Aktuelles aus der Schweizer DAB+ Szene

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07.03.19 - In Frankreich sind die Anbieter auf den nationalen Ensembles jetzt bekannt
Jetzt gilt’s ernst, in unserem Nachbarland Frankreich. Gestern wurden die 18 privaten und 6 öffentlich-rechtlichen Anbieter bekanntgegeben, welche ab dem 1. Quartal 2020 die nationalen DAB+ Ensembles belegen werden. Grosse Überraschungen sind nicht dabei, aber dennoch handelt es sich dabei um eine grosse Vielfalt, welche da künftig flächendeckend terrestrisch ausgestrahlt wird, als Ergänzung zu den lokalen Ensembles.

frankreich lavendel     frankreich eiffelturm

Fotos: S. Grünig, Krattigen und Pixabay.

Privat:

Air Zen (SARL Air Zen Radio)
BFM Business (SAS Business FM)
BFM Radio (SAS Newco G)
Chérie (SAS Chérie FM)
Europe 1 (SAM Lagardère Active Broadcast)
Fun Radio (SA SERC)
Latina (SAS Latina France)
M Radio (SARL M Radio DAB)
Nostalgie (SAS Radio Nostalgie)
NRJ (SAS NRJ)
Radio Classique (SAS Radio Classique)
RFM (SAS RFM Entreprises)
Rire et Chansons (SAS Rire et Chansons)
RMC (SAM Radio Monte-Carlo)
RTL (SAS RTL France Radio)
RTL 2 (SA SODERA)
Skyrock (SA Vortex)
Virgin Radio (SAS Europe 2 Entreprises)

Öffentlich-rechtlich:

France INTER
France CULTURE
France INFO
FIP
MOUV’
France MUSIQUE

Leider leer ausgegangen sind bei der Verteilung unter anderen die Programme Chante France, Ouï FM, Génerations, Jazz Radio oder Sun Radio.

Nun muss nur noch ein geeigneter Netzbetreiber gefunden werden, dann kann der Aufbau bereits losgehen. Durch das ganze Land wird auf verschiedenen Kanälen gesendet, wie die folgenden Abdeckungskarten zum Vergrössern zeigen.

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

In den Grenzgebieten wird von diesen nationalen Ensembles sicher auch in der Schweiz etwas zu hören sein, obwohl der Vollausbau nicht bereits ab 2020 erwartet werden kann. Bei nur gerade zwölf Anbietern pro Ensemble darf auf jeden Fall schonmal mit attraktiven Übertragungsraten gerechnet werden, vielleicht ab 80 kbit/s aufwärts. DAB+ hat sich nun also auch in Frankreich definitiv durchgesetzt, während dessen die Regierung in Spanien unverständlicherweise keinen weiteren DAB+ Ausbau beschlossen hat. Dort sendet das «alte» DAB nach wie vor nur in Madrid und Barcelona.

05.03.19 - Für den Empfang von «DAB+ Cable» muss nicht mehr das Radiogerät ersetzt werden
Sehr ärgerlich ist es, wenn der terrestrische DAB+ Empfang in den eigenen vier Wänden zu schwach ist oder in einem Mehrfamilienhaus die Nachbarschaft den Empfang beispielsweise mit billigen LED-Leuchten zerstört. Ein Phänomen, welches besonders in städtischen Gebieten unzählige Radiobenutzer verärgert. Bei den SRG Kanälen 12A, 12C und 12D ist dies mittlerweile in grossen Teilen der Schweiz kein Problem mehr, aber die oftmals mit schwachen Leistungen sendenden Ensembles von SwissMediaCast (SMC) oder digris werden leider zu stark abgeschirmt.

sumadab 01

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In den Agglomerationen präsentiert sich jedoch meistens die Kabelversorgung gut ausgebaut, sodass man sich die DAB-Vielfalt aus dem Kabel, beispielsweise der UPC, «fischen» kann. UPC (künftig Sunrise) verbreitet derzeit in all seinen Netzen 70 vorwiegend inländische Programme im DAB+ Standard, wenn leider auch mit etwas gar tiefen Bitraten. Doch was für eine Enttäuschung: der eigene, bereits bestehende Radioempfänger bleibt stumm, da im Kabel in einem anderen, höheren Frequenzbereich gesendet wird. Da hilft nur der Kauf eines für «DAB+ Cable» geeigneten Radiogerätes oder neuerdings die einfachste Lösung der Firma Sumatronic AG. Diese, auf Radioequipment spezialisierte Schweizer Firma bietet einen Konverter (SumaDAB) an, welcher nach einfach erfolgter Installation die DAB+ Cable Programme auf jedes Radiogerät mit einer Antennenbuchse bringt. Die Stromversorgung erfolgt dabei entweder via USB-Anschluss oder 230V Steckdose. Der Adapter ist gemäss Hersteller jetzt in allen grösseren Verkaufsmärkten verfügbar und kostet durchschnittlich Fr. 138.00.

Mehr interessante Informationen dazu finden sich in folgenden beiden, uns zur Verfügung gestellten, PDF-Dokumenten:

DAB+cable Adapter Verkaufsinformationen
DAB+cable Adapter SumaDAB

Internet: https://sumatronic.ch/dab-cable-adapter

28.02.19 -Radio Luzern Pop sendet neu auf SMC-Kanal 7A für die Nordschweiz
Kein Fasnachtsscherz: Radio Luzern Pop aus dem Hause Radio Central (Spirig - Neue Medien Zentralschweiz), sendet seit heute auch auf SwissMediaCast Nordschweiz DAB+ Kanal 7A und ist somit in grossen Teilen der Deutschschweiz zu empfangen. Als Übertragungsrate wurden 64 kbit/s gewählt, wie bei allen SMC-Programmen. Ob die bisherige Übertragung auf digris Kanal 5D (Luzern-Zug-Nidwalden) beibehalten wird, ist fraglich.

radio luzern pop fasnacht logo

Offensichtlich scheint sich da ein grösseres Projekt anzubahnen. Gemäss Aussage von Alfons Spirig, will man damit das beliebte SRG-Spartenprogramm, Swiss Pop angreifen.

