vertikal
Champéry, 130 W, vertikal
Chardonne Mt Pèlerin, 12'300 W, vertikal
Chaux de Fonds Cornu, 3'600 W, vertikal
Chavannes S Moudon Velo, 1’500W, vertikal
Chenit Brassus, 200 W, vertikal
Chevenez sur la Patai, 550 W, vertikal
Courrendlin la Met, 6'025 W, vertikal
Courtemaiche, 50 W, vertikal
Evolène la Forclaz, 200 W, vertikal
Haute Nendaz la Crête, 3'900 W, vertikal
Hauts Geneveys Rue Repu, 1'600 W, vertikal
Martigny Ravoire, 4'900 W, vertikal
Montana Grand Signal, 1’050 W, vertikal
Montsevelier Champre, 600 W, vertikal
Noirmont Roc Montes, 90 W, vertikal
Porrentruy, 550 W, vertikal
Port Valais Chalavornaire, 1'200 W, vertikal
Roches le Trondai, 200 W, vertikal
Soyhières, 100 W, vertikal
St. Ursanne, 160 W, vertikal
Tramelan Lovières, 100 W, vertikal
Trient, 45 W, vertikal
Trient vers les Ponts, 60 W, vertikal
Troistorrents Morgins, 120 W, vertikal
Undervelier, 210 W, vertikal
Mt Salève Téléphérique , 9'000 W, vertikal

Damit sollte sich auch in der Westschweiz die Mauerdurchdringung von DAB+ merklich verbessern. Wann die einzelnen Änderungen und Inbetriebnahmen erfolgen, ist nicht bekannt. Bereits im Jahr 2018 hat ja die SRG ihre Sendeleistungen für Deutschschweizkanal 12C erheblich hochgefahren.

17.05.19 - DAB+ nun auch am Bielersee im Strassentunnel
Unser Empfangsmelder Jean-Francois Laett meldet, dass im A5-Tunnel der Umfahrung Ligerz, am Bielersee, neu auch der DAB+» Empfang möglich ist. Ausgestrahlt werden nach seinen Beobachtungen die folgenden sechs Ensembles: SMC Kanal 7D (Deutschschweiz), SMC Kanal 8B (Bern-Freiburg-Solothurn), digris Kanal 10A (Neuchâtel-Yverdon), RMS Kanal 10B (Westschweiz), SRG Kanal 12C (Deutschschweiz) und SRG Kanal 12A (Westschweiz). Vielen Dank für die Meldung.

Zur Webseite von Sunradio

17.05.19 - digris nimmt den Sender Chur-Känzeli in Betrieb
Bereits seit längerer Zeit ist für die digris DAB-Insel «Chur-Sarganserland» der Sender Vilters-Maienberg auf Kanal 8B in Betrieb. Letzte Woche erfolgte nun auch die testweise Aufschaltung des Senders Chur-Känzeli, welche den Empfang im Grossraum Chur deutlich verbessern sollte. Die vertikal polarisierte Antenne befindet sich auf dem Dach der dortigen Luftseilbahn. Gesendet wird mit einer Leistung von 1'000 Watt.

chur-kaenzeli 2019-01     chur-kaenzeli 2019-03

chur-kaenzeli 2019-02     Karte vergrössern!

Die Bilder zeigen den Sender Chur-Känzeli und die Aussicht auf die Stadt. Bilder: digris, facebook. Die Abdeckungskarte der digris DAB-Insel Chur-Sarganserland zum Vergrössern.

digris teilt folgendes, aktuelles Programmangebot mit: Volksmusik mit Radio Tell, Soul mit open broadcast radio, Pop und Rock mit toxic.fm, Rock von Spoon Radio, Jugendthemen von Radio 3FACH, Dance und Electronic von Maxxima und Glaubensdinge mit Radio Positive. Diverse zusätzliche Sendeplätze können noch besetzt werden.

Internet: http://www.digris.ch

14.05.19 -  Kaum beschlossen, ist die 4. Westschweizer DAB+ Abdeckung ein Fall für die Gerichte
Jetzt droht der 4. Abdeckung in der Romandie das gleiche Schicksal wie dem 2. nationalen DAB-Ensemble in Deutschland: die Gerichte werden sich mit dem Entscheid befassen müssen.

Der in der Ausschreibung unterlegene Netzbetreiber Romandie Médias SA (RMS), namentlich der Medienmogul Pierre Steulet, in Vertretung der kommerziellen Westschweizer Privatradios, reicht Rekurs ein, gegen den Entscheid des BAKOM der Vergabe an die DABCOM AG! Die Westschweizer Privatradios fürchten um die eigenen Pfründe. Mal sehen, was die Gerichte entscheiden werden.

Klar ist: die Verzögerung des Starts ist damit so gut wie sicher!

Schreiben vergrössern!

Screenshot der Schreibens der RMS SA, Pierre Steulet, zum Vergrössern (französisch).

Unsere Meinung: Dieses Vorgehen dient in keiner Weise der Vielfalt auf DAB+ und bringt die Technologie nicht wirklich vorwärts, auch wenn wir einige Kritikpunkte der RMS durchaus verstehen und nachvollziehen können. Wenn jedoch jeder, welcher bei einer Ausschreibung unterliegt gleich prozediert, wird sich das digitalterrestrische Radio noch länger mit der Entwicklung schwertun.

14.05.19 - Zusätzliche Konzession für DAB+ in der Romandie geht an DABCOM AG
Am 13. Mai 2019 hat die ComCom eine weitere DAB+-Funkkonzession für die digitale Verbreitung von Radioprogrammen in der Romandie erteilt. Mit der DABCOM AG hat die ComCom jene Bewerberin gewählt, die vor allem bei den Kriterien Medienvielfalt und Wirtschaftlichkeit die besten Bewertungen erzielt hat.

Vorbehältlich einer Beschwerde gegen den Entscheid der ComCom wird die DABCOM AG in der Romandie eine DAB+-Plattform mit einem vielfältigen Angebot an kommerziellen und alternativen Programmen aufbauen und betreiben. Darunter finden sich auch solche, die auf die Promotion eines Unternehmens und dessen Produkte und Dienstleistungen ausgerichtet sind. Dieses im Schweizer Radiomarkt bisher nicht erprobte publizistische Format erzielt im Print- und TV-Bereich grosse Reichweiten. Die ComCom sieht darin nicht nur eine Erweiterung der Angebotsvielfalt: Der Umstand, dass die DABCOM AG auch auf einen neuen Kreis finanzstarker Kunden setzt, der nicht auf Fördergelder oder Einnahmen aus dem Radiowerbemarkt angewiesen ist, dürfte zur Wirtschaftlichkeit der DABCOM-Plattform beitragen, ohne die bestehende Radiolandschaft substanziell zu gefährden.

Abdeckungskarte vergrössern!     digris logo mi 2019-1

Die künftige Abdeckungskarte des neuen Kanals in der Romandie, zum Vergrössern.

Im Interesse der Vielfalt hat die ComCom die Anzahl der Unternehmensradios auf sechs beschränkt. Bei der Vergabe der anderen 12 verfügbaren Plätze muss die Konzessionärin für ein vielfältiges Angebot sorgen, das sowohl informative, kulturelle, bildende als auch unterhaltende Elemente berücksichtigt. Sie verpflichtet sich zudem, in erster Priorität Programmveranstalter aus der Romandie zu verbreiten. Weiter reserviert sie dauerhaft einen Platz für Programme von kurzer Dauer, z.B. im Zusammenhang mit kulturellen Veranstaltungen.

Bei der DABCOM AG handelt es sich um ein noch zu gründendes Unternehmen aus der Westschweiz. Es wird einerseits getragen von der IP worldcom SA, einem auf Internetlösungen spezialisierten Unternehmen aus dem Kanton Waadt, und andererseits von Vertretern der Digris AG. Dies ist ein Unternehmen, welches seit Mai 2014 in grösseren Agglomerationen der ganzen Schweiz lokale DAB+-Sendernetze errichtet und betreibt, so auch fünf in der Romandie. Beide Unternehmen bringen somit die nötige Erfahrung für den Aufbau und Betrieb einer weiteren DAB+-Plattform mit. Die DABCOM plant einen schrittweisen Aufbau des Sendernetzes; bis Mitte 2024 soll die gesamte Romandie versorgt sein.

Die Ausschreibung der ComCom vom Mai 2018 erfolgte im Anschluss an eine Interessenabklärung für weitere DAB+-Plattformen, die das BAKOM im Jahr 2016 durchgeführt hatte. Ziel der Ausschreibung war es, die Medienvielfalt dank neuen, vielfältigen und innovativen Inhalten und Formaten zu stärken, ohne die Aspekte der Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen. Auf die Ausschreibung meldeten sich die Romandie Médias SA, welche bereits eine DAB+-Plattform vorwiegend für die bestehende Regionalradios in der Romandie betreibt, und die DABCOM AG. Die ComCom hat sich gestützt auf einen Kriterienwettbewerb und im Anschluss an ein Hearing mit beiden Bewerberinnen nun für eine Vergabe der Konzession an DABCOM AG entschieden.

Welchen Kanal das künftige Netz belegen wird, ist momentan noch nicht bekannt.

08.05.19 - Warum die digitalterrestrische Radioversorgung wichtig bleibt
Eine Meldung des Branchendienstes SatelliFax, rüttelte heute die weltweite Rundfunkszene ziemlich durch. In der ganzen, unendlichen Diskussion über Sinn oder Unsinn des digitalterrestrischen Rundfunks DAB+, waren plötzlich auf vielen Internetradioempfängern keine Programme mehr zu hören. Grund dafür ist der Providerwechsel des Chipherstellers Frontier Silicon, von vTuner zu Airable. Frontier Silicon bedient zahlreiche Hersteller von internetradiofähigen Geräten mit seinem Programmservice. Die jeweilige Programmdatenbank wird vom Gerät automatisch übernommen. Nicht enthaltene Angebote müssen manuell konfiguriert und abgespeichert werden. Die meisten Internetradiokonsumenten verlassen sich auf dieses praktische Programmangebot. Fällt eine solche Datenbank im Hintergrund plötzlich aus, so bleibt das Internetradiogerät stumm.

Genau darum ist eine digitalterrestrische Versorgung auch heute wichtiger denn je, denn das Internet ist und bleibt kein verlässlicher Rundfunkpartner.

kein netzwerk     kein netzwerk display

Internetradio ist abhängig von Providern und Anbietern, welche ihren Sitz meistens im Ausland haben. Wird dort etwas umgestellt, kann es schnell einmal vorkommen, dass kein Empfang mehr möglich ist oder die gewünschten Angebote nicht mehr gefunden werden können. Eine zweifelhafte Abhängigkeit entsteht.

Der terrestrische Rundfunk über DAB+ bleibt unabhängig und jederzeit frei verfügbar, mittlerweile auch mit einer sehr vielseitigen Angebotsauswahl.