26.02.19 - Digitalradio DAB+: Wie sag’ ich’s meinem Kinde?
Noch immer scheinen die schönsten Umzugskampagnen, teuer finanziert vom Bund, nicht wirklich Früchte zu tragen. DAB+ ist in den Schweizer Köpfen noch nicht wirklich angekommen, auch wenn Netzabdeckung, Sendervielfalt und Qualität einigermassen stimmen und die Hörerzahlen langsam ansteigen. Doch an was liegt es, dass in so mancher Wohnung, auf mancher Baustelle und in so vielen Büros noch immer gemütlich UKW vor sich hin dudelt? Wir haben den Test in unserem Umfeld gewagt und waren, gelinde gesagt, etwas schockiert!

ukw vs dab+

Fallbeispiel 1: Das befreundete, bereits etwas ältere Ehepaar, haben wir auf Sunradio und seine monatliche Livesendung angesprochen. Sofort bemerkten wir die Unsicherheiten, welche in folgender Aussage gipfelten: «Wir haben einen UKW und einen DAB+ Radio im Haus. Auf dem DAB+ Gerät läuft DRS 1 (!!!) und auf dem UKW-Radio haben wir Radio BeO eingestellt, da dieses ja nicht auf DAB+ zu empfangen ist. Wir haben keine Ahnung, wie man da Sunradio finden würde!» Nach einer kurzen Fassungsphase erklärten wir den beiden dann, dass Radio BeO schon seit zwei Jahren rauschfrei über DAB+ sendet, dass DRS 1 schon seit ungefähr 6 Jahren SRF 1 heisst und dass neue Programme jeweils mit einem Sendersuchlauf zu finden seien. Die ebenfalls verblüffende Antwort: «Uii, wir verstellen lieber nichts, sonst finden wir SRF 1 nachher nicht mehr.» Was will man da noch entgegen?

Fallbeispiel 2: Bei meinem Frisör läuft seit ca. 20 Jahren SRF 3 oder Radio BeO auf der alten UKW-Stereoanlage mit der abgebrochenen Stabantenne. Heute, beim Haarschnitt auf Sunradio angesprochen, erhielten wir folgende frustrierende Antwort: «Ach weisst Du, wir wechseln immer zwischen Radio BeO und SRF 3 hin und her, je nachdem, welches Programm gerade weniger rauscht. Ich weiss, man sollte mal ein DAB+ Gerät kaufen, aber dieses kommt leider nicht von selbst in den Laden.» Meine Antwort: «Na ja, bis 2024, wenn UKW spätestens abgeschaltet wird, werdet Ihr es auch noch schaffen auf DAB+ umzuschalten.» Zum heulen...!

Fallbeispiel 3: Beim Töpferkurs läuft zu unserer Freude Swiss Pop auf DAB+. Angesprochen auf Sunradio meint die Töpferin: «Ach, das Radiogerät ist schon so alt und empfängt nur DRS 1 und Swiss Pop, etwas anderes kommt nicht rein und ich habe keine Ahnung von der Bedienung. Wahrscheinlich sind die Wände hier im Keller viel zu dick für andere Programme.» Das hat durchaus was, Kanal 12C kommt nur rein, weil die Sendeleistungen kürzlich drastisch erhöht wurden. Am nächsten Kursabend bringen wir einen Sony DAB+ Empfänger, als Ersatz für das alte Gerät mit der ebenfalls gebrochenen Antenne, mit und siehe da: Sunradio auf dirgis Kanal 6A läuft sogar zwischen den dicken Kellerwänden ohne Probleme und mit 100% Signalqualität. Die Töpferin ist begeistert und möchte das Gerät gleich behalten.

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Noch immer finden sich landein, landaus solche “vorsintflutlichen” UKW-Radiogeräte in Hotelzimmern und Büros. Dabei sind einfache DAB+ Radios heute mehr als erschwinglich! Fotos: S. Grünig, Krattigen

Fazit: Trotz mittlerweile einfach zu bedienenden Geräten, grosser Sendervielfalt auf DAB+, den jahrelangen Aufklärungsanstrengungen von DAB-Swiss im Internet und mit viel Geld angelegten Imagekampagnen und Umzugslogans, ist die Hemmeschwelle für einen Umstieg auf DAB+ in der Schweiz beim Durchschnittsbürger immer noch viel zu gross. Man hört zwar sehr gerne Radio, wenn, dann aber immer dieselben gewohnten Sender, ohne einmal etwas Neues auszuprobieren und wehe, wenn man am Radiogerät etwas «rumdrücken» sollte. Einmal eingestellt, immer eingestellt! So kommt die neue Radiotechnologie wirklich auf keinen grünen Zweig. Einzig hilfreiche Methode wäre wirklich die baldige Abschaltung von UKW, um die Bürger aus der gewohnten «Radio-Komfortzone» zu holen und für mehr Sendervielfalt ohne Rauschen zu begeistern. Radiohören will jeder, aber wenn’s ja läuft, braucht man schlichtweg nichts Neues! Wichtig wäre dabei auch, den Konsumenten zu erklären, wie einfach die Bedienung mit dem Sendersuchlauf tatsächlich ist und vielleicht würde es auch durchaus Sinn machen, diese auf all den verschiedenen Geräten ein Wenig zu normen, wie beim UKW-Band mit der liebgewonnenen Anzeige zwischen 87,5 und 108,0 MHz. Wüssten die Hörer erstmal wie so ein DAB+ Gerät bedient werden müsste, fänden sie ganz sicher auch Freude daran und würden sogar mal andere Programme testen.

Kurz: Gegen die angestammte Trägheit der Menschen (ausser ein paar Radiofreaks) kommt keine auch noch so gute Kampagne an. Da hilft nur die «Holzhammermethode» eines baldigen UKW-Ausstieges. Erst dann wird man sich neu orientieren und seine Programme künftig digital konsumieren, wahrscheinlich sogar ohne grossen Widerspruch.

Stefan Grünig, Betreiber DAB-Swiss

21.02.19 - Planungen und Verhandlungen von SwissMediaCast (SMC)
Auch bei Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) laufen diverse Arbeiten im Hintergrund, wie uns heute bekannt gegeben wurde. Für das 2. Deutschschweizensemble auf Kanal 7B ist der Inbetriebnahmetermin von Sommer 2019 immer noch realistisch. Man beschäftigt sich momentan intensiv mit der Netzplanung und verhandelt mit Swisscom Broadcast für eine günstigere Verbreitung. Die Gespräche mit allfälligen Anbietern kommen soweit gut voran.

swissmediacast neues logo 2018-1

Für das Tessin ist ebenfalls eine Entscheidung gefallen: nachdem Italien angeblich Einsprache gegen die SRG Antennensysteme eingereicht hat, wird SMC auf eigene, einfachere Antennen setzen um schneller und auch günstiger zum Ziel zu kommen. Der Plan ist es, im Oktober 2019 mit 10 Sendern «on air» zu gehen. Die Nachfrage nach DAB+ Kapazitäten in der Südschweiz ist ungebremst hoch.

Interessant übrigens, dass Italien sich gegen Schweizer Frequenzen wehrt, wo doch gerade dieses Land ohne Leistungsbegrenzung gegen oben und einem unglaublichen Senderwildwuchs nahe der Grenzen seit eh und je stark in die Nachbarländer einstrahlt!

Internet: http://www.swissmediacast.ch

20.02.19 - digris investiert in die Südschweiz und Norditalien
Heute hat Netzbetreiber digris mit dem Ausbau seiner DAB+ Versorgung des Tessins (Sotto- und Sopraceneri) auf Kanal 10C begonnen, wie auf facebook berichtet wird. Einerseits geht es dabei um den sehr gut gelegenen Standort Monte Orsa, welcher bis vor die Tore Mailands reichen dürfte und auch Chiasso optimal versorgt. Gesendet soll hier mit einer Leistung von 3'500 Watt, vertikal werden. Ebenfalls sollen Lugano, Melide und Mendrisio mit dem Standort Sighignola, ebenfalls auf italienischem Boden gelegen, besser versorgt werden. Bei diesem Senderstandort ist die Leistung momentan noch unbekannt. Voraussichtlich reicht sein Signal aber bis ins Gebiet von Alessandria (I).

Nachträglich haben wir auch noch erfahren, dass ebenfalls beim Sender für Bellinzona, Cadenazzo-Sant' Antonino (Monte Ceneri Nordrampe), an A2 und Gotthardbahnlinie, Baustart war. Die Antenne befindet sich auf einem Betriebsgebäude der SBB. Damit versorgt digris künftig auch diese Agglomeration besser. Es fehlt noch der neue Standort für Airolo, an der Gotthard-Passstrasse (del Buco), welchen die Leute von digris heute aufgrund des Schnees nicht erreichen konnten.

Karte vergrössern!     Karfte vergrössern!

Die Abdeckungskarte der Südschweiz und von Norditalien, mit den künftigen fünf Sendern (grösserer und kleinerer Massstab).

sender monte orsa 2019-1     sendestandort sighignola 2019-1

Die typisch italienische Sendeanlage auf dem Monte Orsa, mit viel Antennenwirrwarr und die Aussicht von der Grenze in Sighignola. Fotos: digris, facebook.

Damit setzt digris seine Strategie fort, die Schweizer Grenzgebiete möglichst mit nahe gelegenen Standorten ab ausländischem Boden zu versorgen. Dadurch können Kosten gesenkt und viel Papier eingespart werden. Auffallend auch, die künftige, gute Versorgung bis weit in die italienische Poebene hinein. Darüber werden sich vorallem Pendler zwischen der Schweiz und Italien freuen.

Mit all diesen neuen Sendern deckt digris die wichtigsten Verkehrsachsen unseres südlichsten Kantons künftig beinahe perfekt ab. Die genauen Inbetriebnahmetermine sind noch nicht bekannt.


Internet: http://www.digris.ch

20.02.19 - Fast 4.2 Millionen DAB+-Radios verkauft - UKW-Konsum sinkt auf 18 Prozent
Bis Ende 2018 sind in der Schweiz 4.19 Millionen DAB+-Radiogeräte verkauft worden. Mittlerweile empfangen zwei Drittel aller Schweizerinnen und Schweizer ihre Radioprogramme auf digitalem Weg, während nur noch 18 Prozent der Bevölkerung ausschliesslich UKW hört. Gemäss den dem BAKOM vorliegenden Studien ist auch der Anteil der mit DAB+-Radios ausgerüsteten Fahrzeuge im vergangenen Jahr stark angestiegen.

Der Trend zu Digitalradio setzt sich weiter fort: Laut der halbjährlich im Auftrag des BAKOM und der Arbeitsgruppe Digitale Migration (AG DigiMig) vom Forschungsinstitut GfK erhobenen Zahlen nutzten die Schweizerinnen und Schweizer von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 64 Minuten auf digitalem Weg. 33 Prozent entfallen dabei auf DAB+ und 31 Prozent auf Internet, Kabel- oder IP-TV-Netze. Die analoge UKW-Nutzung ist bei sinkender Tendenz zwar mit 36 Prozent weiterhin am Höchsten; allerdings beträgt der Anteil jener, die im Jahr 2018 ausschliesslich UKW hörten, nur noch 18 Prozent, gegenüber 24 Prozent im Vorjahr.

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Im Jahr 2018 wurden 286'200 DAB+-Radios verkauft. Hinzu kommen 303'000 Radios, die 2018 in den Fahrzeugen bereits standardmässig eingebaut waren oder nachgerüstet wurden. Gemäss den halbjährlich durchgeführten Erhebungen von GfK bei nahezu allen Elektronikfachgeschäften sind somit seit 2000 insgesamt 4'190'455 DAB+-Geräte verkauft worden.

Gemäss BAKOM-Erhebungen ist der Anteil der Neufahrzeuge, die standardmässig über einen DAB+-Empfang verfügen, 2018 noch einmal stark angestiegen und liegt nun bei 91 Prozent, gegenüber 85 Prozent im Vorjahr. In der Schweiz ist die ab Ende 2020 in der Europäischen Union geltende Bedingung somit bereits nahezu erfüllt, wonach jedes neue Personenfahrzeug DAB+-fähig sein muss. Der Umstand, dass in der Schweiz immer mehr Autos mit DAB+ unterwegs sind, macht sich auch immer stärker in der Nutzung bemerkbar. So erfolgten im Herbst 2018 von 100 im Auto gehörten Radiominuten bereits 40 via DAB+, was einer Verdoppelung des DAB+-Anteils innerhalb von drei Jahren entspricht.