In Zukunft kann es daher nur eines geben: den Parallelbetrieb der beiden Technologien Internetradio, mit unbegrenzter Senderauswahl und DAB+ mit nationaler Versorgungssicherheit.

Quelle: http://www.satellifax.de

07.05.19 -Neue, deutsche Programme vom Sender Pfänder
Gemäss Angaben des deutschen Netzbetreibers Media Broadcast, sendet das nationale, deutsche DAB+ Ensemble auf Kanal 5C seit heute auch vom österreichischen Sendestandort am Pfänder (Vorarlberg). Damit verbessert sich der Empfang dieses Ensembles, welches 13 sehr unterschiedliche Programme beinhaltet, in der Bodenseeregion deutlich, auch auf schweizerischer Seite.

In diesem Jahr folgt ebenfalls noch der grenznahe Standort Blauen, in Baden-Württemberg, welcher ebenfalls Einfluss auf dem Empfang in der Schweiz haben wird.

Per 28. Mai 2019 startet vom Pfänder übrigens das neue nationale, österreichische Ensemble auf Kanal 5B. Wir berichteten.

03.05.19 - Und wieder einmal zaudert die Radiobranche mit DAB+
In den Medien ist DAB+ momentan wieder einmal in aller Munde, leider nicht zum Positiven. Schlagwörter wie: «Die Zahlen der Zuhörer via DAB+ stagnieren oder sind leicht rückläufig», «die Zukunft des Rundfunks findet sich im Internet statt», «die Hörerzahlen in Norwegen brachen nach der Abschaltung von UKW ein», «Verabschiedung von UKW erst 2024» oder «DAB+ ist teuer und bringt nichts», werden von der Tagespresse gerne als Schlagzeilen aufgenommen. Allen voran der Tagesanzeiger aus dem Hause TA Media. Kein Wunder, denn hinter den grössten Schweizer Privatradios stehen auch dieselben Verlagshäuser, welche die Medienwelt in unserem Land dominieren.

Zudem zaudert auch die Radiobranche selbst mit der Umstellung auf DAB+. Statt zügig vorwärts zu machen, fürchtet man Hörerverluste und will den teuren Parallelbetrieb zwischen UKW und DAB+ bis ins Jahr 2024 fortführen. Anstatt die Sache selbst an die Hand zu nehmen, fordert man vom Bund weiterhin Subventionen und leistet sich millionenschwere, eigentlich unnötige Werbekampagnen mit Gebührengeldern. So wird beispielsweise auch der 2. Deutschschweizkanal von SwissMediaCast (SMC) nie voll werden, wenn nur die Angst regiert und die Innovation verdrängt. Dabei wird nur zu gerne vergessen, dass sich die Hörerzahlen in Norwegen zwischenzeitlich wieder erholt haben.

dab logo 2019-1     scholz friends

Das neue, weltweite DAB+ Logo, entwickelt ebenfalls von der Firma Scholz & Friends, wird sich mit der neuen Kampagne durchsetzen. Es wird bereits seit längerer Zeit von DAB-Swiss verwendet.

Einmal mehr müssen wir mit Nachdruck auf die Tatsachen aufmerksam machen! Der Point of no Return ist beim digitalen Rundfunk bereits eindeutig überschritten. Es gibt kein Zurück mehr, denn das DAB+ Netz in der Schweiz ist mit 98% Abdeckung bereits fürstlich ausgebaut. Warum also nicht bereits 2021 umschalten? Wer für den Versorgungsweg via Internet und Mobilfunk plädiert, vergisst dabei, dass eine stabile Grundversorgung damit nicht gewährleistet ist, dass für die Empfänger von Radioprogrammen via Mobilfunk empfindliche Mehrkosten entstehen können und dass tausende von Zuhörern via Internet die Radioanbieter eine ganze Stange kosten können. Die anbieterunabhängige Rundfunkgrundversorgung via terrestrischen Rundfunk ist in der Schweiz zudem gesetzlich festgelegt. Es bringt also nichts, wenn die Privatradioaltherren, wie beispielsweise Roger Schawinski, sich gebetsmühlenartig darüber beklagen, wie doch dieses DAB+ nur Nachteile bringe und eine unnötige Übergangstechnologie sei!

Patrick Studer, Betreiber von diis Radio, einem innovativen, kleinen Programmanbieter, bringt es in Sachen UKW-Abschaltungstermin via Social Media auf den Punkt: «Einfach abschalten. Wie beim analogen TV. Dann kauft man sich auch so einen DAB+ Radio. Die Kampagne ist hinausgeworfenes Geld. Es sind nur die Dinosaurierradios, welche unbedingt noch weiter auf UKW senden wollen. Das nennt man Artenschutz um jeden Preis. Wie wir alle wissen ist diese Spezies längst ausgestorben. Die Herren mit den graumelierten Haaren sind Auslaufmodelle. Neue Radios braucht das Land.» Er nimmt dabei Bezug auf die 7,5 Millionen schwere Werbekampagne, welche das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) an die Zürcher Firma Scholz & Friends vergeben hat und auf die Privatradiomärzen, welche lieber auf die Bremse drücken, anstatt endlich vorwärts zu machen und den unnötigen Parallelbetrieb der Technologien verlängern.

dab+ Programmvielfalt schweiz 2016-1     versorgungskarte srg 2019-1

DAB+ bringt deutlich mehr Vielfalt im frei empfangbaren, digitalen Rundfunk, bei hervorragender Versorgung!

So wird es wahrscheinlich dabei bleiben, dass UKW in der Schweiz erst 2024 abgeschaltet wird und nicht bereits 2021. Die Anbieter fordern lieber Geld vom Bund ein, statt auf den digitalterrestrischen Verbreitungsweg zu setzen und liebäugeln lieber mit dem Internet, ohne dabei zu bedenken, dass dieses auch ungeahnte Kosten mit sich bringen kann. Dabei hätte die Schweiz, als innovatives Land, durchaus Symbolcharakter weit über die Landesgrenzen hinaus. Es ist kein Geheimnis, dass viele unserer Nachbarstaaten mit Adleraugen auf die Entwicklung bei uns blicken. Was hierzulande in Sachen UKW-Abschaltung geschieht, hat eine grosse Wirkung auf die Entwicklung des Rundfunks in ganz Europa.

Die Botschaft an die Anbieter lautet also: «Nehmt endlich den Finger raus, Euren Mut zusammen, beendet dieses traurige Gärtchendenken und blickt vorwärts, anstatt immer nur Angst vor Hörerverlusten zu haben. Diese kompensiert Ihr, wenn Ihr endlich wieder in die Programmqualität investiert! Dann spielt die Verbreitungsart keine Rolle.»

Die Schweiz schafft es einerseits den längsten Eisenbahntunnel der Welt durch absolut schwieriges Gestein zu bauen und bringt es andererseits nicht zustande, den Rundfunk zielgerichtet und innovativ auf den digitalen Standard umzuschalten. Kann das wirklich sein?

Stefan Grünig, Betreiber DAB-Swiss

18.04.19 - Die Bodenseeregion erhält neue Programme aus Österreich und Deutschland
Der deutsche Branchendienst SatelliFax meldet zu Ostern tolle DAB+ News aus Österreich: Der nationale DAB+-Multiplex in Österreich wird vom Start weg am 28. Mai auch in Teilen Südwestdeutschlands hörbar werden. Wie aus einem Dokument des Senderbetreibers ORS, das SatelliFax vorliegt, hervorgeht, werde zusätzlich zu den Sendeanlagen Wien (drei Standorte), Semmering (Sonnwendstein), Graz (Schöckl) und Linz (Lichtenberg) auch der Sender Bregenz (Pfänder) im Kanal 5B in Betrieb gehen. Parallel soll die Aufschaltung des deutschen Bundesmuxes am Standort Pfänder im Kanal 5C erfolgen, so dass die Bodenseeregion auf einen Schlag über 20 neue Hörfunkprogramme im Digitalradio bekommt. Die Reichweite des Senders Pfänder erstreckt sich in Deutschland auf Städte wie Lindau, Friedrichshafen, Ravensburg und Konstanz. Selbst in Hochlagen des Schwarzwaldes kann man die Programme von dem exponierten Standort in Vorarlberg hören.

sender pfänder 2019-1     Karte vergrössern!

Der Sender Bregenz-Pfänder und die angepasste Versorgungskarte von Österreich zum Vergrössern! Foto: M. Aellig, Forst.

Hintergrund für die überraschende Aufschaltung des österreichischen nationalen Multiplexes mit mindestens neun Programmen: Die ORS konnte kurzfristig einen gebrauchten Sender beschaffen, der mit dem Start im Mai 2019 ans Netz geht. Ursprünglich war der Start am Pfänder erst im März 2020 vorgesehen.

Die Sendeleistung am Pfänder wird satte 10'000 Watt betragen. Davon profitieren natürlich auch weite Teile der Ostschweiz. Freude herrscht!

Quelle: http://www.satellifax.de

17.04.19 - RedLine Radio übernimmt neu die Nachrichten von RTS
Der Radiosender «RedLine Radio» hat mit der SRG eine Vereinbarung zur Übernahme der Radionachrichten von RTS abgeschlossen. Das Programm ist auf digris DAB-Kanal 10A (Neuchâtel-Yverdon) zu empfangen. Für die SRG ist dies eine weitere Kooperation im Rahmen der im Oktober 2017 von Gilles Marchand angekündigten verstärkten Zusammenarbeit mit privaten Medienhäusern.

Ab Anfang Mai wird der Radiosender «RedLine Radio» aus Lausanne die Radionachrichtensendungen von RTS zeitgleich und in ungekürzter Form übernehmen.

redline radio logo      rts logo

«RedLine Radio» ist eine gemeinnützige Organisation und Mitglied des Schweizer Verbandes Digitalradios. Auf dem Sender werden über 1‘300 Titel ohne Werbung gespielt und jeden Abend durch eine individuelle Sendung ergänzt. «Red Line Radio» ist via DAB+ über die Antenne Lausanne, über verschiedene Apps, insbesondere «Swiss Internet Radios» und über das Internet via www.redlineradio.ch empfangbar.

Die SRG freut sich über diese neue Kooperation, die die Zusammenarbeit mit den Schweizer Privatmedien weiter stärkt.

Internet: https://www.srgssr.chhttps://redlineradio.ch

17.04.19 - Neue SwissMediaCast Sender Ende September
In Ihren bestehenden Netzen schaltet die Firma SwissMediaCast (SMC) per 30. September 2019 voraussichtlich drei neue Sender auf, welche allesamt die Empfangsqualität in der Innerschweiz verbessern werden. Dies teilte uns der Netzbetreiber heute mit.