Die Radiobranche plant, bis spätestens Ende 2024 die analoge Radioverbreitung über UKW schrittweise aufzugeben und stattdessen DAB+ als Hauptverbreitungstechnik zu nutzen. Um diesen Umstieg zu begleiten, lancierte das BAKOM 2017 eine Informationskampagne. Seit 2017 laufen im Radio, Fernsehen, Print und auf Plakaten vielfältige Informationsaktionen zu "Radio zieht um".

09.02.19 - Bekanntgabe des UKW-Ausstiegstermins angeblich am SwissRadioDay 2019
Das Medienportal SatelliFax berichtete letzte Woche: «Die Schweiz steigt aus dem analogen UKW-Hörfunk aus - zugunsten des moderneren und leistungsfähigeren Digitalradios DAB+. Die Schweizer werden in diesem Jahr erfahren, wann sie spätestens ihre alten UKW-Empfänger zum Elektroschrott befördern müssen. Wie Philippe Zahno, Präsident des Privatradioverbands Radios Régionales Romandes, bekannt gab, soll das definitive Ausstiegsdatum am 29. August auf dem SwissRadioDay in Zürich präsentiert werden. Zuletzt war ein Ausstieg zum 31. Dezember 2024 im Gespräch.»

Zuletzt ging die Diskussion jedoch auch um des Jahr 2021, wie René Wehrlin vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) an einem Branchenevent im vergangenen Jahr bekanntgab. Hinter den Kulissen tobt der Krieg um dieses Abschaltdatum, wie wir aus Insiderkreisen wissen. Die SRG will so schnell als möglich aussteigen, um den teuren Parallelbetrieb bald zu beenden und die Privatradios möchten der Termin so lange als möglich hinauszögern, aus Furcht vor Hörereinbussen. Sicher ist jedoch, dass ein Parallelbetrieb auf längere Zeit niemandem dient und bloss unnötige Kosten verursacht.

08.02.19 - Die SRG prüft den Verkauf Ihrer Musikspartenprogramme
Wie das Medienportal «Kleinreport» kürzlich berichtete, prüft die SRG momentan den Verkauf der beliebten Spartenmusiksender Swiss Pop, Swiss Classic und Swiss Jazz. Mit ihrer neuen Konzession kann die SRG selber entscheiden, ob sie Spartenprogramme anbieten will oder nicht. Von diesen erweiterten Befugnissen, gültig seit dem 1. Januar 2019, macht die SRG-Spitze nun offensichtlich Gebrauch: es laufen Gespräche über einen Verkauf des Spartensenders Radio Swiss Pop, meldete am Dienstag zuerst die Konsumentenzeitschrift «Saldo». Gemäss einem Sprecher ist aber noch alles offen. Am 4. März 2018 schrieb die SRG in einer Mitteilung, man sei bereit für Kooperationen mit privaten Medien «bezüglich des Betriebs der Musiksender Swiss Pop, Swiss Jazz und Swiss Classic».

radio swiss pop logo 2014     radio swiss classic logo 2014     radio swiss jazz logo 2014

Die Ausrichtung der Programme Swiss Pop, Swiss Jazz und Swiss Classic inklusive dem hohen Anteil an Schweizer Musik (jeweils mehr als 50 Prozent) soll jedoch erhalten bleiben. Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz bespielen ein Nischenpublikum, sie zu vermarkten wäre schwieriger. Radio Swiss Pop erreichte auf dem Hörermarkt gemäss SRG-Jahresbericht im Jahr 2017 einen Anteil von 2,7 Prozent, Radio Swiss Classic erzielte einen Marktanteil von 1,3 Prozent und Radio Swiss Jazz 0,5 Prozent (24 Stunden, Montag bis Sonntag). Ohne Werbung und Moderation ist Radio Swiss Pop als Hintergrundkulisse in Warenhäusern oder in Gasthäusern beliebt. Private Anbieter kritisieren den Service-public-Sender, dass er den Wettbewerb verzerre, und zwar mit seiner Ausrichtung auf Pop-Musik in einem Kernbereich der Privatradios.

Gemäss uns vorliegenden Informationen müsste sich ein allfälliger Käufer dazu verpflichten, die Angebote für die nächsten drei Jahre im selben, schweizweiten DAB+ Sendegebiet und mit denselben Programminhalten weiterzuführen.

Der Kommentar:
Bei allem Verständnis für die privaten Anbieter, welche offensichtlich von Existenzängsten geplagt werden, aber dieser Verkauf wäre eine Klatsche ins Gesicht der Schweizer Stimmbürger. Über 70% wünschen sich nach wie vor eine starke, vielseitige SRG, wie sie bereits heute besteht. Nach der deutlich abgelehnten NoBillag Initiative sind diese Pläne sicher nicht im Sinne der Abstimmungsgewinner und macht der Verkauf aus unserer Sicht keinen Sinn! Die Programme sind aus dem ehemaligen Telefonrundspruch entstanden und haben durchaus ihre Daseinsberechtigung als DAB+ Zugpferde. Es darf auch angezweifelt werden, ob sich private Anbieter eine solch’ grossflächige Abdeckung leisten und die Qualität halten könnten. Wenn man sieht, was da sonst im privaten Bereich tagtäglich für seichte Mainstreamkost gesendet wird, dann wäre da nicht allzu viel zu erwarten. Gesamtschweizerisch gesehen, sind die Hörerzahlen der drei Spartenprogramme zudem nämlich gar nicht so schlecht.

02.02.19 - Zentralschweiz: Bereicherung des Radioangebotes oder jeder gegen jeden?

Eine Betrachtung von Stefan Grünig.

Normalerweise ist es erfreulich, wenn in einer Region neue Radioangebote on Air gehen. In der Zentralschweiz ist momentan jedoch nicht alles Gold was glänzt. Zudem wäre es eine echte Bereicherung, wenn etwas neues versucht würde, das sich von den bisherigen Angeboten abhebt.