Kanal 7A (Nordschweiz)
Escholzmatt Wiggen, 500 W, vertikal
Sarnen Oberstalden, 1’000 W, vertikal
Willisau Ankenloch, 550 W, vertikal

Kanal 7D (Deutschschweiz 1)
Sarnen Oberstalden, 1’000 W, vertikal
Willisau Ankenloch, 550 W, vertikal

Bis zu diesem Zeitpunkt kommen keine weiteren Sendestandorte von SMC dazu. Die Abdeckung in der Deutschschweiz hat bereits einen sehr hohen Versorgungsgrad erreicht. Teilweise müssten nun nur noch die Sendeleistungen erhöht werden, um eine bessere Mauerdurchdringung zu erreichen.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

16.04.19 - DAB+ im Lötschbergtunnel geplant
Wie uns das Bahnunternehmen BLS heute mitteilte, wird DAB+ mit der Sanierung des Lötschberg Scheiteltunnels in Betrieb genommen. Damit können dann im Tunnel endlich auch die Gäste des Autoverlades Digitalradio hören. Sinn machen würden die Kanäle 7D (SMC Deutschschweiz), 8B (SMC Bern-Freiburg-Solothurn), 11C (SMC Oberwallis) und 12C (SRG Deutschschweiz).

lötschbergtunnel portal goppenstein     bls logo

Bild: wikipedia.org

Eine Ausstrahlung im Simplontunnel wäre ebenfalls wünschenswert.

Die Sanierung des Tunnels dauert noch bis Ende 2022. Somit darf zu diesem Zeitpunkt mit DAB-Ausstrahlungen gerechnet werden.

Zur Webseite von Sunradio

16.04.19 - Sendestart des 2. Deutschschweiz Ensembles zurückverschoben
Auf Anfrage bei SwissMediaCast (SMC) wurde uns leider das Gerücht bestätigt, wonach das 2. DAB+ Ensemble für die Deutschschweiz (Kanal 7B) wohl doch erst im 2. Halbjahr 2019 starten wird. Es heisst also, sich weiterhin zu gedulden.

swissmediacast neues logo 2018-1

Die Entscheidung zum Erfolg oder Misserfolg dieser zweiten, sprachregionalen DAB+ Abdeckung in der Schweiz liegt bei den Gesellschaftern von SMC, also grösstenteils den kommerziellen Privatradios. Bis geklärt ist, wie der Bund das Digitalradio DAB+ in Zukunft subventionieren will, wird es wohl auch nicht zügiger vorwärts gehen. Zu gross sind die Unsicherheiten bei den Veranstaltern.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

10.04.19 - Entflechtung von digris Gleichkanalbelegungen auf 10A
Wie uns heute mitgeteilt wurde, wird das an dieser Stelle bereits mehrmals erwähnte digris Kanal 10A-Desaster bereits in Kürze entflochten. Ein echter Meilenstein! Für die DAB-Insel Biel-Solothurn konnte digris nun den Kanal 10D erhalten, sodass sich künftig die Inseln Bern und Biel-Solothurn nicht mehr in die Quere kommen sollten. Kanal 10D wird von digris auch bereits für Genf und das Unterwallis eingesetzt. Diese Sendestandorte befinden sich jedoch deutlich ausser Reichweite.

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Die weitreichenden Versorgungsgebiete der digris DAB-Inseln Biel-Solothurn und Bern zum Vergrössern!

Dies heisst aber auch, dass die Antennendiagramme angepasst werden und neue Baugesuche gestellt werden müssen. Für digris bedeutet das zusätzliche, unnötige Mehrkosten, welche man von Beginn an hätte vermeiden können, wenn man auf die Interventionen des Netzbetreibers gehört hätte. Mit dieser Entflechtung ist auf den Strecken der A6 zwischen dem Grauholz und Lyss mit deutlichen Empfangsverbesserungen zu rechnen, aber auch auf der A1 in Richtung Kirchberg. In Teilen des Seelandes werden sich jedoch die Inseln Bern und Neuchâtel-Yverdon nach wie vor in die Quere kommen. Hier ist die Situation aber nicht so akut. Insgesamt werden die Gebiete zwischen Burgdorf, Lyss und Meikirch merklich von diesen Massnahmen profitieren. Wann die Umschaltung genau vorgenommen wird, steht noch nicht fest.

Zur DAB-Insel Fribourg, ebenfalls auf Kanal 10A, gibt es demnächst ebenfalls News, diese sind aber momentan noch nicht spruchreif.

Internet: http://www.digris.ch

04.04.19 - Grenzwertiges an der italienischen Grenze
Es ist immer wieder interessant Sendestandorte aufzusuchen und die technischen Installationen zu begutachten. Besonders spannend wird es natürlich im Ausland, wo alles ein bisschen lockerer geregelt ist als in der durchorganisierten Schweiz. Oftmals bekommt man da jedoch haarsträubende Sachen zu Gesicht, besonders wenn man im südlichen Nachbarland, Italien, unterwegs ist. Vor einiger Zeit haben wir bereits vom eindrücklichen Senderberg Valcava berichtet, welcher mit Strahlungsleistungen von bis zu 200'000 Watt die ganze Poebene mit DAB+ und UKW Programmen versorgt. Diese riesigen Sendeanlagen wirken fachmännisch erstellt, betrieben und gut kontrolliert.

valcava sender 01

Sendemasten auf Valcava. Fotos: S. Grünig, Krattigen.

Interessant ist es nun aber, sich den Sendeanlagen nahe der Schweizer Grenze zu widmen, besonders weil man dort das “Füfi” eher gerade sein lässt. Zudem betreibt der Schweizer Netzbetreiber digris seit einiger Zeit DAB+ Sendeanlagen, nur einen Sprung von der Grenze entfernt, um das Tessin zu versorgen. Grund dafür ist ein unsägliches Gesetz, wonach im Tessin ein neuer Sender nur on Air gehen darf, wenn dafür ein anderer abgeschaltet wird. Die Bewilligungsverfahren für neue Sendeantennen sind also sehr kompliziert und langwierig. Sicherlich spielen dabei aber für digris auch die günstigeren Verbreitungskosten eine Rolle.

DAB-Swiss hat sich in den vergangenen Monaten diesen grenznahen Anlagen gewidmet und vor Ort einen Augenschein genommen. Es geht dabei konkret um die Standorte Monte San Marzio bei Ponte Tresa, um San Bartolomeo bei Canobio und um den Monte Orsa bei Stabio (Inbetriebnahme folgt 2019). Zudem will digris noch eine Anlage mit niedriger Sendeleistung am gut gelegenen Grenzstandort Sighignola in Betrieb nehmen, jedoch knapp auf Schweizer Boden und nur mit weniger als 10 Watt Leistung.  Eines fällt bei allen drei italienischen Standorten auf:  die UKW- und TV-Anlagen wirken mit ihren Kabelverhängen und dem riesigen Antennenwirrwarr sehr improvisiert und «gebastelt». Die an den Masten angebrachten Antennen von dirgis wirken dagegen geradezu gepflegt.

Zu den einzelnen Standorten, mit Bildern zum Vergrössern:

Monte San Marzio

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Nach einer schier unendlichen, kurvenreichen Fahrt durch ausgedehnte Wälder, fanden wir diese Anlage tatsächlich und mussten schmunzeln. Es handelt sich dabei um eine typisch italienische Sendeanlage mit Kabelverschlägen, viel geordnetem Chaos und einem unglaublichen Antennenwald. Trotzdem konnten wir herausfinden, welches die vertikal polarisierte digris Doppelantenne für den Kanal 10C ist. Sie befindet sich beinahe zuoberst auf dem Antennenmast.  Gesendet wird hier mit einer Leistung von 2'000 Watt, vertikal. Der eigentlich recht gute Standort wird jedoch in Richtung Lugano und Melide vom Massiv des San Salvatore verdeckt und eignet sich somit nur begrenzt für das Sottoceneri.

San Bartolomeo

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Diese Anlage hier ist das wohl speziellste, was uns bis jetzt begegnet ist. Und das Verrückte ist, dass der Schweizer Netzbetreiber dirgis von hier aus sein DAB+ Ensemble Sopraceneri auf Kanal 10C ausstrahlt, ab italienischem Boden, unweit von der Grenze. Nach einem kurzen, aber steilen Aufstieg zu Fuss, hatten wir die Anlage mitten im Dickicht auch schon gefunden. Erst kürzlich wurde hier wohl ziemlich rigoros ausgeholzt, um wenigstens in der sogenannten «Fresnel-Zone» die Dämpfung durch die üppige Vegetation ein Wenig zu minimieren. Zwischen den zwei Sendemasten steht ein Lotterhüttchen aus Stein, in welchem sich die Sender verbergen. Als Stromzuleitung dient eine improvisierte, bedrohlich windschiefe Freileitung und überall hängen Kabel herum. Antennen, mal schräg, mal gerade, zeigen in alle Himmelsrichtungen. Ein paar marode Richtfunkantennen tun wohl ihren Dienst auch noch bis zum nächsten Sturm. Ganz oben auf dem grösseren Mast, die zwei blitzblanken DAB+ Antennen von digris, mit einer Leistung von 4'200 Watt, vertikal. Unglaublich, dass das überhaupt funktioniert. In der Schweiz würde eine solche Anlage nie und nimmer zugelassen, doch nur wenige Meter von der Grenze entfernt herrscht absoluter, unkontrollierter Wildwuchs.

Monte Orsa

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Dieser Standort ist absolut genial gelegen und beherbergt zwei typisch italienische Sendetürme mit Kabelwirrwar, Antennensalat, unzähligen Richtstrahlverbindungen und gut sichtbarer Improvisation. Wenigstens wirkt der obere Mast der RAI etwas professioneller. Selbst wenn digris hier mit stark gerichteten Antennen und Downtilt arbeitet, könnten beinahe das ganze Sottoceneri und grosse Teile Norditaliens bis vor die Tore Mailands versorgt werden. Gesendet soll hier mit 3'500 Watt, vertikal werden. Ohne technische Einschränkungen könnte man von hier aus locker bis hinunter nach Alessandria senden. Auffallend übrigens auch hier wieder die zahlreichen Antennen mit italienischen UKW-Programmen. Insgesamt aber ein Traum von einem Sendestandort, wie die Bilder mit der Aussicht in Richtung Lugano, Luganersee und Mendrisio, Chiasso zeigen. Ein Inbetriebnahme Termin von dirgis ist momentan noch nicht bekannt, sollte aber noch im Jahr 2019 erfolgen.

Zusammengefasst: drei sehr interessante Standorte “ennet” der Grenze mit attraktiven Versorgungsmöglichkeiten via DAB+. Aber: andere Länder, andere Sitten, auch bei der Infrastruktur.

Willkommen in Italien, im wilden Westen des Rundfunks.

Bericht nachträglich angepasst!