Nachdem zuerst Roger Givel den Start seines Programmes «Radio Lozärn» auf digris DAB-Kanal 5D, Luzern-Zug-Nidwalden» mit einem revolutionären Konzept angekündigt hatte, dauerte es nicht lange, bis auch die «NMZ Neue Medien Zentralschweiz AG" von Roman und Alfons Spirig ein neues Projekt, mit beinahe dem selben Namen und Musikkonzept vorstellte. Die NMZ betreibt bereits Radio Central, das stark unter Hörerschwund leidende Sunshine Radio und den Volksmusiksender Eviva. Gemäss einem Artikel in der Luzerner Zeitung haben die beiden Angebote «Radio Lozärn» und «Radio Luzern Pop» absolut nichts miteinander zu tun. Vordergründig «freut man sich über die Medienvielfalt in der Region», hintergründig werden die Spielchen jedoch langsam dreckig. Da soll von Seiten NMZ AG die SRG mit Ihrem beliebten Angebot «Swiss Pop» frontal angegriffen werden, aber auch das bewährte und erfolgreiche «James FM» aus Zug, was man so offiziell natürlich tunlichst nicht erwähnt. Diesbezüglich laufen im Hintergrund offensichtlich auch Prozesse, welche die NMZ AG nicht gerade in einem guten Licht erscheinen lassen. Die ungeliebten Mitbewerber werden sowohl technisch als auch auf dem Markt zunehmend behindert.

radio luzern pop logo

Auch wenn öffentlich das Gegenteil behauptet wird fürchtet da wohl jemand, noch mehr Hörer zu verlieren und greift die Mitbewerber an, anstatt an der eignen Programmqualität zu arbeiten. Wenn man beispielsweise denkt, was vom ehemaligen, wirklich abwechslungsreichen Radio Sunshine heute übriggeblieben ist: nur noch seichte Moderation mit den ewiggleichen Mainstreamhits und einer winzigen Musikrotation. Ob da dieser Luzern-Pop-Angriff auf die SRG mit den klanglich ziemlich traurigen 48 kbit/s Übertragungsrate auf digris Kanal 5D wirklich Sinn macht, sei dahingestellt. Sicher ist: die Radiolandschaft in der Zentralschweiz präsentiert sich langsam ziemlich verwirrlich und schliesslich hat sich im eher jüngeren Bereich auch Radio Pilatus in der Region sehr gut etabliert. Unverständlich, warum noch einmal zwei neue, praktisch identische Angebote starten, mit der Musikausrichtung der besten Songs der 80er bis heute. «Radio Lozärn» des rundfunkbegeisterten Roger Givel mag ja noch nachvollziehbar sein und eine Bereicherung darstellen, aber «Radio Luzern Pop» erscheint da wirklich in einem zwiespältigen Licht, auch wenn man damit die einheimische Musikszene fördern möchte.

Man darf gespannt sein, welche Angebote nach Wegfall der Technologieförderungsgelder des Bundes schlussendlich noch on Air sein waren. Sicher ist: wer etwas Neues wagt, sich vom Mainstream abhebt und Radio mit Herzblut macht, hat die grösste Daseinsberechtigung und die besten Chancen! Und noch etwas: wer gedenkt die SRG und ihre Programme anzugreifen sollte nicht vergessen, dass bei der NoBillag Initiative über 70% der Stimmbürger zu Gunsten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gestimmt haben und somit mit den bisherigen Angeboten zufrieden sind!

Zur Webseite von Sunradio

30.01.19 - Zwei neue Programme starten auf den digris DAB-Inseln
Am 01. Februar 2019 starten auf den digris DAB-Inseln wiederum zwei neue Radioangebote. Einerseits handelt es sich um "RedLine Radio" aus Lausanne, welches auf DAB+ Kanal 10A Neuchâtel-Yverdon zu hören sein wird. Das teilweise moderierte Vollprogramm klingt rockig, mit aktuellen Hits.

redline radio logo      radio lozärn logo

Andererseits startet "Radio Lozärn" von Radiomacher Roger Givel auf Kanal 5D Luzern-Zug-Nidwalden. Das Programm beschreibt sich selbst wie folgt: «Radio Lozärn ist ein 24 Stunden Hit-Musik-Programm mit Songs von den 80ern bis heute. Initiator Roger Givel spricht vom perfekten Soundtrack für den Alltag. Redaktionell wird das Radio für die Luzerner mit Freizeit- und Gastro-Tipps ergänzt.»

Wie es aussieht, will auch Sunshine Radio aus dem Hause Radio Central (Alfons Spirig) auf derselben DAB-Insel ein weiteres Programm mit dem Namen «Radio Luzern Pop» starten. Dessen Starttermin ist jedoch momentan noch unbekannt.

Erfreulich, wie die DAB-Inseln von digris in letzter Zeit mit neuen, lokalen Musikprogrammen ergänzt werden, welche das Angebot auf DAB+ insgesamt attraktiver und vielseitiger machen.

Internet: https://redlineradio.ch / https://www.radio-luzern.ch

Der Kommentar:
Es scheint als möchten mit den Programmen «Radio Lozärn» und «Radio Luzern Pop», zwei Anbieter in gegenseitige Konkurrenz treten. Während das Konzept von Roger Givel recht gut durchdacht wirkt, macht es den Anschein, dass das Angebot aus dem Medienhaus von Alfons Spirig
eher ein Schnellschuss aus Konkurrenzängsten ist. Die Situation ist verwirrlich und offizielle Kommunikation dazu gibt es keine. Musikalisch werden sich die beiden Programme praktisch nicht unterscheiden, was diese Vermutung noch zusätzlich unterstreicht. Hat der grosse Medienkonzern dermassen Respekt vor einem neuen Anbieter? Komisch auch die Wahl des Schriftzuges von «Radio Lozärn», welcher mit seiner Schrift und Farbe doch sehr stark von James FM «abgekupfert» wirkt. Die Zukunft wird es bringen und man wird sehen, in welche Richtung sich diese Situation entwickelt. Komisch nur, dass auf der DAB-Insel «Luzern-Zug-Nidwalden» eigentlich gar keine Kapazitäten für beide Programme vorhanden sind. Vielleicht müssen dafür die Bitraten empfindlich nach unten geschraubt werden? Fragen über Fragen!