03.04.19 - Es geht vorwärts mit dem DAB+ Ausbau in Deutschland
Erst in der letzten Woche überschlugen sich die Neuigkeiten betreffend eines 2. nationalen DAB+ Ensembles (2. Bundesmux) in Deutschland, nachdem dieses aufgrund eines komplizierten Rechtsstreites lange Zeit blockiert war. Die folgende Pressemeldung hat der künftige Veranstalter herausgegeben:

Antenne Deutschland GmbH & Co. KG, ein Konsortium der Absolut Digital GmbH & Co. KG und der Media Broadcast GmbH, plant den Start des zweiten bundesweit empfangbaren Digitalradioangebots (DAB+) im vierten Quartal 2019. Zur Internationalen Funkausstellung (IFA), vom 06. bis 11. September 2019, ist ein Testbetrieb in Vorbereitung. Das Interesse von Programmmachern und Content Anbietern ist gross. Die zweite bundesweite DAB+ Plattform baut das Radioangebot in Deutschland aus und macht es vielfältiger. So steht den Hörern zum Start ein attraktiver Mix aus bis zu 16 zusätzlichen bundesweiten, neuen und etablierten Programmen in bester digitaler Sound-Qualität zur Verfügung. Antenne Deutschland plant neben der Verbreitung eigener Programme (Absolut Radio) auch Drittanbietern Sendeplätze anzubieten. Hierzu laufen erste Gespräche mit etablierten Hörfunkveranstaltern und weiteren Content Anbietern.

abdeckungskarte bundesmux 2     antenne deutschland logo

Hintergrund des zeitlichen Aufschubs für den Aufbau der Plattform war eine erstinstanzliche Gerichtsentscheidung, die die Inbetriebnahme der Plattform für den zweiten Bundesmultiplex untersagt hatte. Mittlerweile ist diese Entscheidung vom Oberverwaltungsgericht Sachsen aufgehoben worden.

Willi Schreiner, Geschäftsführer Absolut Digital und Arnold Stender, ab 1. April 2019 Geschäftsführer Media Broadcast, erläutern als Geschäftsführer von Antenne Deutschland die Entscheidung für die Aufnahme des Plattform- und Sendebetriebs: „Gemeinsam mit dem OVG Sachsen sind wir der Auffassung, dass die Nutzung der zugewiesenen Plattformfrequenzen von grosser gesellschaftlicher Relevanz ist. Ihr jahrelanges Brachliegen wäre unverantwortlich gegenüber Hörern, Programmanbietern und dem digitalen Radiostandort Deutschland.“ Stender und Schreiner fahren fort: „Digitalradio ist attraktiver denn je. Die Nachfrage von Radiomachern und Content Anbietern nach den begrenzten DAB+ Sendeplätzen ist aktuell sogar höher als zum Zeitpunkt der Zuweisung der Lizenz Ende 2017. Programm- und Content Anbieter wissen: Es handelt sich hier um die letzten bundesweit verfügbaren Sendeplätze für terrestrisches Radio."

Von Beginn an soll eine Indoor-Versorgung von 80,4 Prozent und eine Abdeckung der Autobahnen von 90,1 Prozent erreicht werden. 71 Sendeanlagen gehen dafür on Air. In der Schweiz wird davon wohl nur der Osten profitieren. Mit den Sendern Donaueschingen und Ravensburg werden Teile des Thurgaus und von St. Gallen versorgt, während das neue Angebot im Rheintal noch nicht ausgebaut wird und somit ein Empfang in Basel oder dem nördlichen Aargau nicht möglich sein wird. Gefunkt wird im Süden Deutschlands voraussichtlich auf Kanal 8C. Später möchte man auf dem ganzen Bundesgebiet auf Kanal 5A wechseln.

Grafik vergrössern!     Grafik vergrössern!

Grafiken zum Ausbau des 1. Nationalen DAB+ Ensembles zum Vergrössern. Quelle: MediaBroadcast.

Eine Empfangsverbesserung auf Schweizerischem Territorium zeichnet sich jedoch mit der Inbetriebnahme von zwei neuen Sendern für das 1. nationale DAB+ Ensemble (1. Bundesmux) aus Deutschland ab. Im 2. Quartal 2019 sollen für Kanal 5C der Sender Pfänder (Österreich) mit einer Sendeleistung von2'000 Watt, vertikal und im 3. Quartal der sehr günstig gelegene Blauen mit 5'000 Watt, vertikal on Air gehen. Auch der Südwestrundfunk (SWR) plant eine weitere Verdichtung seines DAB+ Netzes auf den Kanälen 8A und 8D, wie kürzlich bekannt gegeben wurde.

21.03.19 - Zwei neue DAB+ Programme für das Tessin
Auf digris DAB+ Kanal 10C, Sopra- und Sottoceneri (Tessin) sind ab sofort zwei neue Programme on Air. Einerseits das italienische Privatradio RTO, welches das Tessin schon seit langer Zeit via UKW versorgt und andererseits das Innerschweizer Radio Central. Dieses kann nun entlang der Autobahn A2 durch die ganze Zentralschweiz, im Gotthardtunnel und im Tessin, bis fast hinunter nach Milano ohne Unterbruch gehört werden.

radio central logo 2019     radio rto logo

Damit die Versorgung dieser Strecke auch klappt, nimmt digris in kürze einige low power Sender entlang der wichtigsten Tessiner Verkehrswege in Betrieb. Diese werden nicht stärker als 10 Watt senden und sind daher von der Tessiner Regelung ausgeschlossen, wonach für jeden neuen Sender ein alter ausser Betrieb genommen werden muss. Ziel von digris ist es, in der Südschweiz ohne komplizierte, langwierige Bewilligungsverfahren schnellstmöglich eine flächendeckende Outdoorversorgung herbei zu führen.

Internet: http://www.digris.ch

Zur Webseite von Sunradio

07.03.19 - In Frankreich sind die Anbieter auf den nationalen Ensembles jetzt bekannt
Jetzt gilt’s ernst, in unserem Nachbarland Frankreich. Gestern wurden die 18 privaten und 6 öffentlich-rechtlichen Anbieter bekanntgegeben, welche ab dem 1. Quartal 2020 die nationalen DAB+ Ensembles belegen werden. Grosse Überraschungen sind nicht dabei, aber dennoch handelt es sich dabei um eine grosse Vielfalt, welche da künftig flächendeckend terrestrisch ausgestrahlt wird, als Ergänzung zu den lokalen Ensembles.

frankreich lavendel     frankreich eiffelturm

Fotos: S. Grünig, Krattigen und Pixabay.

Privat:

Air Zen (SARL Air Zen Radio)
BFM Business (SAS Business FM)
BFM Radio (SAS Newco G)
Chérie (SAS Chérie FM)
Europe 1 (SAM Lagardère Active Broadcast)
Fun Radio (SA SERC)
Latina (SAS Latina France)
M Radio (SARL M Radio DAB)
Nostalgie (SAS Radio Nostalgie)
NRJ (SAS NRJ)
Radio Classique (SAS Radio Classique)
RFM (SAS RFM Entreprises)
Rire et Chansons (SAS Rire et Chansons)
RMC (SAM Radio Monte-Carlo)
RTL (SAS RTL France Radio)
RTL 2 (SA SODERA)
Skyrock (SA Vortex)
Virgin Radio (SAS Europe 2 Entreprises)

Öffentlich-rechtlich:

France INTER
France CULTURE
France INFO
FIP
MOUV’
France MUSIQUE

Leider leer ausgegangen sind bei der Verteilung unter anderen die Programme Chante France, Ouï FM, Génerations, Jazz Radio oder Sun Radio.

Nun muss nur noch ein geeigneter Netzbetreiber gefunden werden, dann kann der Aufbau bereits losgehen. Durch das ganze Land wird auf verschiedenen Kanälen gesendet, wie die folgenden Abdeckungskarten zum Vergrössern zeigen.

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

In den Grenzgebieten wird von diesen nationalen Ensembles sicher auch in der Schweiz etwas zu hören sein, obwohl der Vollausbau nicht bereits ab 2020 erwartet werden kann. Bei nur gerade zwölf Anbietern pro Ensemble darf auf jeden Fall schonmal mit attraktiven Übertragungsraten gerechnet werden, vielleicht ab 80 kbit/s aufwärts. DAB+ hat sich nun also auch in Frankreich definitiv durchgesetzt, während dessen die Regierung in Spanien unverständlicherweise keinen weiteren DAB+ Ausbau beschlossen hat. Dort sendet das «alte» DAB nach wie vor nur in Madrid und Barcelona.

05.03.19 - Für den Empfang von «DAB+ Cable» muss nicht mehr das Radiogerät ersetzt werden
Sehr ärgerlich ist es, wenn der terrestrische DAB+ Empfang in den eigenen vier Wänden zu schwach ist oder in einem Mehrfamilienhaus die Nachbarschaft den Empfang beispielsweise mit billigen LED-Leuchten zerstört. Ein Phänomen, welches besonders in städtischen Gebieten unzählige Radiobenutzer verärgert. Bei den SRG Kanälen 12A, 12C und 12D ist dies mittlerweile in grossen Teilen der Schweiz kein Problem mehr, aber die oftmals mit schwachen Leistungen sendenden Ensembles von SwissMediaCast (SMC) oder digris werden leider zu stark abgeschirmt.

sumadab 01

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In den Agglomerationen präsentiert sich jedoch meistens die Kabelversorgung gut ausgebaut, sodass man sich die DAB-Vielfalt aus dem Kabel, beispielsweise der UPC, «fischen» kann. UPC (künftig Sunrise) verbreitet derzeit in all seinen Netzen 70 vorwiegend inländische Programme im DAB+ Standard, wenn leider auch mit etwas gar tiefen Bitraten. Doch was für eine Enttäuschung: der eigene, bereits bestehende Radioempfänger bleibt stumm, da im Kabel in einem anderen, höheren Frequenzbereich gesendet wird. Da hilft nur der Kauf eines für «DAB+ Cable» geeigneten Radiogerätes oder neuerdings die einfachste Lösung der Firma Sumatronic AG. Diese, auf Radioequipment spezialisierte Schweizer Firma bietet einen Konverter (SumaDAB) an, welcher nach einfach erfolgter Installation die DAB+ Cable Programme auf jedes Radiogerät mit einer Antennenbuchse bringt. Die Stromversorgung erfolgt dabei entweder via USB-Anschluss oder 230V Steckdose. Der Adapter ist gemäss Hersteller jetzt in allen grösseren Verkaufsmärkten verfügbar und kostet durchschnittlich Fr. 138.00.

Mehr interessante Informationen dazu finden sich in folgenden beiden, uns zur Verfügung gestellten, PDF-Dokumenten:

DAB+cable Adapter Verkaufsinformationen
DAB+cable Adapter SumaDAB

Internet: https://sumatronic.ch/dab-cable-adapter

28.02.19 -Radio Luzern Pop sendet neu auf SMC-Kanal 7A für die Nordschweiz
Kein Fasnachtsscherz: Radio Luzern Pop aus dem Hause Radio Central (Spirig - Neue Medien Zentralschweiz), sendet seit heute auch auf SwissMediaCast Nordschweiz DAB+ Kanal 7A und ist somit in grossen Teilen der Deutschschweiz zu empfangen. Als Übertragungsrate wurden 64 kbit/s gewählt, wie bei allen SMC-Programmen. Ob die bisherige Übertragung auf digris Kanal 5D (Luzern-Zug-Nidwalden) beibehalten wird, ist fraglich.

radio luzern pop fasnacht logo

Offensichtlich scheint sich da ein grösseres Projekt anzubahnen. Gemäss Aussage von Alfons Spirig, will man damit das beliebte SRG-Spartenprogramm, Swiss Pop angreifen.

26.02.19 - Digitalradio DAB+: Wie sag’ ich’s meinem Kinde?
Noch immer scheinen die schönsten Umzugskampagnen, teuer finanziert vom Bund, nicht wirklich Früchte zu tragen. DAB+ ist in den Schweizer Köpfen noch nicht wirklich angekommen, auch wenn Netzabdeckung, Sendervielfalt und Qualität einigermassen stimmen und die Hörerzahlen langsam ansteigen. Doch an was liegt es, dass in so mancher Wohnung, auf mancher Baustelle und in so vielen Büros noch immer gemütlich UKW vor sich hin dudelt? Wir haben den Test in unserem Umfeld gewagt und waren, gelinde gesagt, etwas schockiert!

ukw vs dab+

Fallbeispiel 1: Das befreundete, bereits etwas ältere Ehepaar, haben wir auf Sunradio und seine monatliche Livesendung angesprochen. Sofort bemerkten wir die Unsicherheiten, welche in folgender Aussage gipfelten: «Wir haben einen UKW und einen DAB+ Radio im Haus. Auf dem DAB+ Gerät läuft DRS 1 (!!!) und auf dem UKW-Radio haben wir Radio BeO eingestellt, da dieses ja nicht auf DAB+ zu empfangen ist. Wir haben keine Ahnung, wie man da Sunradio finden würde!» Nach einer kurzen Fassungsphase erklärten wir den beiden dann, dass Radio BeO schon seit zwei Jahren rauschfrei über DAB+ sendet, dass DRS 1 schon seit ungefähr 6 Jahren SRF 1 heisst und dass neue Programme jeweils mit einem Sendersuchlauf zu finden seien. Die ebenfalls verblüffende Antwort: «Uii, wir verstellen lieber nichts, sonst finden wir SRF 1 nachher nicht mehr.» Was will man da noch entgegen?

Fallbeispiel 2: Bei meinem Frisör läuft seit ca. 20 Jahren SRF 3 oder Radio BeO auf der alten UKW-Stereoanlage mit der abgebrochenen Stabantenne. Heute, beim Haarschnitt auf Sunradio angesprochen, erhielten wir folgende frustrierende Antwort: «Ach weisst Du, wir wechseln immer zwischen Radio BeO und SRF 3 hin und her, je nachdem, welches Programm gerade weniger rauscht. Ich weiss, man sollte mal ein DAB+ Gerät kaufen, aber dieses kommt leider nicht von selbst in den Laden.» Meine Antwort: «Na ja, bis 2024, wenn UKW spätestens abgeschaltet wird, werdet Ihr es auch noch schaffen auf DAB+ umzuschalten.» Zum heulen...!

Fallbeispiel 3: Beim Töpferkurs läuft zu unserer Freude Swiss Pop auf DAB+. Angesprochen auf Sunradio meint die Töpferin: «Ach, das Radiogerät ist schon so alt und empfängt nur DRS 1 und Swiss Pop, etwas anderes kommt nicht rein und ich habe keine Ahnung von der Bedienung. Wahrscheinlich sind die Wände hier im Keller viel zu dick für andere Programme.» Das hat durchaus was, Kanal 12C kommt nur rein, weil die Sendeleistungen kürzlich drastisch erhöht wurden. Am nächsten Kursabend bringen wir einen Sony DAB+ Empfänger, als Ersatz für das alte Gerät mit der ebenfalls gebrochenen Antenne, mit und siehe da: Sunradio auf dirgis Kanal 6A läuft sogar zwischen den dicken Kellerwänden ohne Probleme und mit 100% Signalqualität. Die Töpferin ist begeistert und möchte das Gerät gleich behalten.

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Noch immer finden sich landein, landaus solche “vorsintflutlichen” UKW-Radiogeräte in Hotelzimmern und Büros. Dabei sind einfache DAB+ Radios heute mehr als erschwinglich! Fotos: S. Grünig, Krattigen

Fazit: Trotz mittlerweile einfach zu bedienenden Geräten, grosser Sendervielfalt auf DAB+, den jahrelangen Aufklärungsanstrengungen von DAB-Swiss im Internet und mit viel Geld angelegten Imagekampagnen und Umzugslogans, ist die Hemmeschwelle für einen Umstieg auf DAB+ in der Schweiz beim Durchschnittsbürger immer noch viel zu gross. Man hört zwar sehr gerne Radio, wenn, dann aber immer dieselben gewohnten Sender, ohne einmal etwas Neues auszuprobieren und wehe, wenn man am Radiogerät etwas «rumdrücken» sollte. Einmal eingestellt, immer eingestellt! So kommt die neue Radiotechnologie wirklich auf keinen grünen Zweig. Einzig hilfreiche Methode wäre wirklich die baldige Abschaltung von UKW, um die Bürger aus der gewohnten «Radio-Komfortzone» zu holen und für mehr Sendervielfalt ohne Rauschen zu begeistern. Radiohören will jeder, aber wenn’s ja läuft, braucht man schlichtweg nichts Neues! Wichtig wäre dabei auch, den Konsumenten zu erklären, wie einfach die Bedienung mit dem Sendersuchlauf tatsächlich ist und vielleicht würde es auch durchaus Sinn machen, diese auf all den verschiedenen Geräten ein Wenig zu normen, wie beim UKW-Band mit der liebgewonnenen Anzeige zwischen 87,5 und 108,0 MHz. Wüssten die Hörer erstmal wie so ein DAB+ Gerät bedient werden müsste, fänden sie ganz sicher auch Freude daran und würden sogar mal andere Programme testen.

Kurz: Gegen die angestammte Trägheit der Menschen (ausser ein paar Radiofreaks) kommt keine auch noch so gute Kampagne an. Da hilft nur die «Holzhammermethode» eines baldigen UKW-Ausstieges. Erst dann wird man sich neu orientieren und seine Programme künftig digital konsumieren, wahrscheinlich sogar ohne grossen Widerspruch.

Stefan Grünig, Betreiber DAB-Swiss

21.02.19 - Planungen und Verhandlungen von SwissMediaCast (SMC)
Auch bei Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) laufen diverse Arbeiten im Hintergrund, wie uns heute bekannt gegeben wurde. Für das 2. Deutschschweizensemble auf Kanal 7B ist der Inbetriebnahmetermin von Sommer 2019 immer noch realistisch. Man beschäftigt sich momentan intensiv mit der Netzplanung und verhandelt mit Swisscom Broadcast für eine günstigere Verbreitung. Die Gespräche mit allfälligen Anbietern kommen soweit gut voran.

swissmediacast neues logo 2018-1

Für das Tessin ist ebenfalls eine Entscheidung gefallen: nachdem Italien angeblich Einsprache gegen die SRG Antennensysteme eingereicht hat, wird SMC auf eigene, einfachere Antennen setzen um schneller und auch günstiger zum Ziel zu kommen. Der Plan ist es, im Oktober 2019 mit 10 Sendern «on air» zu gehen. Die Nachfrage nach DAB+ Kapazitäten in der Südschweiz ist ungebremst hoch.

Interessant übrigens, dass Italien sich gegen Schweizer Frequenzen wehrt, wo doch gerade dieses Land ohne Leistungsbegrenzung gegen oben und einem unglaublichen Senderwildwuchs nahe der Grenzen seit eh und je stark in die Nachbarländer einstrahlt!

Internet: http://www.swissmediacast.ch

20.02.19 - digris investiert in die Südschweiz und Norditalien
Heute hat Netzbetreiber digris mit dem Ausbau seiner DAB+ Versorgung des Tessins (Sotto- und Sopraceneri) auf Kanal 10C begonnen, wie auf facebook berichtet wird. Einerseits geht es dabei um den sehr gut gelegenen Standort Monte Orsa, welcher bis vor die Tore Mailands reichen dürfte und auch Chiasso optimal versorgt. Gesendet soll hier mit einer Leistung von 3'500 Watt, vertikal werden. Ebenfalls sollen Lugano, Melide und Mendrisio mit dem Standort Sighignola, ebenfalls auf italienischem Boden gelegen, besser versorgt werden. Bei diesem Senderstandort ist die Leistung momentan noch unbekannt. Voraussichtlich reicht sein Signal aber bis ins Gebiet von Alessandria (I).

Nachträglich haben wir auch noch erfahren, dass ebenfalls beim Sender für Bellinzona, Cadenazzo-Sant' Antonino (Monte Ceneri Nordrampe), an A2 und Gotthardbahnlinie, Baustart war. Die Antenne befindet sich auf einem Betriebsgebäude der SBB. Damit versorgt digris künftig auch diese Agglomeration besser. Es fehlt noch der neue Standort für Airolo, an der Gotthard-Passstrasse (del Buco), welchen die Leute von digris heute aufgrund des Schnees nicht erreichen konnten.

Karte vergrössern!     Karfte vergrössern!

Die Abdeckungskarte der Südschweiz und von Norditalien, mit den künftigen fünf Sendern (grösserer und kleinerer Massstab).

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Die typisch italienische Sendeanlage auf dem Monte Orsa, mit viel Antennenwirrwarr und die Aussicht von der Grenze in Sighignola. Fotos: digris, facebook.

Damit setzt digris seine Strategie fort, die Schweizer Grenzgebiete möglichst mit nahe gelegenen Standorten ab ausländischem Boden zu versorgen. Dadurch können Kosten gesenkt und viel Papier eingespart werden. Auffallend auch, die künftige, gute Versorgung bis weit in die italienische Poebene hinein. Darüber werden sich vorallem Pendler zwischen der Schweiz und Italien freuen.

Mit all diesen neuen Sendern deckt digris die wichtigsten Verkehrsachsen unseres südlichsten Kantons künftig beinahe perfekt ab. Die genauen Inbetriebnahmetermine sind noch nicht bekannt.


Internet: http://www.digris.ch

20.02.19 - Fast 4.2 Millionen DAB+-Radios verkauft - UKW-Konsum sinkt auf 18 Prozent
Bis Ende 2018 sind in der Schweiz 4.19 Millionen DAB+-Radiogeräte verkauft worden. Mittlerweile empfangen zwei Drittel aller Schweizerinnen und Schweizer ihre Radioprogramme auf digitalem Weg, während nur noch 18 Prozent der Bevölkerung ausschliesslich UKW hört. Gemäss den dem BAKOM vorliegenden Studien ist auch der Anteil der mit DAB+-Radios ausgerüsteten Fahrzeuge im vergangenen Jahr stark angestiegen.