29.01.19 - Neue Sendestandorte für digris-Füllsender beantragt
Bei der deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA) sind in den vergangenen Tagen wieder diverse neue Einträge für die digris DAB-Inseln vorgenommen werden. Diesmal betrifft es gleich verschiedene, bereits bestehende DAB-Inseln, welche mit Füllsendern verbessert werden sollen, sowie die neue DAB-Insel für Freiburg:

Kanal 9D (Zürich)
Baden Baldegg, 620 W, vertikal

Kanal 9D (Oberwallis)
Montana Grand Signal, 4'000 W, vertikal

Kanal 10A (Freiburg) > neu!
Villars sur Glâne Belle Croix, 2'200 W, vertikal

Kanal 10D (Unterwallis)
Vouvry Chavalon, 2'500 W, vertikal

Kanal 10D (Genf)
Petit Salève (F), 5'000 W, vertikal

Abdeckungskarte vergrössern!     digris logo mi 2019-1

Die Abdeckungskarte (zum Vergrössern) der künftigen digris DAB-Insel Freiburg zeigt die Empfangsmöglichkeiten ohne Berücksichtigung von gegenseitigen Auslöschungen auf diesem Kanal.

Diese Anfragen zeigen den Willen von digris, zu einer deutlichen Netzverdichtung, welche dem Empfang in allen Bereichen verbessern sollte. Ungelöst ist jedoch immer noch die Gleichkanalbelegung zwischen den Inseln Bern, Biel-Solothurn, Neuchâtel-Yverdon und Fribourg. Tests vor Ort haben letztes Wochenende eindrücklich gezeigt, wie schwerwiegend die gegenseitigen Auslöschungen schon heute, ohne die Insel Freiburg, sind. In Murten oder Kerzers beispielsweise kann von allen Ensembles keines mehr gehört werden. Gerade der sehr gut und exponiert gelegene Standort ihn Villars wird dieses Problem noch einmal deutlich verschärfen, man beachte die starke Einstrahlung in Richtung Neuenburg.

Montana Grand Signal ist sicherlich eine sehr gute Ergänzung zu Gebidem, für die Oberwallis-Insel und auch das unterste Wallis sollte mit dem Standort Vouvry Chavalon endlich sauber mit Kanal 10D versorgt werden.

Zwischenzeitlich wurde von der BNetzA auch die Sender Visperterminen Gebidem für Oberwallis Kanal 9D bestätigt.

Internet: http://www.digris.ch

24.01.19 - Neues DAB+ Programm aus Frankreich für Basel
Auf digris Kanal 10A für Basel ist jetzt das französische Programm SkyLegend gestartet. Gesendet wird ein Mix aus Dance, Discomusik, elektronischer Musik und Pop. Dabei sind viele Evergreens aus den 80ern und 90ern.


SkyLegend Logo 2019-1

Internet: http://skylegend.fr

21.01.19 - Luna passt seinen Namen und seine Musik leicht an
Ab dem 01. Februar 2019 wird sich der Anbieter «Luna Pop» in «Luna» umtaufen. Im Programm findet eine leichte Anpassung hin zu mehr Balladen und Soft-AC statt. Dabei werden gemäss Angaben des Senders weniger schnelle und keine harten Nummern mehr gespielt. Luna, aus dem Hause Energy/Ringier, sendet auf SwissMediaCast Deutschschweizkanal 7D und ist aus dem ehemaligen LandLiebe Radio hervorgegangen.

luna logo 2019-1

Internet: http://www.lunaradio.ch

17.01.19 - Nationales DAB+ Ensemble in Österreich startet früher als erwartet
Nachdem es in den vergangenen Monaten ein intensives Hickhack zwischen den Vewertern der Musikrechte und den Rundfunkstationen um die Höhe der Lizenzbeiträge gab, konnten man sich nun doch noch einigen, sodass dem Start des ersten nationalen DAB-Ensemble Österreichs nichts mehr im Wege steht. Der künftige Netzbetreiber ORScomm, eine Tochtergesellschaft des öffentlich-rechtlichen ORF, hat als Startdatum den 28. Mai 2019 bekanntgegeben. Im Verlaufe der Planungen wurden die ursprünglich geplanten Ausbauphasen 1 und 2 zusammengelegt, was bedeutet, dass von Beginn an 59% der österreichischen Bevölkerung DAB+ Programme aus dem eigenen Land empfangen können. Geplant und international koordiniert ist die Inbetriebnahme der Kanäle 5B, 5D, 6A, 6D und 8A von folgenden Standorten in den verschiedenen Ausbauetappen:

dab+ österreich inbetriebnahmephasen sender

Auffallend sind dabei die vergleichsweise hohen Sendeleistungen von teilweise über 10'000 Watt. Damit setzt man in Österreich gleich von Beginn an auf eine gute Mauerdurchdringung und grosse Reichweiten der einzelnen Höhestandorte. Weite Teile der bergigen Gebiete um den Grossglockner, Schladming/Ennstal, des Vorarlbergs und des Tirols werden jedoch gemäss heutiger Planung auch nach dem Jahr 2020 vorerst ohne DAB+ Versorgung bleiben.

Die Abdeckung der einzelnen Ausbauetappen ist wie folgt vorgesehen (Karten zum Vergrössern):

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Karte vergrössern!

Die folgenden Anbieter werden zu Beginn auf diesem nationalen Ensemble vertreten sein:

radio 886

radio arabella

klassik radio

rock antenne

radio maria österreich

radio technikum

erf plus österreich

nrj

 

 

 

 

 

 


Weitere, noch nicht offiziell genannte Programmanbieter, zeigen Interesse.

Noch immer fehlt jegliche Beteiligung der ORF-Radioprogramme und der grossen privaten Anbieter, welche sich nach wie vor mit allen Mitteln gegen die Einführung von DAB+ in Österreich stemmen, in steter Angst, die UKW-Monopole zu verlieren. Offensichtlich wartet man den Aufbau des Digitalradios erst einmal ab, um sich dann auf die Versorgungsrechte zu berufen und wie der Kuckuck ins gemachte Nest zu sitzen. Bislang läuft in unserem Nachbarland erst ein einziges DAB-Ensemble im Grossraum Wien.

Nach Inbetriebnahme des Standortes Pfänder, werden erstmals DAB+ Programme aus Österreich auch in der Schweiz zu empfangen sein.

Internet: http://www.dabplus.at

Zur Webseite von Sunradio

16.01.19 - IP Music hat drei Deutschschweizer DAB-Inseln verlassen
Der Anbieter IP Music, mit seinem abwechslungsreichen Nonstopmusikprogramm, hat sich offensichtlich in sein Stammgebiet in der Westschweiz zurückgezogen. Das Programm kann auf den digris DAB-Inseln Bern (Kanal 10A), Berner Oberland (Kanal 6A) und Biel-Solothurn (Kanal 10A) seit einiger Zeit nicht mehr empfangen werden. Eine offizielle Stellungnahme liegt nicht vor.