Der Trend zu Digitalradio setzt sich weiter fort: Laut der halbjährlich im Auftrag des BAKOM und der Arbeitsgruppe Digitale Migration (AG DigiMig) vom Forschungsinstitut GfK erhobenen Zahlen nutzten die Schweizerinnen und Schweizer von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 64 Minuten auf digitalem Weg. 33 Prozent entfallen dabei auf DAB+ und 31 Prozent auf Internet, Kabel- oder IP-TV-Netze. Die analoge UKW-Nutzung ist bei sinkender Tendenz zwar mit 36 Prozent weiterhin am Höchsten; allerdings beträgt der Anteil jener, die im Jahr 2018 ausschliesslich UKW hörten, nur noch 18 Prozent, gegenüber 24 Prozent im Vorjahr.

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Im Jahr 2018 wurden 286'200 DAB+-Radios verkauft. Hinzu kommen 303'000 Radios, die 2018 in den Fahrzeugen bereits standardmässig eingebaut waren oder nachgerüstet wurden. Gemäss den halbjährlich durchgeführten Erhebungen von GfK bei nahezu allen Elektronikfachgeschäften sind somit seit 2000 insgesamt 4'190'455 DAB+-Geräte verkauft worden.

Gemäss BAKOM-Erhebungen ist der Anteil der Neufahrzeuge, die standardmässig über einen DAB+-Empfang verfügen, 2018 noch einmal stark angestiegen und liegt nun bei 91 Prozent, gegenüber 85 Prozent im Vorjahr. In der Schweiz ist die ab Ende 2020 in der Europäischen Union geltende Bedingung somit bereits nahezu erfüllt, wonach jedes neue Personenfahrzeug DAB+-fähig sein muss. Der Umstand, dass in der Schweiz immer mehr Autos mit DAB+ unterwegs sind, macht sich auch immer stärker in der Nutzung bemerkbar. So erfolgten im Herbst 2018 von 100 im Auto gehörten Radiominuten bereits 40 via DAB+, was einer Verdoppelung des DAB+-Anteils innerhalb von drei Jahren entspricht.

Die Radiobranche plant, bis spätestens Ende 2024 die analoge Radioverbreitung über UKW schrittweise aufzugeben und stattdessen DAB+ als Hauptverbreitungstechnik zu nutzen. Um diesen Umstieg zu begleiten, lancierte das BAKOM 2017 eine Informationskampagne. Seit 2017 laufen im Radio, Fernsehen, Print und auf Plakaten vielfältige Informationsaktionen zu "Radio zieht um".

09.02.19 - Bekanntgabe des UKW-Ausstiegstermins angeblich am SwissRadioDay 2019
Das Medienportal SatelliFax berichtete letzte Woche: «Die Schweiz steigt aus dem analogen UKW-Hörfunk aus - zugunsten des moderneren und leistungsfähigeren Digitalradios DAB+. Die Schweizer werden in diesem Jahr erfahren, wann sie spätestens ihre alten UKW-Empfänger zum Elektroschrott befördern müssen. Wie Philippe Zahno, Präsident des Privatradioverbands Radios Régionales Romandes, bekannt gab, soll das definitive Ausstiegsdatum am 29. August auf dem SwissRadioDay in Zürich präsentiert werden. Zuletzt war ein Ausstieg zum 31. Dezember 2024 im Gespräch.»

Zuletzt ging die Diskussion jedoch auch um des Jahr 2021, wie René Wehrlin vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) an einem Branchenevent im vergangenen Jahr bekanntgab. Hinter den Kulissen tobt der Krieg um dieses Abschaltdatum, wie wir aus Insiderkreisen wissen. Die SRG will so schnell als möglich aussteigen, um den teuren Parallelbetrieb bald zu beenden und die Privatradios möchten der Termin so lange als möglich hinauszögern, aus Furcht vor Hörereinbussen. Sicher ist jedoch, dass ein Parallelbetrieb auf längere Zeit niemandem dient und bloss unnötige Kosten verursacht.

08.02.19 - Die SRG prüft den Verkauf Ihrer Musikspartenprogramme
Wie das Medienportal «Kleinreport» kürzlich berichtete, prüft die SRG momentan den Verkauf der beliebten Spartenmusiksender Swiss Pop, Swiss Classic und Swiss Jazz. Mit ihrer neuen Konzession kann die SRG selber entscheiden, ob sie Spartenprogramme anbieten will oder nicht. Von diesen erweiterten Befugnissen, gültig seit dem 1. Januar 2019, macht die SRG-Spitze nun offensichtlich Gebrauch: es laufen Gespräche über einen Verkauf des Spartensenders Radio Swiss Pop, meldete am Dienstag zuerst die Konsumentenzeitschrift «Saldo». Gemäss einem Sprecher ist aber noch alles offen. Am 4. März 2018 schrieb die SRG in einer Mitteilung, man sei bereit für Kooperationen mit privaten Medien «bezüglich des Betriebs der Musiksender Swiss Pop, Swiss Jazz und Swiss Classic».

radio swiss pop logo 2014     radio swiss classic logo 2014     radio swiss jazz logo 2014

Die Ausrichtung der Programme Swiss Pop, Swiss Jazz und Swiss Classic inklusive dem hohen Anteil an Schweizer Musik (jeweils mehr als 50 Prozent) soll jedoch erhalten bleiben. Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz bespielen ein Nischenpublikum, sie zu vermarkten wäre schwieriger. Radio Swiss Pop erreichte auf dem Hörermarkt gemäss SRG-Jahresbericht im Jahr 2017 einen Anteil von 2,7 Prozent, Radio Swiss Classic erzielte einen Marktanteil von 1,3 Prozent und Radio Swiss Jazz 0,5 Prozent (24 Stunden, Montag bis Sonntag). Ohne Werbung und Moderation ist Radio Swiss Pop als Hintergrundkulisse in Warenhäusern oder in Gasthäusern beliebt. Private Anbieter kritisieren den Service-public-Sender, dass er den Wettbewerb verzerre, und zwar mit seiner Ausrichtung auf Pop-Musik in einem Kernbereich der Privatradios.

Gemäss uns vorliegenden Informationen müsste sich ein allfälliger Käufer dazu verpflichten, die Angebote für die nächsten drei Jahre im selben, schweizweiten DAB+ Sendegebiet und mit denselben Programminhalten weiterzuführen.

Der Kommentar:
Bei allem Verständnis für die privaten Anbieter, welche offensichtlich von Existenzängsten geplagt werden, aber dieser Verkauf wäre eine Klatsche ins Gesicht der Schweizer Stimmbürger. Über 70% wünschen sich nach wie vor eine starke, vielseitige SRG, wie sie bereits heute besteht. Nach der deutlich abgelehnten NoBillag Initiative sind diese Pläne sicher nicht im Sinne der Abstimmungsgewinner und macht der Verkauf aus unserer Sicht keinen Sinn! Die Programme sind aus dem ehemaligen Telefonrundspruch entstanden und haben durchaus ihre Daseinsberechtigung als DAB+ Zugpferde. Es darf auch angezweifelt werden, ob sich private Anbieter eine solch’ grossflächige Abdeckung leisten und die Qualität halten könnten. Wenn man sieht, was da sonst im privaten Bereich tagtäglich für seichte Mainstreamkost gesendet wird, dann wäre da nicht allzu viel zu erwarten. Gesamtschweizerisch gesehen, sind die Hörerzahlen der drei Spartenprogramme zudem nämlich gar nicht so schlecht.

02.02.19 - Zentralschweiz: Bereicherung des Radioangebotes oder jeder gegen jeden?

Eine Betrachtung von Stefan Grünig.

Normalerweise ist es erfreulich, wenn in einer Region neue Radioangebote on Air gehen. In der Zentralschweiz ist momentan jedoch nicht alles Gold was glänzt. Zudem wäre es eine echte Bereicherung, wenn etwas neues versucht würde, das sich von den bisherigen Angeboten abhebt.

Nachdem zuerst Roger Givel den Start seines Programmes «Radio Lozärn» auf digris DAB-Kanal 5D, Luzern-Zug-Nidwalden» mit einem revolutionären Konzept angekündigt hatte, dauerte es nicht lange, bis auch die «NMZ Neue Medien Zentralschweiz AG" von Roman und Alfons Spirig ein neues Projekt, mit beinahe dem selben Namen und Musikkonzept vorstellte. Die NMZ betreibt bereits Radio Central, das stark unter Hörerschwund leidende Sunshine Radio und den Volksmusiksender Eviva. Gemäss einem Artikel in der Luzerner Zeitung haben die beiden Angebote «Radio Lozärn» und «Radio Luzern Pop» absolut nichts miteinander zu tun. Vordergründig «freut man sich über die Medienvielfalt in der Region», hintergründig werden die Spielchen jedoch langsam dreckig. Da soll von Seiten NMZ AG die SRG mit Ihrem beliebten Angebot «Swiss Pop» frontal angegriffen werden, aber auch das bewährte und erfolgreiche «James FM» aus Zug, was man so offiziell natürlich tunlichst nicht erwähnt. Diesbezüglich laufen im Hintergrund offensichtlich auch Prozesse, welche die NMZ AG nicht gerade in einem guten Licht erscheinen lassen. Die ungeliebten Mitbewerber werden sowohl technisch als auch auf dem Markt zunehmend behindert.

radio luzern pop logo

Auch wenn öffentlich das Gegenteil behauptet wird fürchtet da wohl jemand, noch mehr Hörer zu verlieren und greift die Mitbewerber an, anstatt an der eignen Programmqualität zu arbeiten. Wenn man beispielsweise denkt, was vom ehemaligen, wirklich abwechslungsreichen Radio Sunshine heute übriggeblieben ist: nur noch seichte Moderation mit den ewiggleichen Mainstreamhits und einer winzigen Musikrotation. Ob da dieser Luzern-Pop-Angriff auf die SRG mit den klanglich ziemlich traurigen 48 kbit/s Übertragungsrate auf digris Kanal 5D wirklich Sinn macht, sei dahingestellt. Sicher ist: die Radiolandschaft in der Zentralschweiz präsentiert sich langsam ziemlich verwirrlich und schliesslich hat sich im eher jüngeren Bereich auch Radio Pilatus in der Region sehr gut etabliert. Unverständlich, warum noch einmal zwei neue, praktisch identische Angebote starten, mit der Musikausrichtung der besten Songs der 80er bis heute. «Radio Lozärn» des rundfunkbegeisterten Roger Givel mag ja noch nachvollziehbar sein und eine Bereicherung darstellen, aber «Radio Luzern Pop» erscheint da wirklich in einem zwiespältigen Licht, auch wenn man damit die einheimische Musikszene fördern möchte.

Man darf gespannt sein, welche Angebote nach Wegfall der Technologieförderungsgelder des Bundes schlussendlich noch on Air sein waren. Sicher ist: wer etwas Neues wagt, sich vom Mainstream abhebt und Radio mit Herzblut macht, hat die grösste Daseinsberechtigung und die besten Chancen! Und noch etwas: wer gedenkt die SRG und ihre Programme anzugreifen sollte nicht vergessen, dass bei der NoBillag Initiative über 70% der Stimmbürger zu Gunsten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gestimmt haben und somit mit den bisherigen Angeboten zufrieden sind!

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30.01.19 - Zwei neue Programme starten auf den digris DAB-Inseln
Am 01. Februar 2019 starten auf den digris DAB-Inseln wiederum zwei neue Radioangebote. Einerseits handelt es sich um "RedLine Radio" aus Lausanne, welches auf DAB+ Kanal 10A Neuchâtel-Yverdon zu hören sein wird. Das teilweise moderierte Vollprogramm klingt rockig, mit aktuellen Hits.

redline radio logo      radio lozärn logo

Andererseits startet "Radio Lozärn" von Radiomacher Roger Givel auf Kanal 5D Luzern-Zug-Nidwalden. Das Programm beschreibt sich selbst wie folgt: «Radio Lozärn ist ein 24 Stunden Hit-Musik-Programm mit Songs von den 80ern bis heute. Initiator Roger Givel spricht vom perfekten Soundtrack für den Alltag. Redaktionell wird das Radio für die Luzerner mit Freizeit- und Gastro-Tipps ergänzt.»

Wie es aussieht, will auch Sunshine Radio aus dem Hause Radio Central (Alfons Spirig) auf derselben DAB-Insel ein weiteres Programm mit dem Namen «Radio Luzern Pop» starten. Dessen Starttermin ist jedoch momentan noch unbekannt.

Erfreulich, wie die DAB-Inseln von digris in letzter Zeit mit neuen, lokalen Musikprogrammen ergänzt werden, welche das Angebot auf DAB+ insgesamt attraktiver und vielseitiger machen.

Internet: https://redlineradio.ch / https://www.radio-luzern.ch

Der Kommentar:
Es scheint als möchten mit den Programmen «Radio Lozärn» und «Radio Luzern Pop», zwei Anbieter in gegenseitige Konkurrenz treten. Während das Konzept von Roger Givel recht gut durchdacht wirkt, macht es den Anschein, dass das Angebot aus dem Medienhaus von Alfons Spirig
eher ein Schnellschuss aus Konkurrenzängsten ist. Die Situation ist verwirrlich und offizielle Kommunikation dazu gibt es keine. Musikalisch werden sich die beiden Programme praktisch nicht unterscheiden, was diese Vermutung noch zusätzlich unterstreicht. Hat der grosse Medienkonzern dermassen Respekt vor einem neuen Anbieter? Komisch auch die Wahl des Schriftzuges von «Radio Lozärn», welcher mit seiner Schrift und Farbe doch sehr stark von James FM «abgekupfert» wirkt. Die Zukunft wird es bringen und man wird sehen, in welche Richtung sich diese Situation entwickelt. Komisch nur, dass auf der DAB-Insel «Luzern-Zug-Nidwalden» eigentlich gar keine Kapazitäten für beide Programme vorhanden sind. Vielleicht müssen dafür die Bitraten empfindlich nach unten geschraubt werden? Fragen über Fragen!

29.01.19 - Neue Sendestandorte für digris-Füllsender beantragt
Bei der deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA) sind in den vergangenen Tagen wieder diverse neue Einträge für die digris DAB-Inseln vorgenommen werden. Diesmal betrifft es gleich verschiedene, bereits bestehende DAB-Inseln, welche mit Füllsendern verbessert werden sollen, sowie die neue DAB-Insel für Freiburg:

Kanal 9D (Zürich)
Baden Baldegg, 620 W, vertikal

Kanal 9D (Oberwallis)
Montana Grand Signal, 4'000 W, vertikal

Kanal 10A (Freiburg) > neu!
Villars sur Glâne Belle Croix, 2'200 W, vertikal

Kanal 10D (Unterwallis)
Vouvry Chavalon, 2'500 W, vertikal

Kanal 10D (Genf)
Petit Salève (F), 5'000 W, vertikal

Abdeckungskarte vergrössern!     digris logo mi 2019-1

Die Abdeckungskarte (zum Vergrössern) der künftigen digris DAB-Insel Freiburg zeigt die Empfangsmöglichkeiten ohne Berücksichtigung von gegenseitigen Auslöschungen auf diesem Kanal.

Diese Anfragen zeigen den Willen von digris, zu einer deutlichen Netzverdichtung, welche dem Empfang in allen Bereichen verbessern sollte. Ungelöst ist jedoch immer noch die Gleichkanalbelegung zwischen den Inseln Bern, Biel-Solothurn, Neuchâtel-Yverdon und Fribourg. Tests vor Ort haben letztes Wochenende eindrücklich gezeigt, wie schwerwiegend die gegenseitigen Auslöschungen schon heute, ohne die Insel Freiburg, sind. In Murten oder Kerzers beispielsweise kann von allen Ensembles keines mehr gehört werden. Gerade der sehr gut und exponiert gelegene Standort ihn Villars wird dieses Problem noch einmal deutlich verschärfen, man beachte die starke Einstrahlung in Richtung Neuenburg.

Montana Grand Signal ist sicherlich eine sehr gute Ergänzung zu Gebidem, für die Oberwallis-Insel und auch das unterste Wallis sollte mit dem Standort Vouvry Chavalon endlich sauber mit Kanal 10D versorgt werden.

Zwischenzeitlich wurde von der BNetzA auch die Sender Visperterminen Gebidem für Oberwallis Kanal 9D bestätigt.

Internet: http://www.digris.ch

24.01.19 - Neues DAB+ Programm aus Frankreich für Basel
Auf digris Kanal 10A für Basel ist jetzt das französische Programm SkyLegend gestartet. Gesendet wird ein Mix aus Dance, Discomusik, elektronischer Musik und Pop. Dabei sind viele Evergreens aus den 80ern und 90ern.


SkyLegend Logo 2019-1

Internet: http://skylegend.fr

21.01.19 - Luna passt seinen Namen und seine Musik leicht an
Ab dem 01. Februar 2019 wird sich der Anbieter «Luna Pop» in «Luna» umtaufen. Im Programm findet eine leichte Anpassung hin zu mehr Balladen und Soft-AC statt. Dabei werden gemäss Angaben des Senders weniger schnelle und keine harten Nummern mehr gespielt. Luna, aus dem Hause Energy/Ringier, sendet auf SwissMediaCast Deutschschweizkanal 7D und ist aus dem ehemaligen LandLiebe Radio hervorgegangen.

luna logo 2019-1

Internet: http://www.lunaradio.ch

17.01.19 - Nationales DAB+ Ensemble in Österreich startet früher als erwartet
Nachdem es in den vergangenen Monaten ein intensives Hickhack zwischen den Vewertern der Musikrechte und den Rundfunkstationen um die Höhe der Lizenzbeiträge gab, konnten man sich nun doch noch einigen, sodass dem Start des ersten nationalen DAB-Ensemble Österreichs nichts mehr im Wege steht. Der künftige Netzbetreiber ORScomm, eine Tochtergesellschaft des öffentlich-rechtlichen ORF, hat als Startdatum den 28. Mai 2019 bekanntgegeben. Im Verlaufe der Planungen wurden die ursprünglich geplanten Ausbauphasen 1 und 2 zusammengelegt, was bedeutet, dass von Beginn an 59% der österreichischen Bevölkerung DAB+ Programme aus dem eigenen Land empfangen können. Geplant und international koordiniert ist die Inbetriebnahme der Kanäle 5B, 5D, 6A, 6D und 8A von folgenden Standorten in den verschiedenen Ausbauetappen:

dab+ österreich inbetriebnahmephasen sender

Auffallend sind dabei die vergleichsweise hohen Sendeleistungen von teilweise über 10'000 Watt. Damit setzt man in Österreich gleich von Beginn an auf eine gute Mauerdurchdringung und grosse Reichweiten der einzelnen Höhestandorte. Weite Teile der bergigen Gebiete um den Grossglockner, Schladming/Ennstal, des Vorarlbergs und des Tirols werden jedoch gemäss heutiger Planung auch nach dem Jahr 2020 vorerst ohne DAB+ Versorgung bleiben.

Die Abdeckung der einzelnen Ausbauetappen ist wie folgt vorgesehen (Karten zum Vergrössern):

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Karte vergrössern!

Die folgenden Anbieter werden zu Beginn auf diesem nationalen Ensemble vertreten sein:

radio 886

radio arabella

klassik radio

rock antenne

radio maria österreich

radio technikum

erf plus österreich

nrj

 

 

 

 

 

 


Weitere, noch nicht offiziell genannte Programmanbieter, zeigen Interesse.

Noch immer fehlt jegliche Beteiligung der ORF-Radioprogramme und der grossen privaten Anbieter, welche sich nach wie vor mit allen Mitteln gegen die Einführung von DAB+ in Österreich stemmen, in steter Angst, die UKW-Monopole zu verlieren. Offensichtlich wartet man den Aufbau des Digitalradios erst einmal ab, um sich dann auf die Versorgungsrechte zu berufen und wie der Kuckuck ins gemachte Nest zu sitzen. Bislang läuft in unserem Nachbarland erst ein einziges DAB-Ensemble im Grossraum Wien.

Nach Inbetriebnahme des Standortes Pfänder, werden erstmals DAB+ Programme aus Österreich auch in der Schweiz zu empfangen sein.

Internet: http://www.dabplus.at

Zur Webseite von Sunradio

16.01.19 - IP Music hat drei Deutschschweizer DAB-Inseln verlassen
Der Anbieter IP Music, mit seinem abwechslungsreichen Nonstopmusikprogramm, hat sich offensichtlich in sein Stammgebiet in der Westschweiz zurückgezogen. Das Programm kann auf den digris DAB-Inseln Bern (Kanal 10A), Berner Oberland (Kanal 6A) und Biel-Solothurn (Kanal 10A) seit einiger Zeit nicht mehr empfangen werden. Eine offizielle Stellungnahme liegt nicht vor.

12.01.19 - Nachruf an eine einzigartige Station: Iischers Radio
Leise und ohne jeglichen Medienrummel hat sich das beliebte Iischers Radio aus dem Wallis verabschiedet. Nach DAB+ kann der Webstream nun leider auch nicht mehr empfangen werden, die Homepage wurde vom Netz genommen. Jahrzehntelang hat man mit viel Lebensfreude, Humor und Innovation für eine UKW-Frequenz im Oberwallis gekämpft und über die Festtage gab's in zahlreichen Jahren fröhliche, moderierte Sendungen für Alt und Jung. Erst 2016 folgte die Aufschaltung des Programms auf DAB+ im Oberwallis. Ein Riesenerfolg und Meilenstein! Jetzt ist Iischers Radio, dessen einzigartigen Musikmix man nicht so schnell vergessen wird, leider stumm - hat sich selbst den Stecker gezogen. Wenigstens lebt ein kleines Bisschen vom Iischers-Geist bei diis Radio von Patrick Studer weiter, aber das Original ist natürlich nicht einfach zu ersetzen.