12.01.19 - Nachruf an eine einzigartige Station: Iischers Radio
Leise und ohne jeglichen Medienrummel hat sich das beliebte Iischers Radio aus dem Wallis verabschiedet. Nach DAB+ kann der Webstream nun leider auch nicht mehr empfangen werden, die Homepage wurde vom Netz genommen. Jahrzehntelang hat man mit viel Lebensfreude, Humor und Innovation für eine UKW-Frequenz im Oberwallis gekämpft und über die Festtage gab's in zahlreichen Jahren fröhliche, moderierte Sendungen für Alt und Jung. Erst 2016 folgte die Aufschaltung des Programms auf DAB+ im Oberwallis. Ein Riesenerfolg und Meilenstein! Jetzt ist Iischers Radio, dessen einzigartigen Musikmix man nicht so schnell vergessen wird, leider stumm - hat sich selbst den Stecker gezogen. Wenigstens lebt ein kleines Bisschen vom Iischers-Geist bei diis Radio von Patrick Studer weiter, aber das Original ist natürlich nicht einfach zu ersetzen.

iischers studio 02     iischers studio 01

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Ein paar bereits ältere Impressionen vom Sendebetrieb. Quelle: Iischers Radio, facebook.

Wir danken den Verantwortlichen für dieses jahrelange, tolle Programm, welches viele von uns tagtäglich begleitet hat. Das Wallis ist um eine einzigartige Kultureinrichtung ärmer geworden. Schade, dass man dies nicht entsprechend honoriert. Iischers: wir werden Dich vermissen!

11.01.19 - Ein Rückblick auf das Digitalradiojahr 2018 von Stefan Grünig
Das Jahr 2018 war in vielerlei Hinsicht ein äusserst abwechslungsreiches, interessantes Jahr in Sachen DAB+ in der Schweiz. Besonders hervorzuheben ist dabei die Tatsache, dass seit Dezember 2018 sämtliche kommerziellen Privatradios unseres Landes über einen DAB+ Kanal senden und vielerorts weit über 100 Programme empfangen werden können (inkl. Angebote aus dem Ausland). 100% der Radioveranstalter sind also nebst UKW auch digitalterrestrisch zu empfangen. Ein Meilenstein in der Geschichte des Radios in der Schweiz.

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Netzbetreiber digris nahm im Verlaufe des Jahres die DAB-Insel Neuchâtel-Yverdon in Betrieb und mischte auch bei der Frequenzvergabe um ein zweites DAB-Ensemble in der Westschweiz mit. Zudem wurden für die Netzverdichtung diverse neue Sender in Betrieb genommen, beispielsweise für die Agglomeration Zürich oder Aarau-Olten. Programmmässig ist die Belegung der digris-Netze einem steten Wechsel unterzogen. Programme kommen und andere gehen, was die Sache doch sehr spannend macht. Deutlich zeichnet sich die grössere Beliebtheit der städtischen Ensembles gegenüber den ländlichen ab. Während man in Zürich glatt einen zweiten Multiplex füllen könnte, präsentiert sich die Insel Chur-Sarganserland noch heute nur halb gefüllt. Eine leidige Angelegenheit sind dabei immer noch die Kanalgleichbelegungen, welche Auslöschungen in den Überschneidungsgebieten verursachen. Es scheint, als käme man da im Gespräch mit dem BAKOM nicht so recht weiter. Bislang wurde konkret noch keine einzige Kanaländerung vorgenommen, trotz den Klagen der Hörerschaft.

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Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) seinerseits hat seine Ensembles weiter verdichtet und besonders im Berner Oberland zahlreiche neue Sendeanlagen in Betrieb genommen. Mittlerweile können die sprachregionalen und die regionalen Kanäle bis in die entlegenen Winkel der Schweiz problemlos gehört werden. Das Jahr stand natürlich auch ganz im Zeichen des Aufbaus eines zweiten Kanals für die Deutschschweiz. Dabei kam es jedoch zu Verzögerungen, sodass dieses Angebot nun erst im Sommer 2019 starten wird. Bei den Programmangeboten gab’s keine grossen Verschiebungen, nur dass Radio del Mar und Classix aus dem Hause Ringier/NRJ die regionalen Layer wieder verlassen haben und zuletzt auch Iischers Radio die Verbreitung im Oberwallis eingestellt hat. Dafür wurde als letztes Schweizer Privatradio neo1 aufgeschaltet, dies nach einem vorangehenden Rechtsstreit. Anfang 2018 kam es erfreulicherweise zur Neuaufschaltung von Virgin Hits und Virgin Rock Switzerland aus dem Hause AZ Medien.

Die SRG ihrerseits hat auf ihren Kanälen bei den wichtigen Sendeanlagen die Leistung stark hochgefahren, um auch hinter dicken Wänden einen besseren Empfang erzielen zu können. Teilweise wurde die Sendeleistung beinahe verzehnfacht. Kanal 12C ist wohl das am besten ausgebaute DAB+ Ensemble der Schweiz und weist beinahe keine Versorgungslücken mehr auf.

Am deutlichsten präsentierte sich der Ausbau im Jahr 2018 bei den Strassentunnels. Hier ist nun weit über die Hälfte aller Schweizer Nationalstrassentunnels mit DAB+ ausgestattet. Bei den Kanälen von digris besteht jedoch noch einiger Nachholbedarf. Trotzdem kann nun DAB+ beispielsweise auf der Achse Basel-Chiasso (A2) beinahe ohne Unterbruch gehört werden.

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DAB-Empfang selbst in der winterlichen Bergwelt. DAB-Swiss Betreiber Stefan Grünig bei einem Empfangstest.

Entflammt ist im vergangenen Jahr eine rege, teils hitzige Diskussion über die Abschaltung von UKW in der Schweiz, da der Parallelbetrieb die Radioanbieter sehr teuer zu stehen kommt. Zwischen 2021 und 2024 wird alles diskutiert. Das Tauziehen zwischen SRG, privaten Anbietern und dem Bund ist in vollem Gange und die verschiedenen Meinungen sind nur schwer unter einen Hut zu bringen. Dennoch ist es wichtig, dass bald einmal eine definitive Roadmap festgelegt wird, nach dem Prinzip eines gutschweizerischen Kompromisses, nicht dass plötzlich einzelne Radioanbieter über die finanzielle Klingen springen müssen. Ungewohnt ist dabei sicher auch, dass viele Privatradios künftig nicht mehr eigenen Sendernetze betreiben, sondern sich auf einem «Fremdnetz» einmieten müssen. Diese Tatsache bringt sicher viele Vorteile, aber auch vereinzelte Nachteile. Viele der uralten UKW-Sendeanlagen müssten ohnehin bald mit grosser Kostenintensität ersetzt werden, da sie noch aus den Gründerjahren der jeweiligen Anbieter stammen.

Ebenso wie im Jahr 2018, wird die Branche 2019 eine grosse Frage beschäftigen, bei welcher nun schnellstmöglich Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen: wie weiter mit den Subventionen des Bundes für die Übertragungstechnologie? Diese Gelder fallen in den kommenden Jahren nach und nach komplett weg und die Veranstalter müssten für ihre Verbreitung künftig ohne jegliche Unterstützung auskommen. Dies würde das Aus für viele kleine Stationen bedeuten, was wiederum ein herber Rückschlag für die DAB+ Vielfalt in der Schweiz wäre. Aus diesem Grunde muss die Ausschüttung von Subventionen in geänderter Form unbedingt weitergeführt werden. In Folge dieser bestehenden Unsicherheit ist es für die Netzbetreiber momentan schwer, neue, attraktive Anbieter zu einer DAB+ Verbreitung zu bewegen.

Zusammengefasst: 2018 präsentierte sich äusserst spannend und war dabei, trotz einigen Rückschlägen und medienwirksamen Unkenrufen bekannter Radiopersönlichkeiten, doch ein sehr erfreuliches Wachstumsjahr für DAB+ in der Schweiz. Programmvielfalt, Geräteverkäufe und Netzabdeckung konnten erfreulich gesteigert werden. Der berühmte «Point of no Return» ist längst überschritten, weiter so!

Stefan Grünig

10.01.19 - Programmänderungen auf DAB+ im Wallis
Auf SwissMediaCast Kanal (SMC) 11C, Oberwallis, wurde jetzt das kürzlich überraschend verstummte Iischers Radio, durch Radio Freundes-Dienst ersetzt. Damit gesellt sich bereits das fünfte religiöse Programm auf dieses Ensemble.

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Gleichzeitig wurde auf der digris DAB-Insel für das Unterwallis, auf Kanal 10D, ebenso überraschend Radio Bellerine durch Global Sport ersetzt.

Danke unserem Empfangsbeobachter, Julien Schroeter, für diese Mitteilung!

07.01.19 - Neue Sendestandorte für digris beantragt und bestätigt
Bei der deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA) sind in den vergangenen Tagen wieder neue Einträge für die digris DAB-Inseln vorgenommen werden. Diesmal betrifft es die Inseln für das Sottoceneri, das Oberwallis und St. Gallen.

Kanal 10C (Sottoceneri)
Monte Orsa (I), 3'500 W, vertikal

Kanal 9D (Oberwallis)
Visperterminen Gebidem, 4'000 W, vertikal

Kanal 9D (St. Gallen)
Eggersriet Vogtholz, 2'500 W, vertikal
Gossau Rosenberg, 2'500 W, vertikal

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Karte vergrössern!

Die Abdeckungskarten der geplanten digris-Sender zum Vergrössern.

Sehr interessant ist dabei der Sender Monte Orsa auf italienischem Boden, welcher wohl für die Versorgung des Gebietes zwischen Lugano und Chiasso gedacht ist. Dieser Standort reicht mit der entsprechenden Leistung jedoch dann bis weit in die Poebene hinein. Auch die Agglomeration Milano wird damit sauber abgedeckt. Alles in Allem also ein sehr attraktiver Sendestandort für digris, welcher hoffentlich auch so umgesetzt wird. Pendler zwischen der Schweiz und Italien würden davon durchaus profitieren. Die beiden Standorte für St. Gallen wurden bereits in einer früheren Phase beantragt und nun entsprechend international koordiniert. Hier steht also, nebst den Baubewilligungen, nichts mehr im Wege. Diese DAB-Insel sollte eigentlich bis zum Frühling 2019 on Air sein. Die Insel für das Oberwallis sollte voraussichtlich ebenfalls in diesem Zeitfenster starten.

Internet: http://www.digris.ch

06.01.19 - Iischers Radio beendet DAB+ Ausstrahlung
Iischers Radio hat seine DAB+ Verbreitung im Oberwallis (SwissMediaCast Kanal 11C) per Anfang Jahr leider aufgegeben. Per Webstream ist das legendäre Programm, welches sich einer grossen Fangemeinde erfreuen darf, jedoch nach wie vor weltweit empfangbar.

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Jahrzehntelang hatte man im Wallis mit allen Mitteln vergebens um eine UKW-Frequenz gekämpft, deshalb ist die Einstellung der DAB+ Verbreitung umso bitterer. Wer weiss, vielleicht gibt es ja 2019 ein Wiedersehen auf der digris DAB-Insel für das Oberwallis?

Internet: http://www.iischers.ch

04.01.19 - James FM verlässt die DAB-Insel Aarau-Olten
Leider hat der innovative Zuger Anbieter James FM die digris DAB-Insel Aarau-Olten auf Kanal 5D wieder verlassen. Das Programm konzentriert sich künftig auf sein Kerngebiet in der Zentralschweiz.

Internet: http://www.jamesfm.ch

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An dieser Stelle informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen in der Schweizer DAB+ Szene, beispielsweise über Neuaufschaltungen, Frequenzwechsel, Hintergründe oder über interessante Innovationen. Zahlreiche von unseren Informationen, oder manchmal auch Gerüchten, stammen vom Schweizer Radioforum, wo sich Radiofans und DXer treffen. Kommentare mit der persönlichen Meinung und Einschätzungen des Webmasters runden die News ab.

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Sender Höfen-Beisseren. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender St. Chrischona bei Basel im Frühling. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Boltigen-Jaunpass. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Arbaz Ayent Pas Maimbre im Wallis. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Monte San Salvatore im Tessin. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Wildhaus-Säntis im Winter bei Nacht. (Foto:Stefan Grünig)