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Ein paar bereits ältere Impressionen vom Sendebetrieb. Quelle: Iischers Radio, facebook.

Wir danken den Verantwortlichen für dieses jahrelange, tolle Programm, welches viele von uns tagtäglich begleitet hat. Das Wallis ist um eine einzigartige Kultureinrichtung ärmer geworden. Schade, dass man dies nicht entsprechend honoriert. Iischers: wir werden Dich vermissen!

11.01.19 - Ein Rückblick auf das Digitalradiojahr 2018 von Stefan Grünig
Das Jahr 2018 war in vielerlei Hinsicht ein äusserst abwechslungsreiches, interessantes Jahr in Sachen DAB+ in der Schweiz. Besonders hervorzuheben ist dabei die Tatsache, dass seit Dezember 2018 sämtliche kommerziellen Privatradios unseres Landes über einen DAB+ Kanal senden und vielerorts weit über 100 Programme empfangen werden können (inkl. Angebote aus dem Ausland). 100% der Radioveranstalter sind also nebst UKW auch digitalterrestrisch zu empfangen. Ein Meilenstein in der Geschichte des Radios in der Schweiz.

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Netzbetreiber digris nahm im Verlaufe des Jahres die DAB-Insel Neuchâtel-Yverdon in Betrieb und mischte auch bei der Frequenzvergabe um ein zweites DAB-Ensemble in der Westschweiz mit. Zudem wurden für die Netzverdichtung diverse neue Sender in Betrieb genommen, beispielsweise für die Agglomeration Zürich oder Aarau-Olten. Programmmässig ist die Belegung der digris-Netze einem steten Wechsel unterzogen. Programme kommen und andere gehen, was die Sache doch sehr spannend macht. Deutlich zeichnet sich die grössere Beliebtheit der städtischen Ensembles gegenüber den ländlichen ab. Während man in Zürich glatt einen zweiten Multiplex füllen könnte, präsentiert sich die Insel Chur-Sarganserland noch heute nur halb gefüllt. Eine leidige Angelegenheit sind dabei immer noch die Kanalgleichbelegungen, welche Auslöschungen in den Überschneidungsgebieten verursachen. Es scheint, als käme man da im Gespräch mit dem BAKOM nicht so recht weiter. Bislang wurde konkret noch keine einzige Kanaländerung vorgenommen, trotz den Klagen der Hörerschaft.

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Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) seinerseits hat seine Ensembles weiter verdichtet und besonders im Berner Oberland zahlreiche neue Sendeanlagen in Betrieb genommen. Mittlerweile können die sprachregionalen und die regionalen Kanäle bis in die entlegenen Winkel der Schweiz problemlos gehört werden. Das Jahr stand natürlich auch ganz im Zeichen des Aufbaus eines zweiten Kanals für die Deutschschweiz. Dabei kam es jedoch zu Verzögerungen, sodass dieses Angebot nun erst im Sommer 2019 starten wird. Bei den Programmangeboten gab’s keine grossen Verschiebungen, nur dass Radio del Mar und Classix aus dem Hause Ringier/NRJ die regionalen Layer wieder verlassen haben und zuletzt auch Iischers Radio die Verbreitung im Oberwallis eingestellt hat. Dafür wurde als letztes Schweizer Privatradio neo1 aufgeschaltet, dies nach einem vorangehenden Rechtsstreit. Anfang 2018 kam es erfreulicherweise zur Neuaufschaltung von Virgin Hits und Virgin Rock Switzerland aus dem Hause AZ Medien.

Die SRG ihrerseits hat auf ihren Kanälen bei den wichtigen Sendeanlagen die Leistung stark hochgefahren, um auch hinter dicken Wänden einen besseren Empfang erzielen zu können. Teilweise wurde die Sendeleistung beinahe verzehnfacht. Kanal 12C ist wohl das am besten ausgebaute DAB+ Ensemble der Schweiz und weist beinahe keine Versorgungslücken mehr auf.

Am deutlichsten präsentierte sich der Ausbau im Jahr 2018 bei den Strassentunnels. Hier ist nun weit über die Hälfte aller Schweizer Nationalstrassentunnels mit DAB+ ausgestattet. Bei den Kanälen von digris besteht jedoch noch einiger Nachholbedarf. Trotzdem kann nun DAB+ beispielsweise auf der Achse Basel-Chiasso (A2) beinahe ohne Unterbruch gehört werden.

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DAB-Empfang selbst in der winterlichen Bergwelt. DAB-Swiss Betreiber Stefan Grünig bei einem Empfangstest.

Entflammt ist im vergangenen Jahr eine rege, teils hitzige Diskussion über die Abschaltung von UKW in der Schweiz, da der Parallelbetrieb die Radioanbieter sehr teuer zu stehen kommt. Zwischen 2021 und 2024 wird alles diskutiert. Das Tauziehen zwischen SRG, privaten Anbietern und dem Bund ist in vollem Gange und die verschiedenen Meinungen sind nur schwer unter einen Hut zu bringen. Dennoch ist es wichtig, dass bald einmal eine definitive Roadmap festgelegt wird, nach dem Prinzip eines gutschweizerischen Kompromisses, nicht dass plötzlich einzelne Radioanbieter über die finanzielle Klingen springen müssen. Ungewohnt ist dabei sicher auch, dass viele Privatradios künftig nicht mehr eigenen Sendernetze betreiben, sondern sich auf einem «Fremdnetz» einmieten müssen. Diese Tatsache bringt sicher viele Vorteile, aber auch vereinzelte Nachteile. Viele der uralten UKW-Sendeanlagen müssten ohnehin bald mit grosser Kostenintensität ersetzt werden, da sie noch aus den Gründerjahren der jeweiligen Anbieter stammen.

Ebenso wie im Jahr 2018, wird die Branche 2019 eine grosse Frage beschäftigen, bei welcher nun schnellstmöglich Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen: wie weiter mit den Subventionen des Bundes für die Übertragungstechnologie? Diese Gelder fallen in den kommenden Jahren nach und nach komplett weg und die Veranstalter müssten für ihre Verbreitung künftig ohne jegliche Unterstützung auskommen. Dies würde das Aus für viele kleine Stationen bedeuten, was wiederum ein herber Rückschlag für die DAB+ Vielfalt in der Schweiz wäre. Aus diesem Grunde muss die Ausschüttung von Subventionen in geänderter Form unbedingt weitergeführt werden. In Folge dieser bestehenden Unsicherheit ist es für die Netzbetreiber momentan schwer, neue, attraktive Anbieter zu einer DAB+ Verbreitung zu bewegen.

Zusammengefasst: 2018 präsentierte sich äusserst spannend und war dabei, trotz einigen Rückschlägen und medienwirksamen Unkenrufen bekannter Radiopersönlichkeiten, doch ein sehr erfreuliches Wachstumsjahr für DAB+ in der Schweiz. Programmvielfalt, Geräteverkäufe und Netzabdeckung konnten erfreulich gesteigert werden. Der berühmte «Point of no Return» ist längst überschritten, weiter so!

Stefan Grünig

10.01.19 - Programmänderungen auf DAB+ im Wallis
Auf SwissMediaCast Kanal (SMC) 11C, Oberwallis, wurde jetzt das kürzlich überraschend verstummte Iischers Radio, durch Radio Freundes-Dienst ersetzt. Damit gesellt sich bereits das fünfte religiöse Programm auf dieses Ensemble.

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Gleichzeitig wurde auf der digris DAB-Insel für das Unterwallis, auf Kanal 10D, ebenso überraschend Radio Bellerine durch Global Sport ersetzt.

Danke unserem Empfangsbeobachter, Julien Schroeter, für diese Mitteilung!

07.01.19 - Neue Sendestandorte für digris beantragt und bestätigt
Bei der deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA) sind in den vergangenen Tagen wieder neue Einträge für die digris DAB-Inseln vorgenommen werden. Diesmal betrifft es die Inseln für das Sottoceneri, das Oberwallis und St. Gallen.

Kanal 10C (Sottoceneri)
Monte Orsa (I), 3'500 W, vertikal

Kanal 9D (Oberwallis)
Visperterminen Gebidem, 4'000 W, vertikal

Kanal 9D (St. Gallen)
Eggersriet Vogtholz, 2'500 W, vertikal
Gossau Rosenberg, 2'500 W, vertikal

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Karte vergrössern!

Die Abdeckungskarten der geplanten digris-Sender zum Vergrössern.

Sehr interessant ist dabei der Sender Monte Orsa auf italienischem Boden, welcher wohl für die Versorgung des Gebietes zwischen Lugano und Chiasso gedacht ist. Dieser Standort reicht mit der entsprechenden Leistung jedoch dann bis weit in die Poebene hinein. Auch die Agglomeration Milano wird damit sauber abgedeckt. Alles in Allem also ein sehr attraktiver Sendestandort für digris, welcher hoffentlich auch so umgesetzt wird. Pendler zwischen der Schweiz und Italien würden davon durchaus profitieren. Die beiden Standorte für St. Gallen wurden bereits in einer früheren Phase beantragt und nun entsprechend international koordiniert. Hier steht also, nebst den Baubewilligungen, nichts mehr im Wege. Diese DAB-Insel sollte eigentlich bis zum Frühling 2019 on Air sein. Die Insel für das Oberwallis sollte voraussichtlich ebenfalls in diesem Zeitfenster starten.

Internet: http://www.digris.ch

06.01.19 - Iischers Radio beendet DAB+ Ausstrahlung
Iischers Radio hat seine DAB+ Verbreitung im Oberwallis (SwissMediaCast Kanal 11C) per Anfang Jahr leider aufgegeben. Per Webstream ist das legendäre Programm, welches sich einer grossen Fangemeinde erfreuen darf, jedoch nach wie vor weltweit empfangbar.

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Jahrzehntelang hatte man im Wallis mit allen Mitteln vergebens um eine UKW-Frequenz gekämpft, deshalb ist die Einstellung der DAB+ Verbreitung umso bitterer. Wer weiss, vielleicht gibt es ja 2019 ein Wiedersehen auf der digris DAB-Insel für das Oberwallis?

Internet: http://www.iischers.ch

04.01.19 - James FM verlässt die DAB-Insel Aarau-Olten
Leider hat der innovative Zuger Anbieter James FM die digris DAB-Insel Aarau-Olten auf Kanal 5D wieder verlassen. Das Programm konzentriert sich künftig auf sein Kerngebiet in der Zentralschweiz.

Internet: http://www.jamesfm.ch

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Sender Höfen-Beisseren. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender St. Chrischona bei Basel im Frühling. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Boltigen-Jaunpass. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Arbaz Ayent Pas Maimbre im Wallis. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Monte San Salvatore im Tessin. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Wildhaus-Säntis im Winter bei Nacht. (Foto:Stefan Grünig)